Larinus planus

Larinus planus

Der Larinus planus ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae).

Die Käfer erreichen eine Körperlänge von fünf bis acht Millimetern und haben einen langgestreckten und ovalen Körper mit einer relativ flachen Oberseite

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. Sie haben eine schwarze Körperfarbe und sind fein hell behaart. Die Härchen bilden auf den Deckflügeln (Elytren) wellige Flecken und Binden. Darüber hinaus ist der Körper gelblich bestäubt. Die Staubschicht ist nach dem Schlupf am dichtesten und wird nach und nach abgerieben. Die Deckflügel tragen feine Längslinien, zwischen denen die Oberfläche dicht und fein mit Punkten strukturiert und gerunzelt ist. Die Elytren verlaufen zunächst parallel und verjüngen sich erst hinter der Mitte zu breit abgerundeten Spitzen mcm taschen sale. Die Fühler und gelegentlich auch die Beine sind rotbraun gefärbt. Der Rüssel ist ungefähr so lang wie der glockenförmige Halsschild und trägt manchmal einen kleinen Mittelkiel. Die Facettenaugen sind flach.

Die Tiere kommen in Mittel- und Südeuropa bis an den Kaukasus vor. Im Norden erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis nach Dänemark und den Süden Norwegens. Sie kommen vereinzelt auch in England und Wales vor

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. Man findet sie an trockenen und steinigen Orten an verschiedenen Korbblütlern, wie Disteln und Kornblumen, vom Flachland bis in hohe Lagen. Sie sind häufig, in ihren Bestandszahlen aber rückläufig. Im Norden Mitteleuropas fehlen sie mancherorts bereits.

Marius Haas (Diplomat)

Marius Haas (* 13. Mai 1945 in Trondheim

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, Norwegen) ist ein deutscher Diplomat.

Nach der Grundschulausbildung in Radebeul/Sachsen wechselte Marius Haas auf die Kreuzschule Dresden und wurde Sänger im Dresdner Kreuzchor. 1958 Flucht in die Bundesrepublik Deutschland und Fortsetzung der Oberschulausbildung in Freising/Bayern und Velbert/NRW. Nach einer Reserveoffizierausbildung bei der Bundeswehr von 1966 bis 1969 mit dem zuletzt erreichten Dienstgrad Oberleutnant d. R. absolvierte Marius Haas ein Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaften und der Geographie an der Universität München, das er 1974 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss.

Nach dem Eintritt in den Auswärtigen Dienst 1975 folgten Verwendungen im Bundeskanzleramt in Bonn, an den Botschaften in Mexiko und Liberia, im Auswärtigen Amt in Bonn (Planungsstab), an der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York sowie im Bundespräsidialamt in Bonn und Berlin (Leiter eines außenpolitischen Referats sowie Büroleiter von Bundespräsident Roman Herzog). Von 1999 bis 2002 war Haas Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Myanmar (Burma). Anschließend war er von 2002 bis August 2005 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Elfenbeinküste und zugleich in Liberia akkreditiert. Als Botschafter in der Elfenbeinküste gewährte er dem verfolgten Oppositionsführer und ehemaligen Ministerpräsidenten Alassane Ouattara Schutz in seiner Residenz

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. Von August 2005 bis August 2007 war Haas als Botschafter im Libanon tätig. Danach war er bis zu seiner Pensionierung Mitte 2010 Botschafter in Ghana.

Parpaner Rothorn

Heidsee und Rothorn

Das Parpaner Rothorn 2’899 m ü. M. ist ein erzreicher Berg auf der Lenzerheide im Schweizer Kanton Graubünden. Er teilt sich in den höheren und unüberbauten Ostgipfel und einen 2’861 m ü

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. M. hohen

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, mit Seilbahnen von Lenzerheide erschlossenen Westgipfel. Die beiden Gipfel sind etwa einen halben Kilometer voneinander entfernt.

Das Parpaner Rothorn liegt in den Plessuralpen und ist nur etwa einen Kilometer von deren höchstem Gipfel entfernt, dem Aroser Rothorn, mit dem der Ostgipfel über einen Grat mit Wegspuren verbunden ist. Der Ostgipfel gehört zu den Gemeinden Lantsch/Lenz und Arosa, der Westgipfel zusätzlich auch zu Vaz/Obervaz. Diese Namensgebung ist allerdings zweifelhaft; so bezeichnet das amtliche Landkartenwerk von Swisstopo einzig den Westgipfel als Parpaner Rothorn, während der nicht gegen Parpan gerichtete Ostgipfel keinen Namen trägt und in Arosa sowie dem Schanfigg als Mittler Rothorn oder Mittelrothorn bezeichnet wird.

Von der Rothornbahn-Talstation am Heidsee führt eine im Jahr 2010 erneuerte Gondelbahn der Lenzerheide Bergbahnen zur Mittelstation Scharmoin (1’905 m), wo eine weitere Luftseilbahn zum Westgipfel des Rothorns (Position ) führt. 2015 wurden die elektrische Steuerung und die Kabinen erneuert. Die Bergstation verfügt über keine Frischwasserleitung, weshalb das Wasser mit der Luftseilbahn nach oben transportiert wird.

Die Rothornbahn wurde 1963 erstellt, nachdem die Bürgergemeinde Arosa als Grundeigentümerin eine entsprechende Baubewilligung zur Erstellung der Bergstation erteilt hatte. Zwecks Verbindung des neuen Skigebiets am Totälpli mit dem Lenzerheidner Stammgebiet „Rothorn“ erhielt man zudem das Einverständnis für den Bau einer Galerie durch die Ostwand des Gipfels 2762 zum Gredigs Fürggli am Südwestfuss des Parpaner Weisshorns.

Die 1976 ebenfalls auf Aroser Gemeindegebiet errichtete und aus nördlicher Richtung zum Westgipfel führende Sesselbahn Totälpli wurde 2008 zurückgebaut. Das Rothorn ist von mehreren Seiten durch Wanderwege und von Scharmoin aus über den Goldgräberweg (Grad T2) erschlossen und seit dem Winter 2013/14 der höchste Punkt der Skiarena Arosa Lenzerheide.

Aus geologischer Sicht besteht der obere rötliche Teil des Rothorns aus Randgestein der afrikanischen Platte, welches sich über jenes des Ozeans geschoben hat. Frühformen des Erzabbaus am Rothorn sind schon zu Zeiten der Römer nachgewiesen. Der Sage nach gab es am Rothorn Edelmetallgruben (Gold), welche noch im 17. Jahrhundert bearbeitet wurden.

Aufgrund der geografisch günstigen Lage ist auf dem Westgipfel eine Mobilfunk-Sendeanlage (GSM) mit mittlerer Leistung installiert. Im Herbst 2011 errichtete die Schweizer Armee unweit der Seilbahnstation eine 34 Meter hohe Empfangsantenne mit Abhöreinrichtungen und einer Richtfunkantenne. Wegen ihres auffallenden Äusseren bezeichnet der Volksmund im Raum Vaz/Obervaz–Lenz die Konstruktion inzwischen als „Minarett“.

Der im Juli 2012 erstmals veranstaltete Gebirgslauf Swiss Irontrail sollte unter anderem von der Lenzerheide zum Parpaner Rothorn, von dort über das Gredigs Fürggli nach Arosa und weiter via Weisshorn und Carmenna Richtung Ausserschanfigg führen. Seit einer Streckenänderung im Jahr 2013 ist das Parpaner Rothorn nicht mehr Teil dieser Sportveranstaltung.

Arrondissement Thionville-Ouest

Das Arrondissement Thionville-Ouest war eine Verwaltungseinheit des Départements Moselle in der französischen Region Lothringen mcm taschen sale. Hauptort (Sitz der Unterpräfektur) war Thionville (Diedenhofen), das außerhalb des Arrondissements lag. Es bestand aus 6 Kantonen und 30 Gemeinden.

Am 1. Januar 2015 wurde es mit dem Arrondissement Thionville-Est zum neuen Arrondissement Thionville zusammengeschlossen.

Das Arrondissement Thionville-Ouest ging 1919 aus dem Kreis Diedenhofen-West hervor

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. Seit 1922 wird es vom Unterpräfekten von Thionville-Est mitverwaltet.

Bar-le-Duc | Briey | Château-Salins | Commercy&nbsp

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;| Épinal | Forbach-Boulay-Moselle | Lunéville | Metz | Nancy | Neufchâteau | Saint-Dié-des-Vosges | Sarrebourg | Sarreguemines | Thionville | Toul | Verdun
Ehemalige Arrondissements: Boulay-Moselle | Forbach | Metz-Campagne | Metz-Ville | Thionville-Est | Thionville-Ouest

Cagrithang-Kloster

Das Cagrithang-Kloster (tib.: lcags ri thang dgon pa), nach einem seiner Tempel auch Drögong-Kloster (bros sgong dgon pa; chin. Zhuigong si 追公寺) genannt, ist ein 1936 erbautes Kloster der Kathog-Tradition der Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus in Amdo. Es liegt in der Gemeinde Cagrithang des Kreises Baima (Pema/Padma) von Golog in der nordwestchinesischen Provinz Qinghai, ungefähr vier Kilometer südöstlich des Ortes. Es ist ein Filialkloster des Kathog-Klosters in Kham.

Das Kloster wurde 1936 von Khenpo Ngaga (tib. mkhan po ngag dga; 1879–1941) und dem (chin.) Baizha Lama aus dem Kathog-Kloster (ka thog dgon) in Kham erbaut, es zählt aufgrund seiner außergewöhnlichen Bauten zu den bemerkenswertesten Stätten im Gebiet von Ngolog (Ngolok). Es befindet sich in der Nähe der Brücke über den Fluss Mar Chu.

Unter seinen Bauwerken ist der palastähnliche mehrstöckige Sangdog Pelri (zangs mdog dpal ri)-Tempel („Paradies des Kupferfarbenen Berges“, nach Guru Rinpoches/Padmasambhavas Reinem Land, dem Kupferfarbenen Berg mit seinen chinesischen und tibetischen Stilelementen das markanteste Gebäude.

Die drei Stockwerke des Tempels sind jeweils einem der drei Buddha-Körper Padmasambhava, Avalokiteshvara und Amitabha geweiht.

Die Tempelanlage liegt kreisförmig um einen kleinen Hügel, der „Leuchtender Eisenberg“ genannt wird.

Das Anlage ist von einem weiten Ring von über hundert Stupas verschiedener Größen und drei hohen Manisteinmauern umgeben.

Die Tempelanlage besteht aus drei Tempeln (chin.): Zhuigong si, Duoka si und Tianzang tai.

Das Kloster steht seit 1998 auf der Liste der Denkmäler der Provinz Qinghai.

Jiangritang si 江日堂寺; Zhuigong si 追公寺; Baizha si 白扎寺; Xiamoba Baizha Duoka si 下莫巴白札多卡寺; Cagri Gompa, Zhuigong 追公寺; Jangritang Gompa; Jangritang Gonpa; Baizhasi 白札寺; Cheri Monastery; lcags ri dgon; Xiamoba Baizha Duoka si 下莫巴白札多卡寺

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; Cagrithang Gönpa; 江日堂閃光鉄山寺; lcags ri dgon pa; ジャンリタン・ゴンパ; Drögong Gompa; Drögong Gönpa

Koordinaten:

Brücke (Oberkammlach)

Die Brücke in Oberkammlach, einem Ortsteil der Gemeinde Kammlach im Landkreis Unterallgäu (Bayern), wurde vermutlich im 18. Jahrhundert errichtet. Die denkmalgeschützte Brücke befindet sich circa 150 Meter westlich der Kirche Mariä Himmelfahrt und überquert die Kammel. Ehemals verlief die Fernstraße zwischen Mindelheim und Memmingen über die Brücke, aktuell führt die Reichsstraße über die Brücke. Während der Schlacht am 13. August 1796 zwischen den Truppen der Französischen Republik und des französischen Prinzen Condé war sie heftig umkämpft mcm taschen sale.

Errichtet wurde die aus zwei Bögen bestehende Brücke aus Ziegelsteinen sowie teilweise aus Nagelfluh- und Tuffquadern. Zur Mitte hin steigt die Brücke an. Das Fundament des Mittelpfeilers wurde im Laufe der Zeit stark erneuert. Am Mittelpfeiler befindet sich auf der Südseite ein Sporn mit Mauervorlage, auf der gegenüberliegenden Nordseite ist nur noch die Mauervorlage vorhanden. Hochwassermarken der Jahre 1876 und 1944 sind an der Südseite angebracht

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Koordinaten:

Kurt Göbel

Kurt Göbel (* 12. März 1900 in Bautzen; † 3. Dezember 1983) war ein hessischer Politiker (DDP / LDP / FDP) und Abgeordneter des Hessischen Landtags.

Kurt Göbel machte 1914 eine kaufmännische Lehre und besuchte die Handelsschule. 1918 wurde er als Soldat an die Westfront eingezogen. Ab 1919 arbeitete er als Handlungsgehilfe. 1922 bis 1926 war er als Gewerkschaftssekretär tätig. In den Jahren 1926 und 1927 studierte er an der Akademie der Arbeit. Nach der Begabtenprüfung in Berlin studierte er 1927 bis 1931 Rechts- und Sozialwissenschaften in Frankfurt am Main, in der Schweiz und beim Völkerbund in Genf

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. 1930 schloss er die Studien als Diplom-Volkswirt ab und arbeitete ab 1933 als Steuer- und Wirtschaftsberater sowie vereidigter Bücherrevisor

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. 1939 bis 1945 leistete er Kriegsdienst und kam in Kriegsgefangenschaft. 1946 wurde er Direktor der Frankfurter Stiftung Versorgungshaus und Wiesenhüttenstiftung. 1949 wurde er Erster Vorsitzender des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Kurt Göbel war in der Weimarer Republik von 1922 bis 1933 Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP)

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. Für diese wurde er 1933 als Stadtverordneter in Frankfurt am Main gewählt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Göbel der LDP (später FDP) bei. Vom 1. Dezember 1946 bis 30. November 1954 war er in den ersten beiden Wahlperioden Mitglied des Hessischen Landtags. 1949 war er Mitglied der 1. und 1954 der 2. Bundesversammlung.

Aljaksandr Baraukou

Vorlage:Infobox Eishockeyspieler/Dateityp

Aljaksandr Sjarhejewitsch Baraukou (weißrussisch Аляксандр Сяргеевіч Бараўкоў, russisch Александр Сергеевич Боровков/Alexander Sergejewitsch Borowkow

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; * 28. Januar 1982 in Moskau, Russische SFSR) ist ein russisch-weißrussischer Eishockeyspieler, der seit August 2012 beim HK Junost Minsk in der Wysschaja Hockey-Liga unter Vertrag steht.

Aljaksandr Baraukou begann seine Karriere als Eishockeyspieler in seiner Heimatstadt in der Nachwuchsabteilung des HK ZSKA Moskau, für dessen Profimannschaft er von 2000 bis 2002 in der Wysschaja Liga, der zweiten russischen Spielklasse, aktiv war. Nach dem Aufstieg in die Superliga in der Saison 2001/02 verließ er den Verein und blieb beim Wysschaja Liga-Teilnehmer HK Lipezk, verließ diesen jedoch bereits Mitte der Saison 2002/03 wieder, um in den folgenden fünfeinhalb Jahren für HK Chimwolokno Mahiljou in der weißrussischen Extraliga zu spielen. In seinen ersten beiden Spielzeiten bei den Weißrussen lief er für diese parallel in der East European Hockey League auf. Die Saison 2007/08 beendete er bei dessen Extraliga-Rivalen HK Junost Minsk

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Zur Saison 2008/09 unterschrieb Baraukou einen Vertrag beim HK Sibir Nowosibirsk aus der neu gegründeten Kontinentalen Hockey-Liga. In der KHL-Premierenspielzeit erzielte er in 56 Spielen 17 Scorerpunkte, davon sieben Tore, für seine Mannschaft. Die folgende Spielzeit begann der Linksschütze erneut beim HK Junost Minsk in der weißrussischen Extraliga und beendete sie bei dessen Stadtnachbarn HK Dinamo Minsk, für den er bis Saisonende zu vier Einsätzen in der KHL kam. Anschließend kehrte er erneut zum HK Junost Minsk zurück, mit dem er auf europäischer Ebene 2011 den IIHF Continental Cup gewann. Auch auf nationaler Ebene war er mit Junost erfolgreich und gewann mit der Mannschaft den weißrussischen Meistertitel.

Zur Saison 2011/12 wechselte Baraukou zum HK Donbass Donezk aus der neuen zweiten russischen Spielklasse, der Wysschaja Hockey-Liga

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Für Weißrussland nahm Baraukou an der Weltmeisterschaft 2007 teil, bei der er mit seiner Mannschaft den elften Platz belegte. Im Turnierverlauf blieb er in sechs Spielen punktlos und erhielt zwei Strafminuten.

(Stand: Ende der Saison 2010/11)

Andreas Bredau

Andreas Bredau (* 21. März 1984 in Burg bei Magdeburg) ist ein deutscher Bobsportler, der als Anschieber aktiv ist.

Andreas Bredau begann 2005 seine Karriere als Wintersportler, nachdem er zuvor Diskuswerfer war. Im Jahre 2002 war er bei der Bundespolizei eingestellt worden. Im Weltcup 2007 belegte er im Zweierbob zwei zweite Plätze. Außerdem gewann er im Viererbob eine Goldmedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2010 mit dem Piloten Manuel Machata. Im Zweierbob belegten die beiden den zweiten Platz. Sechs Mal siegte der 1,97 m große Bredau als Anschieber im Intercontinentalcup. Bei den Olympischen Spielen 2010 war er Anschieber im Viererbob von Karl Angerer. Bredau ersetzte Alexander Rödiger, der zuvor ins Team Lange gewechselt war. Ab dem März 2010 wird Bredau an der Bobschule in Oberhof seine Eignung zum Piloten überprüfen lassen. Zur Saison 2010/11 wechselte Bredau in den Bob von Pilot Manuel Machata. Mit diesem gewann er dessen erstes Weltcuprennen im Zweierbob zum Auftakt der Saison in Whistler. Als Anschieber von Manuel Machata wurde er am 23. Januar 2011 Europameister im Viererbob, am 27. Februar 2011 gewann das Quartett auch den Weltmeistertitel.

1930: Zaninetta, Biasini, Dorini, Rossi | 1931: Zahn, Schmidt, Bock, Hinterfeld | 1934: Kilian, Schwarz, von Valta, Huber | 1935: Kilian, Gruber, von Valta, Schwarz | 1937: McEvoy, Looker, Green, Black | 1938: McEvoy, Looker, Green,MacKintosh | 1939: Feierabend, Cattani, Hörning, Beerli | 1947: Feierabend, Waller, Endrich, Waser | 1949: Benham, Martin, Casey, D’Amico | 1950: Benham, Martin, Atkinson, D’Amico | 1951: Ostler, Leitl, Pössinger, Nieberl | 1953: Johnson, Biesiadecki, Miller, Smith | 1954: Feierabend, Warburton, Diener, Angst | 1955: Kapus, Diener, Alt, Angst | 1957: Zoller, Theler, Küderli, Leu | 1958: Rösch, Hammer, Bauer, Haller | 1959: Tyler, Sheffield, Voorhis, Butler | 1960: Monti, Siorpaes, Nordio, Alverà | 1961: Monti, Siorpaes, Nordio, Rigoni | 1962: Schelle, Sterff, Siebert, Göbl | 1963: Zardini, Dalla Torre, Mocellini, Bonagura | 1965: Emery, Presley, Young, Kirby | 1966: – 1967: – 1969: Zimmerer, Utzschneider, Steinbauer, Gaisreiter | 1970: De Zordo, Zandonella, Armano, De Paolis | 1971: Stadler, Forster, Schärer, Schärer | 1973: Stadler, Camichel, Schärer, Schärer | 1974: Zimmerer, Utzschneider, Schumann, Wurzer | 1975: Schärer, Schärer, Camichel, Benz | 1977: Nehmer, Germeshausen, Gerhardt, Bethge | 1978: Schönau, Bernhardt, Seifert, Musiol | 1979: Gaisreiter, Gebhard, Wagner, Busche | 1981: Germeshausen, Gerhardt, Gerlach, Trübner | 1982: Giobellina, Stettler, Salzmann, Freiermuth | 1983: Fasser, Märchy, Poletti, Strittmatter | 1985: Lehmann, Trübner, Voge, Grummt | 1986: Schärer, Meier, Fassbind, Kiser | 1987: Hiltebrand, Fehlmann, Fassbind, Kiser | 1989: Weder, Morell, Gerber, Schindelholz | 1990: Weder, Gerber, Schindelholz, Morell | 1991: W. Hoppe, Musiol, Kühn, Langen | 1993: Weder, Acklin, Meier, Semeraro | 1995: W. Hoppe, Hannemann, Hielscher, Embach | 1996: Langen, Zimmermann, Rühr, Hampel | 1997: W. Hoppe, Rühr, Hannemann, Embach | 1999: Mingeon, Hostache, Le Chanony, Robert | 2000: Lange, R. Hoppe, Behrendt, Embach | 2001: Langen, Zimmermann, Peter, Metzger | 2003: Lange, R. Hoppe, Kuske, Embach | 2004: Lange, Lehmann, Kuske, R. Hoppe | 2005: Lange, R. Hoppe, Kuske, Putze | 2007: Rüegg, Lamparter, Hefti, Grand | 2008: Lange, R. Hoppe, Kuske, Putze | 2009: Holcomb, Olsen, Mesler, Tomasevicz | 2011: Machata, Adjei, Bredau, Becke | 2012: Holcomb, Olsen

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, Langton, Tomasevicz | 2013: Arndt, Hübenbecker, Rödiger, Putze | 2015: Arndt, Korona, Rödiger, Heber

1967: Panțuru, Neagoe, Hristovici, Maftei | 1968: Wicki, Candrian, Hofmann, Graf | 1969: Frigo, Basuino, Brabcaccio, De Paolis | 1970: Zimmerer, Gaisreiter, Steinbauer, Utzschneider | 1971: Panțuru, Zangor, Pascu, Focşeneanu | 1972: Müller, Ott, Born, Hiltebrand | 1973: Zimmerer, Utzschneider, Gaisreiter, Ohlwärter | 1976: Gaisreiter, Wagner, Ertel, Gillik | 1978: Sperling, Köfel, Rednack, Köck | 1979: Nehmer, Babock, Germeshausen, Gerhardt | 1980: Schärer, Bächli, Marti, Benz | 1981: Germeshausen, Trübner, Gerlach, Gerhardt | 1982: Pichler, Ott, Leuthold, Klaus | 1983: Fasser, Poletti, Maerchy, Strittmatter | 1984–1985: Giobellina, Stettler, Salzmann, Freiermuth | 1986: Hiltebrand, Meier, Fassbind, Kisser | 1987: W. Hoppe, Schauerhammer, Wetzig, Musiol | 1988: Schebitz, Höring, Oechsle, Hiebe | 1989: Appelt, Winkler, Redl, Mandl | 1990: Kienast, Schroll, Riedl, Lindner | 1991: Weder, Gerber, Schindelholz, Morell | 1992: Czudaj, Bonk, Jang, Szelig | 1993: Weder, D. Acklin, Meier, Semeraro | 1994: Huber, Tartaglia, Ticci, Ruggiero | 1995: W. Hoppe, Hielscher, Hannemann, Embach | 1996: Langen, Rühr, Zimmermann, Hampel | 1997: Götschi, G. Acklin, Giger, Seitz | 1998: Czudaj, Voss, Görmer, Szelig | 1999: Langen, Zimmermann, Platzer, Rühr | 2000: Mingeon, Hostache, Fouquet, Robert | 2001: Benesch, Voss, Lehmann, Szelig | 2002: Lange, Kühn, Kuske, Embach | 2003: Prūsis, Silarājs, Rullis, Ozols | 2004: Lange, Lehmann, Kuske, R. Hoppe | 2005: Subkow, Seliwerstow, Golubow, Stepuschkin | 2006: Annen, Lamparter

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, Hefti, Grand | 2007: Lange, Rödiger, Kuske, Putze | 2008: Miņins, Dreiškens, Melbārdis, Dambis | 2009: Subkow, Oreschnikow, Trunenkow, Stepuschkin | 2010: Lange, Rödiger, Kuske, Putze | 2011: Machata, Adjei, Bredau, Becke  | 2012: Arndt, Hübenbecker, Rödiger, Putze | 2013: Arndt, Hübenbecker, Rödiger, Putze | 2014: Hefti, Baumann, Egger, Amrhein | 2015: Melbārdis, Dreiškens, Vilkaste, Strenga  | 2016: Arndt, Korona, Putze, Heber

Selk’nam

Selk’nam nannte sich eine südamerikanische Ethnie, die bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts auf Feuerland lebte. Man fasst sie mit den benachbarten Ethnien der Yámana, Halakwulup und Haush zu den Feuerlandindigenen zusammen. Die Selk’nam waren nomadisierende Jäger, die in kleinen Gruppen auf der Isla Grande umherzogen und sich fast ausschließlich von erjagten Guanakos und Kleintieren ernährten. Infolge einer Kolonisierung und Besiedelung der Isla Grande, die die argentinische Regierung ab 1850 erfolgreich durchführte, kam ein Großteil der Selk’nam teilweise gewaltsam ums Leben. Die sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit der Ethnie kam schließlich in der ersten Hälfte des 20

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. Jahrhunderts zum Erliegen.

Der Name Selk’nam stammt von den Angehörigen der Gruppe selbst und wird von ihnen im Sinne eines Eigennamens verwendet, es gibt keine Herleitung von einem anderen Begriff. In der Literatur wird sehr oft auch der Begriff Ona verwendet, welcher auf eine geographische Bezeichnung der Isla Grande durch die südlich lebenden Yámana zurückgeht und so viel wie „nördlich“ bedeutet. Teilweise versteht man unter Selk’nam oder Shelknam auch nur die nördlichen Bewohner der Isla Grande und unterscheidet davon die Haush im unteren südöstlichen Zipfel.

Über die Vergangenheit der Selk’nam vor der Entdeckung Feuerlands durch Ferdinand Magellan ist wenig bekannt, da die Selk’nam wie alle Ethnien Südamerikas keine Schrift besaßen. Durch archäologische Forschungen konnte man zeigen, dass bereits vor 8000–12.000 Jahren Menschen auf Feuerland lebten. Wann und von wo die Vorfahren der heutigen Feuerlandindigenen (Feuerlandindianer) nach Feuerland kamen, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Da alle Feuerlandindigenen humanbiologische Besonderheiten teilen, gehen manche Wissenschaftler davon aus, dass alle Ethnien von einer feuerländischen Urbevölkerung abstammen und sich erst später zu Ethnien mit sehr unterschiedlichen Wirtschaftsformen, Sprachen und kulturelle Traditionen entwickelten: Denn während die Selk’nam Jäger von Landtieren waren, sammelten und jagten die Yámana und Halakwulup mit dem Kanu Meerestiere. Möglich ist aber auch eine Zwei-Routen-These: Diese sagt aus, dass die Yámana und Halakwulup Feuerland mit ihren Kanus über die Pazifikküste besiedelten

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, während die jagenden Selk’nam über eine Landbrücke vom Festland des heutigen Argentiniens nach Feuerland kamen, die bei einem tieferen Meeresspiegel vorhanden war. Die sprachliche Verwandtschaft der Selk’nam mit den patagonischen Indigenen nördlich der Magellanstraße stützt diese These (beide Ethnien gehören zur Sprachgruppe der Chon-Sprachen). Zu den Yámana und Halakwulup bestehen dagegen keine linguistischen Gemeinsamkeiten.

Die ersten Europäer kamen auf der Weltumsegelung von Ferdinand Magellan im Jahre 1520 nach Feuerland. Allerdings hatte der portugiesische Flottenführer, nach dem die Magellanstraße benannt ist, keinen direkten Kontakt mit Selk’nam oder anderen Feuerlandindigenen. Die Besatzung erkannte lediglich den Rauch zahlreicher Feuer und nannte die Inselgruppe südlich der Meerenge entsprechend Feuerland. Der erste Kontakt zwischen Europäern und Selk’nam fand auf der Expedition von Pedro Sarmiento de Gamboa statt, der 1580 auf der Isla Grande landete und die Bucht Bahía Gente Grande, Bucht des großen Volkes nannte. Auch auf weiteren Reisen wurde die außerordentliche Körpergröße der Selk’nam erwähnt und selbst Quellen aus dem 20. Jahrhundert sprechen noch von einer überragenden Körpergröße.

In den nächsten Jahrhunderten fanden die meisten Kontakte zwischen Seefahrern und Bewohnern Feuerlands mit den benachbarten Yámana und Halakwulup statt, da die Isla Grande wenig natürliche Häfen für die Segelschiffe bot. Weil die Versuche der Europäer scheiterten, die Ufer der Magellanstraße zu besiedeln, war dieser begrenzte Kulturkontakt für die Selk’nam bis ins 19. Jahrhundert ohne schwerwiegende Folgen. Die Berichte der Europäer über die Selk’nam unterscheiden sich in der Wahrnehmung des Fremden kaum von denen anderer südamerikanischer Ethnien: Teilweise sprachen die Reisenden von einer materiellen und geistigen Armut der dort Lebenden, eine Sichtweise, die durch das raue Klima, die schwierigen Lebensbedingungen und die exponierte Lage „am Ende der Welt“ befördert wurde. Andere Berichte schwärmten von ihnen und machten sie zu „Edlen Wilden“. Tendenziell wurden die Selk’nam wegen ihrer Größe und ihrer Übereinstimmung mit europäischen Schönheitsidealen positiver beschrieben als die Yámana und Halakwulup, die nicht nur kleiner waren, sondern einen für den Europäer sehr unangenehmen Geruch ausströmten, weil sie sich oft gegen die Kälte mit Robbenfett oder Walfischtran einrieben.

Ab etwa 1850 begann die dauerhafte Besiedelung der Isla Grande durch Einwanderer aus Argentinien, Chile und Europa; ein großer Teil der damals lebenden ca. 2000 Selk’nam wurde getötet bzw. ermordet oder starb an indirekten Folgen der Einwanderung (z. B. durch Krankheiten). Die Schafzucht expandierte in die unbewaldete Pampa der nördlichen Isla Grande. Die Selk’nam akzeptierten die Landnahme der Farmen nicht und jagten bevorzugt deren Schafe (die sie als Weiße Guanakos bezeichneten). Der Konflikt zwischen Schafzüchtern und Selk’nam eskalierte am Ende des 19. Jahrhunderts: Von vielen Schafzüchtern wurde eine Prämie von einem Pfund Sterling Kopfpreis pro Abschuss eines Selk’nam ausgesetzt. Das Londoner Anthropologische Museum bezahlte einmal gar acht Pfund Sterling für den Kopf eines Feuerländers. Neben den Schafzüchtern kamen Goldsucher und Missionare. Die Missionare, darunter ab 1887 auch die Salesianer Don Boscos, griffen in die kulturelle Selbstverwaltung der Selk’nam ein und etablierten zahlreiche westliche Traditionen, die nicht immer hilfreich für das Überleben im Feuerland waren. 1911 lebten noch etwa 300 Selk’nam in Reservaten, aber eine Masern-Epidemie im Jahre 1925 tötete den Großteil dieser Menschen. 1966, 1969 und 1974 starben drei letzte bekannte Selk’nam: Esteban Yshton, Lola Kiepje und . Heute spüren die Medien immer wieder Nachfahren der Indigenen auf, die allerdings weder Sprache noch Traditionen der Selk’nam in ihre westliche Lebensweise übernommen haben. Seit 2004 leben einige Nachfahren auf 35.000 Hektar Land, das sie von der argentinischen Regierung zugeteilt bekommen haben. Sie haben sich zur Comunidad Indígena Rafaela Ishton zusammengeschlossen, um Traditionen und Kultur der Selk’nam zu revitalisieren.

Die Kultur der Selk’nam ist vor allem durch den deutschen Ethnologen Martin Gusinde überliefert, der in einem über 1000 Seiten starken Band die Kultur der Selk’nam detailliert beschrieben hat. Dem Ethnologen wurde für den religiösen Teil seines Buches eine einseitige Beschreibung vorgeworfen, die sich dem Forschungsinteresse seines Instituts, dem Wiener Anthropos-Institut unterworfen habe. Außerdem weiß man heute, dass Gusindes Beschreibung der Selk’nam von zahlreichen zeitgenössischen Ideen unreflektiert beeinflusst wurde. Dennoch ist sein Buch von unschätzbarem Wert, denn er war der erste und der letzte Ethnologe, der die Selk’nam-Kultur in ihrer Ganzheit beschrieben hat. Eine knappe und brauchbare Zusammenfassung der Kultur, die sich auch, aber nicht nur auf Gusindes Monographie stützt, findet sich bei Cooper (1944). Eine nahezu vollständige Bibliographie aller Texte (vorwiegend Reiseberichte) zu den Feuerlandindianern stellt Cooper (1917) dar. Die jüngsten und bisher letzten ethnographischen Forschungen hat Anne Chapman ab 1964 durchgeführt und 1982 publiziert. Spätere Veröffentlichungen, wie z. B. die Aufsatzsammlung von McEwan (1997), stützen sich lediglich auf Sekundärquellen.

Die Selk’nam ernährten sich fast ausschließlich von Fleisch, das alle paar Tage frisch gejagt wurde. Es wurde niemals roh gegessen, sondern in dicken Stücken im Feuer gebraten. Im Norden der Insel aß man vor allem von einer Kammratten-Gattung (Ctenomys magellanicus, auch Tukotuko genannt, von Gusinde fälschlicherweise als Cururo bezeichnet), im Süden ausschließlich Guanakofleisch. Bei der Jagd auf das Guanako wurden neben Pfeil und Bogen auch Hunde verwendet. Die Ratten fing man mit einer List: Die Erde über dem Rattenbau wurde nachts bis auf eine dünne Schicht abgetragen; tagsüber, wenn das Tier im Bau saß, wurde die Decke mit der Ferse eingetreten und die Ratte verschüttet oder zerquetscht.

Pflanzen wurden nahezu gar nicht gegessen, am häufigsten dabei noch Wurzeln, Pilze und Beeren. Außerdem kannten sie ein Mehl aus Körnern der Descurainea canescens, das zwischen zwei unbearbeiteten Steinen gemahlen und anschließend mit Wasser oder Fett vermischt wurde.

Die Selk’nam hatten keine dauerhaften Siedlungen, sondern wechselten den Standort in Anpassung an die Bedingungen der Jagd. Jede Familie baute sich üblicherweise ein eigenes Zelt. Ein Zelt bestand aus Holzpfosten, die konisch aneinandergelehnt waren und mit Leder ummantelt wurde. In einer Höhe von 30cm stopfte man zwischen die Prügel Erdballen und Rasenklumpen. Im Norden der Isla Grande, wo es an Holzpfosten mangelte, baute man oft auch nur einen Windschutz, dessen wenige Pfosten man mitführte. In der Mitte der Hütte wurde mit Feuersteinen ein Feuer entzündet, das tagsüber und nachts Wärme spendete und auf dem man das Fleisch briet.

Das wichtigste Kleidungsstück der Selk’nam war ein Fellmantel, der aus Guanakofell oder zusammengenähten Kammrattenfellen bestand und den man mit dem Fell nach außen trug (im Unterschied zu den Tehuelche nördlich der Magellanstraße). Dieser Mantel diente auch als Schlafdecke. Außerdem trug man häufig Ledermokassins. Ein erwachsener männlicher Selk’nam trug außerdem auf Wanderungen und auf der Jagd ein dreieckiges Fellstück um den Kopf gebunden, dessen breitestes Eck aufrecht an der Stirn nach oben ragte. Frauen trugen zusätzlich zum Mantel noch einen Schamschurz aus Leder.

Ton, Erde oder Asche wurde bei den Selk’nam sowohl für die Reinigung als auch für die Verzierung aufgetragen. Beschmieren mit Fett, ebenfalls mit roter Erde vermischt, wurde zusätzlich zum Schutz vor Kälte angewandt. Die Bemalung des Körpers mit weiß, schwarz oder rot trug man größtenteils spontan und auf persönliche Initiative bei sich selbst auf

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. Dabei konnte man die aktuelle Stimmung kundtun. Außerdem wurden die Farben bei der wichtigsten Feier der Selk’nam, dem Hain verwendet, um die Indianer als Geister zu verkleiden.

Eine erstaunliche Besonderheit in der politischen Organisation der Selk’nam ist, dass sie sich als eine genau umrissene Volkseinheit begriffen. Begünstigt bzw. begründet wurde dies durch die geographischen Begrenzung auf die Isla Grande. Jede Großfamilie hatte ein genau umrissenes Landstück und jedermann kannte und respektierte dessen Grenzen. Der Ethnologe John Montgomery Cooper nennt 39 solcher Territorien und gibt für die Großfamilie 40-120 Personen an, Gusinde verzeichnet die 39 Territorien auf einer Karte, die dem zum ersten Band gehörenden Bildband beiliegt.

Innerhalb der Großfamilien gab es aber keinerlei politische Unterschiede, die Einzelfamilien hatten alle Freiheiten und stellten die einzig klar umrissene Gruppe dar. Sie gliederten sich wiederum in einzelne Sippen, die neben gleicher Abstammung auch den Ort teilten. Innerhalb solcher Sippen oder Ortsgruppen gab es dann einen Ältesten, der sich „mehr warnend und mahnend, als drohend und schimpfend“ verhielt. Eine Grenzüberschreitung durch Fremde konnte zum Kampf führen, wenn nicht um Erlaubnis gefragt worden war. Selbst wenn Hunde in ein fremdes Territorium gelangten, beschwerte man sich bei der Nachbargruppe. Bei den Selk’nam war der Begriff des Landeigentums sowohl in einem staatlichen Sinn wie auch in einem privaten Rahmen stark ausgeprägt. Der Eigentumsbegriff der Selk’nam und letztlich auch das Landrecht baute auf den Tierbestand auf, der das wichtigste zum Überleben war. Persönlichen Besitz gab es auch, allerdings betraf er nur das Nötigste, da die Selk’nam ständig umherzogen. Der Tauschhandel zwischen den einzelnen Gruppen war sehr rege und auch notwendig, da die verschiedenen Gegenden der Insel verschiedene Materialien, etwa besonders guten Stein für Pfeilspitzen, bereithielten. Auch mit den benachbarten Yámana und Halakwulup wurde getauscht, wenn diese Indianer mit dem Kanu die Isla Grande besuchten. Diebstahl war nach Gusinde äußerst selten.

Selbst der Ethnologe Martin Gusinde, der den Selk’nam sehr wohlwollend gesinnt war, beschreibt die Selk’nam als sehr rachsüchtig und leicht reizbar. Neben Grenzüberschreitungen kam es zu Kämpfen, wenn der Schamane einer Gruppe den Verdacht hegte, dass der Schamane einer anderen Gruppe einen bösen Zauber gegen die Gruppe gerichtet hatte. Den Frauenraub, der in vielen Reisen beschrieben wird, kann Gusinde aber nicht als Motiv für Überfälle auf andere Gruppen bestätigen, eher seien wohl vereinzelt Frauen mitgenommen worden, ohne dass dies der Grund für den Überfall gewesen wäre. Außerdem war Mord ein zwingender Grund für Rache. Die Intensität der Kämpfe reichte von Kriegen, die zahlreiche Leben forderten, über normale Überfälle bis hin zur ritualisierten, wettbewerbsartigen Schlichtung von Streitigkeiten in einem Pfeil-Duell. Die Selk’nam verwendeten bei Angriffen auf befeindete Gruppen Pfeil und Bogen. Oft hatte der Gegner aber bereits sein Lager verlassen, die Frauen hatten die Kinder und Säuglinge in Wiesen versteckt und sich selbst in Sicherheit gebracht, während die Männer an einem taktisch günstigen Ort auf die Angreifer warteten. Dabei baute man auch Schutzwälle aus Erde, Reisig oder Leder. Manchmal gab sich der Feind aber auch mit der Zerstörung der verlassenen Hütten zufrieden.

Bei den Selk’nam gab es eine eheähnliche Institution und ein Verbot vorehelicher Sexualität, das durch sexuelle Anspielungen und heimliche Treffen der Jugendlichen umgangen wurde. Polygamie war bei den Selk’nam vereinzelt üblich, mit mehr als zwei Frauen erntete man aber Spott von den anderen Gruppen. Martin Gusinde konnte bei seinen Forschungen in den 1920ern Vorstellungen von Liebe und Ehe bei den Selk’nam erkennen, die denen der konservativen Sittlichkeitsbewegung um 1920 in Deutschland und Österreich stark ähneln. Da Gusinde stets um eine positive Darstellung der Indianer bemüht war, ist es jedoch nicht auszuschließen, dass er seine Vorstellungen eines konservativen Liebes-, Ehe- und Familienideals auf die Indianer übertragen hat. Berichte anderer Autoren über diesen intimen Bereich des Soziallebens liegen nicht vor.

Der Mann bei den Selk’nam kümmerte sich vor allem um die Jagd. Auch wenn sich die Gelegenheit bot, nahm er nie Pflanzen mit, da dies in der Auffassung der Selk’nam eine reine Frauentätigkeit ist. Zur Jagd gehörte auch die Herstellung der Waffen und die Abrichtung der Hunde. Um das Aufziehen der Kinder kümmerte sich ein Vater erst später, wenn der Nachwuchs die Jagd oder andere Männertätigkeiten von ihm erlernen musste. Außerdem half er seiner Frau bei schweren Arbeiten, z. B. bei der Brennholzbeschaffung oder dem Zusammenbauen der Hütte. Ansonsten war die Frau aber für die Hütte zuständig. Ihre Hauptaufgabe war die Betreuung und Erziehung der Kinder. Außerdem bereitete die Frau für alle Familienmitglieder das Essen, schnitt und briet das Fleisch. Auch die Herstellung von Leder und Kleidung fiel in ihren Bereich. Beim Umzug musste sie neben Zelt und eventuell einem Säugling einen Großteil des Besitzes tragen, damit der Mann bei Gelegenheit einem Beutetier nachjagen konnte. Auch diese Angaben des Ethnologen Martin Gusinde decken sich so stark mit den Idealen einer deutschsprachigen Familie um 1920, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Angaben eine Projektion eigener Wertschätzung sind.

Nach der Geburt aß eine Selk’nam-Frau einen Monat lang außer Innereien kein Fleisch, sondern nur Fische, Pilze, Früchte und Wurzeln. Auch dem Mann wurde empfohlen, sehr wenig zu essen. Zur Reinigung wurden die Kinder mit Tonschlamm eingeschmiert. Die Nabelschnur eines Babys wurde aufbewahrt und Jahre später im Beisein des Kindes an einen gefangenen Vogel gebunden, der anschließend wieder freigelassen wurde. Die Kinder wurden in Fell eingebunden auf einer leiterähnlichen Kindertrage verwahrt, die aufrecht in der Nähe der Mutter stand, während diese ihre Tätigkeiten erledigte. Beim Transport trug sie das Kind auf dem Nacken oder auf dem Rücken, manchmal in einem Lederriemen.

Von großer Bedeutung für den Jahres- und Lebenslauf bei den Selk’nam war das langdauernde Ritual Hain (Der Ethnologe Martin Gusinde nannte es fälschlicherweise Kloketen, nach der Bezeichnung für die Kandidaten). Für das Fest kamen zahlreiche Gruppen für mehrere Monate an einer Stelle zusammen. Die Männer verbrachten einen Großteil der Zeit in einer speziell errichteten Hütte. Zum einen wurden dort die Kloketen, also Jugendliche, die ins Männerdasein überführt werden sollten, mit Mythen unterrichtet und mussten in zahlreichen strengen Proben Ausdauer und Standhaftigkeit beweisen. Außerdem wurden religiöse Rituale mit Gesängen und Tänzen vollführt. Höhepunkt des Festes waren zahlreiche Auftritte von Geistern. Dazu bereiteten die Männer Masken und Verkleidungen für bestimmte Geister aus der Mythologie vor. Jeder Geist, gespielt von einem oder mehreren Männern, trat mehrmals während des Festes auf und zeigte verschiedene Verhaltensweisen. Teilweise dienten die Geister dazu, die Frauen zu erschrecken und sie auf Fehlverhalten hinzuweisen. Andere Geister dienten der Belustigung, teilweise kam es auch zu Spielen zwischen Männern und Frauen. Die Frauen durften die Männerhütte aber nicht betreten und sollten auch nicht erfahren, dass die Geister nur gespielt sind. Bis heute ist unklar, wieviel die Frauen von dem großen und streng gehüteten Geheimnis der Zeremonie wussten. Gusinde war davon überzeugt, dass die Frauen die aufgeführten Geister für echt hielten. Die Ethnologin Anne Chapman konnte bei ihren Forschungen 30 Jahre nach Gusinde bei letzten damals noch lebenden Selk’nam feststellen, dass manche Frauen teilweise erkannten, dass die Geister gespielt sind. Chapman hält das ganze für ein zweiseitiges Theater, wobei die Frauen ihre Reaktion auf die Geister und ihr Unwissen über die Identität der Schauspieler ebenfalls inszenierten. Davon unberührt sei aber der feste Gauben an die Existenz der Geister, bei Frauen wie bei Männern. Er sei unabhängig vom Wissen über die Inszenierung während des Hain. Die Fotos, die Martin Gusinde von den Darstellern der Geister während eines Hain-Rituals gemacht hat, sind bis heute sehr bekannt und werden allgemein mit den Indianern Feuerlands in Verbindung gebracht.

Weniger aufwändig als die männliche Initiation wurde bei den Selk’nam die erste Regelblutung eines Mädchens begangen. Das Mädchen musste sich für einige Tage an spezielle Nahrungsvorschriften halten und wurde im Gesicht bemalt. Sie durfte die Hütte der Eltern nicht verlassen und nicht mehr mit anderen Kindern spielen. Währenddessen kam die Verwandtschaft des Mädchens zu Besuch und belehrte die junge Frau. Nach fünf Tagen begann das Mädchen wieder mit ihrem üblichen Alltag, wurde nun aber als Frau wahrgenommen und strenger behandelt. Mit zahlreichen Unterweisungen bemühte sich die Mutter darum, das Mädchen auf die kommenden Pflichten als Ehefrau und Mutter vorzubereiten.

Bei den Selk’nam vollzog sich eine Beerdigung mit größter Einfachheit. Der Leichnam wurde nicht bemalt und nicht hergerichtet, sondern lediglich in ein oder zwei Fellmäntel eingewickelt und auf mehrere Holzstämme gelegt und festgebunden. Man trug ihn ein gutes Stück vom Lager weg und begrub ihn möglichst unauffällig, weshalb man auch ein zu starkes Aufhäufen von Steinen oder Erde unterließ. Grabbeigaben waren nicht in Gebrauch, der Besitztum wurde verbrannt. Die Trauer fand lautstark mit Weinen und Schreien in den Stunden nach dem Tod statt. Teilweise wurde das Klagen und Weinen über Monate und Jahre regelmäßig weitergeführt. Auch das Anritzen der Haut oder das Schneiden einer Tonsur wurde zur Trauer praktiziert. Für alle, auch für benachbarte Lager galt die Pflicht, sich mit roter Farbe einzureiben, wenn sie von dem Tod erfuhren, während die Angehörigen meist schwarze Holzkohle verwenden. Eine förmliche Trauerfeier wie bei den Yámana gab es dagegen nicht. Wie bei diesen und bei den Halakwulup wurde in den nächsten zwei Jahren vermieden, den Namen des Toten auszusprechen, man umschrieb die Person aber wohl.

Der Ethnologe Martin Gusinde erkannte bei den Selk’nam einen Gott, ein sogenanntes Höchstes Wesen, das Temáukel genannt wurde. Gusindes Beobachtungen, die die einzigen Untersuchungen zur Kosmologie der Selk’nam sind, müssen allerdings kritisch betrachtet werden, da Gusinde von der Wiener Ethnologie beeinflusst war, die nach einem Urmonotheismus forschte. Seine Feuerlandreise war vor allem deshalb von seinem geistigen Vater, Pater Wilhelm Schmidt, gefördert worden, weil dieser sich bei diesen primitiven Kulturen eine Lösung zu der Frage versprach, wie Religion entstanden ist. Deshalb wird heute allgemein angenommen, dass Gusindes Beschreibung eines Höchsten Wesens von dieser Idee beeinflusst ist. Dieser Gott, ein körperloses Wesen, bestrafte und belohnte den Menschen noch während seines Lebens für sein gutes oder schlechtes Handeln und war damit auch der Urheber der ethischen Verhaltensregeln. Auch für den Tod war er verantwortlich. Eine zweite Gottheit war Kenós, der im Auftrag von Temáukel die Erde und die Menschen geschaffen hat. Aber in praktischen Ritualen hatte Temáukel keine Bedeutung, wenngleich die Leute tiefen Respekt vor ihm hatten, wie Cooper berichtet. Gebetet wurde fast gar nicht, anders als bei den Yamana. Gebräuchlich waren allerdings Opfergaben. Nach dem Tod, der von Temáukel ausgelöst wurde, trennte sich die Seele von dem leblosen Körper und lebte weiter. Allerdings, so Gusinde, gäbe es keine allgemeinen genaueren Angaben, wo und wie. Die Wiederkehr ist aber völlig ausgeschlossen. Religiöse Jenseitsvorstellungen hatten für die Selk’nam keine große Bedeutung. Neben diesen zwei Gottheiten gab es böse Geister, die sogenannten Yosi. Sie sind männlich und lüstern. Man nimmt sich vor ihnen in Acht, da sie auch den Tod verursachen können, aber man kann spöttisch und ohne Respekt über sie sprechen.

Wie bei zahlreichen anderen südamerikanischen Indianern gab es auch bei den Selk’nam einen Schamanen, der medizinische und religiöse Aufgaben ausführte. Die Berufung geschah in Träumen, die Ausbildung dazu erhielt ein Junge privat von einem anderen Schamanen. Der Schamane heilte, beeinflusste das Wetter und das Jagdglück und half beim kriegerischen Geschick. Bei der Heilung wurden kleine Objekte, oft Pfeilspitzen, aus dem Körper entfernt. Bei den Selk’nam war die häufigste Aufgabe aber, über die Gruppe eines befeindeten Schamanen Unglück zu bringen, schreibt Cooper. Gusinde dagegen meint, dass der Schamane in erster Linie für persönliche Zwecke in Anspruch genommen wurde. Weibliche Schamanen gab es auch, aber nur sehr vereinzelt und mit einem sehr beschränkten Aufgabengebiet.

Gusinde warnt davor, die Entstehungsgeschichte und die Mythen der Selk’nam zu vereinheitlichen, da beim Erzählen immer persönliche Erlebnisse mit eingeflochten werden. Wie bereits erwähnt, hat Kenós die anfänglich flache und leere Erde so geändert, wie sie heute ist. Ein wichtiger Bestandteil vieler Mythen ist die Vorstellung, dass sich die Ahnen nach ihrem Tod in Tiere, Berge, Sterne oder Winde verwandelt haben.

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Patagonier, Haush, Yámana, Kawesqar