Steiger Award

Die Steiger Awards sind seit 2005 jährlich vergebene Auszeichnungen an Persönlichkeiten, die besonderes Engagement in den Bereichen Toleranz, Charity, Musik, Film, Medien, Sport, Umwelt oder Zusammenwachsen der europäischen Staatengemeinschaft gezeigt haben.

Der Preis ist nach dem Steiger benannt, einem Aufsichtsbeamten, der nach Bergbautradition besonders für Tugenden wie Geradlinigkeit, Offenheit, Menschlichkeit und Toleranz steht. Er trägt Verantwortung für einen Teil des Bergwerks und die ihm unterstellten Personen. Außerhalb des Ruhrgebiets ist der Begriff vor allem durch ein populäres Bergmannslied, das Steigerlied („Glückauf, Glückauf; der Steiger kommt …“) bekannt.
Der Name des Preises soll an die positiven Eigenschaften des Berufs im Bergbau anknüpfen. Die Wahrnehmung der Vergabe soll der kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Förderung der Rhein-Ruhr-Region dienen (Zitat aus der Selbstdarstellung).
Initiiert und von Beginn an organisiert wurde der Preis von Sascha Hellen (Inhaber Hellen Medien Projekte GmbH). Er finanziert die Galaveranstaltung durch Eintrittsgelder (175 Euro bei 500 Gästen). Die Preisträger erhalten kein Preisgeld. Die Preisträger werden frei von Sascha Hellen ausgewählt; Kriterien sind nicht bekannt.
In den ersten beiden Jahren fand die Galaveranstaltung in der Spielbank Hohensyburg statt. Von 2007 bis 2012 war der Austragungsort die Jahrhunderthalle Bochum. Die Verleihung 2013 fand im Dortmunder U statt. 2014 fand die Veranstaltung in der Henrichshütte in Hattingen statt.
Hellen befand sich in verschiedenen Gerichtsverfahren und Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Sponsoren wie den Stadtwerken Bochum. Streitpunkte waren der Atrium-Talk, der Steiger-Award und ein geplantes Paul McCartney-Konzert in Bochum. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt wegen Betruges gegen ihn. Die Stadtwerke Bochum haben alle Verträge mit Hellen gekündigt und klagten vor dem Landgericht Bochum auf Rückzahlung von 250.000 Euro wegen nicht erbrachter Leistungen. Im Februar 2013 gaben die Sparkasse Bochum und Hellen gemeinsam bekannt den bestehenden Sponsoring-Vertrag aufzulösen. Die Staatsanwaltschaft Bochum teilte am 3. September 2014 mit: „Vor dem Hintergrund des Abschlusses der zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen langjährigen Geschäftspartnern hat die Staatsanwaltschaft Bochum jedoch mit Zustimmung des Amtsgerichts Bochum am 3.9.2014 das Ermittlungsverfahren gegen Sascha Hellen gemäß §153 Strafprozessordnung eingestellt, da eine mögliche Schuld als zu gering anzusehen wäre.“ Berücksichtigt worden sei auch, dass Hellen „nicht vorbestraft ist und die mögliche Tat längere Zeit zurückliegt.[] Mit 241.560 Euro hatten die Stadtwerke erst im Februar 2014 ihren Rückzahlungsanspruch beziffert.
Am 12. August 2015 wurde beim Amtsgericht Bochum, Aktenzeichen: 80 IN 412/15, das Insolvenzeröffnungsverfahren über die Hellen Medien Projekte GmbH eingetragen.Mitte September 2015 wurde dieses Verfahren wieder eingestellt.
Der türkische Ministerpräsident Erdogan sollte 2012 den Preis für 50 Jahre deutsch-türkische Freundschaft entgegennehmen. Am 17. März sagte Erdogan wegen eines Hubschrauberabsturzes in Afghanistan, bei dem zwölf türkische Armeeangehörige und zwei Zivilisten ums Leben kamen, die Teilnahme ab. Gegen die Preisvergabe hatte es im Vorfeld Proteste gegeben. Türkische Minderheiten der Armenier, Kurden und Aleviten hatten zu Kundgebungen aufgerufen, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Der Deutsche Journalisten-Verband hatte die Vergabe wegen eingeschränkter Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei kritisiert. Am Nachmittag der Preisverleihung fand eine friedliche Demonstration in Bochum mit 22.000 Teilnehmern statt. Weitere Kritik kam von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände sowie aus Reihen der CSU und der Grünen und von Reporter ohne Grenzen. Der Publizist Ralph Giordano schrieb einen offenen Brief an Gerhard Schröder, der die Laudatio an Erdogan halten sollte.
Die Preisträger werden durch eine Laudatio eines ebenfalls Prominenten geehrt. Überreicht wird ein schwarzes Stück Steinkohle, das in einer Bleiglaskugel verschlossen auf einem Kristallglassockel ruht. Der von Joska Kristall hergestellte Pokal ist circa 25 Zentimeter hoch und wiegt über 2 Kilogramm.
Der Steiger Award 2011 wurde am 12. März 2011 verliehen, die Eröffnungsreden hielten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Oberbürgermeisterin von Bochum Ottilie Scholz. Als Laudatoren fungierten unter anderem Norbert Lammert, Frank Schätzing, Klaus Meine, Thomas Oberender und Aliza Olmert.

Freestyle (Musikstil)

Freestyle, auch Latin Freestyle genannt, ist eine frühe Stilrichtung der Elektronischen Tanzmusik.
Der Stil entstand in den frühen 1980er Jahren, als sich der Electro Funk der Breakdance-Bewegung rasch wachsender Beliebtheit erfreute. Aus Verbindung mit Disco-, Hiphop- und Latin-Elementen entwickelte sich daraus der „Freestyle“. Er zeichnet sich durch 110 bis 130 Beats per minute, 4/4-Takt, Verwendung von Drumcomputer, Synkopisierung an die Basslinie, Gesang mit Refrain, „intelligente“ Keyboard-Kompositionen, progressivem Liedaufbau und häufig starken Einflüssen lateinamerikanischer Musik aus. Die Popularität des Genres währte nur relativ kurze Zeit, den Höhepunkt erlebte der Freestyle im Jahr 1984, als der Song Let the Music Play von Shannon in den internationalen Charts vertreten war. Dennoch beeinflusste der Freestyle die Popmusik der nachfolgenden Jahren in signifikanter Weise.
Obwohl gerade die Musikrichtung Freestyle für die freie Improvisation bei Tanzschritten steht, sind dennoch besondere Tanzschritte in Formation beliebt.

Gari Melchers

Julius Garibaldi Melchers (* 11. August 1860 in Detroit; † 30. November 1932 in Fredericksburg, Virginia) war ein deutsch-US-amerikanischer Maler.

Der Sohn des in Soest (Provinz Westfalen, Königreich Preußen) geboren deutschen Emigranten und Bildhauers Julius Theodor Melchers und seiner Frau Marie Bangetor erhielt 1878 bis 1881 seine Ausbildung bei Hugo Crola, Heinrich Lauenstein, Johann Peter Theodor Janssen, C. Müller, Eduard von Gebhardt und Julius Roeting auf der Kunstakademie Düsseldorf, dann in Paris durch Jules-Joseph Lefebvre und Gustave Boulanger. Befreundet war Melchers mit den Malern John Singer Sargent und George Hitchcock.
Seit dem 14. April 1903 war Gari Melchers mit der Künstlerin Corinne Lawton Mackall (* 27. Februar 1880 in Savannah/Georgia) verheiratet, die ihn um 23 Jahre überlebte. 1942 vermachte sie der Ortschaft Belmont ihr gemeinsames Haus, damit die heutige Gari Melcher Memorial Gallery (auch bekannt als Gari Melchers Home and Studio) als Art Museum und Hommage fungieren konnte. Heute verwaltet es die University of Mary Washington in Fredericksburg. Das Museum öffnete 1975 zum ersten Mal seine Türen.
In vielen seiner Gemälde, die – gerade in seiner späteren impressionistischen Phase – durch leuchtende und frische Farbtöne sowie breite und kräftige Farbbehandlung gekennzeichnet sind (→ Kolorismus), schildert er das Leben des einfachen Volkes in Holland (→ Naturalismus). Melchers gewann bei der Weltausstellung 1900 in Paris eine Ehrenmedaille. Zu seinen späteren Arbeiten zählen Wandmalereien in der Kongressbibliothek von Washington. Melchers wohnte abwechselnd in Paris, Holland und New York. 1909 wurde er Professor an der Kunstakademie Weimar, wo er bis 1914 wirkte. 1915 kehrte er mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten zurück. In New York eröffneten sie ein Studio.
Seine Residenz in Falmouth, das Gari Melchers Home (auch als Belmont bezeichnet), wurde 1965 als National Historic Landmark in das National Register of Historic Places aufgenommen und ist seither eine der 119 historischen Stätten in Virginia.

Iso Lele

Iso Lele
Der Iso Lele (auch: Iso Rivolta Lele und Lele IR6) war ein von 1969 bis 1974 gebautes Sportcoupé des italienischen Herstellers Iso Rivolta. Der auffällig gestaltete Lele war mit Chevrolet- und Ford-Motoren lieferbar. Er war das letzte neue Modell, das Iso vor der insolvenzbedingten Produktionseinstellung 1974 präsentierte.

Der Lele geht auf eine Unikat zurück, das Iso 1969 für einen amerikanischen Kunden hergestellt hatte. Auf der technischen Basis des Iso Rivolta 300 gestaltete Marcello Gandini für Bertone ein stilistisch eigenständiges Fließheckcoupé. Das Fahrzeug wurde 1969 auf dem Turiner Autosalon ausgestellt und erhielt unerwartet viel Zustimmung, so dass sich Piero Rivolta, der die Leitung des Unternehmens nach dem Tode seines Vaters 1966 übernommen hatte, zu einer Serienfertigung entschloss.
Der Lele war ab Mai 1970 lieferbar; das erste Exemplar mit der Fahrgestellnummer 500001 wurde am 2. Mai 1970 fertiggestellt. Der Name des Wagens war eine Reverenz an Piero Rivoltas Ehefrau Rachele, die gemeinhin „Lele“ gerufen wurde.
Im Modellprogramm der Marke Iso war der viersitzige Lele zwischen dem zweisitzigen Hochleistungssportwagen Grifo und der viertürigen Limousine Fidia positioniert. Er nahm damit die Stellung des 1963 vorgestellten IR 300 ein, dessen Produktion Iso wenige Monate nach der Vorstellung des Lele einstellte.
Das wesentlich Neue am Lele war die Karosserie. Die Linien waren eine Melange aus Rundungen und spitzen Winkeln. Die Frontpartie bot Doppelscheinwerfer, die unter einer in die Motorhaube integrierten Klappe zur Hälfte verdeckt waren. Im aktivierten Zustand hob sich der Deckel geringfügig. Dieses Designmerkmal wurde später für die überarbeiteten Iso Grifo übernommen und danach von diversen Konkurrenten kopiert. So fanden sich halbverdeckte Scheinwerfer auch am Lamborghini Jarama, ebenfalls ein Gandini-Entwurf, ferner an einem Entwurf von Pietro Frua für eine zweite Serie des Maserati Quattroporte und schließlich auch an einem Einzelstück von AC Cars namens 429, das auf einem Monteverdi High Speed 375 basierte und ebenfalls von Frua entworfen worden war. Bemerkenswert war auch die Seitenlinie des Lele. Von den hoch angesetzten Seitenpfosten senkte sich die Gürtellinie zunächst ab, um am Heck wieder anzusteigen. Dieses Motiv wiederholte sich bei einer seitlichen Sicke, ferner auch an der Linie der Stoßstangen. Das Fahrzeug endete mit einem weit ausladenden Fließheck, in das eine kleine Kofferraumklappe integriert war. Die Rückleuchten schließlich stammten vom Fiat 124 Coupé der ersten Serie. Damit entsprach das Heckdesign jenem des Iso Fidia.
Von besonderer Eleganz war das Interieur, das durch die verschwenderische Verwendung von Leder und den geschickten Einsatz von dezenten Holzeinlagen einen ausgesprochen wertvollen Eindruck machte. Diese Interieur-Gestaltung wurde kurz darauf für die Limousine Iso Fidia übernommen. Allerdings wurde in der Presse die etwas zufällig wirkende Platzierung der zudem scharfkantigen Hebel und Schalter kritisiert. Die Modelle Lele Marlboro und Lele Sport hatten ein davon abweichendes Armaturenbrett.
Chassis und Fahrgestell entsprachen weitestgehend dem Iso Rivolta IR 300. Bezüglich der Motoren machte der Lele die gleiche Entwicklung wie der Lele und die Limousine Fidia mit: Nachdem anfänglich Chevrolet-Triebwerke eingebaut wurden, stellte Iso 1971 auf Achtzylindermotoren von Ford. Grund hierfür waren wiederholte Zahlungsschwierigkeiten Isos und der Umstand, dass General Motors im Hinblick darauf eine Bezahlung bei Bestellungseingang forderte.
Es gab jeweils unterschiedliche Leistungsstufen, die mit verschiedenen Achsübersetzungen verbunden werden konnten. Die im Iso Grifo verwendeten 7,0- oder 7,4-Liter-Versionen dieser Triebwerke waren im Lele allerdings nicht erhältlich. Folgende Triebwerks- und Getriebeversionen standen zur Wahl:
Daneben verwendete der Lele zahlreiche weitere Technikkomponenten unterschiedlicher Zulieferer. Das Differential wurde von Salisbury bezogen, die Lenksäule entsprach der des Fiat 130.
Das Basisfahrzeug wurde zunächst als Iso Rivolta Lele verkauft. Ab 1971 bekam das Modell den Zusatz IR6, ohne dass sich – abgesehen davon – irgendetwas geändert hätte.
1973 erschien eine Lele Marlboro genannte Version mit einem leistungsgesteigerten Motor. Diese Version wurde von Giotto Bizzarrini und Giuseppe Caso entwickelt. Der Motor wurde überarbeitet; das betraf insbesondere die Ein- und Auslasskanäle. Das Werk gab die Motorleistung mit 360 PS an. Zugleich wurde durch Verzicht auf Dämmmaterial und ein leichteres Interieur, das vor allem aus einem einfacher gestalteten Armaturenbrett bestand, das Gewicht des Lele gesenkt. Die Stoßstangen waren aus Kunststoff gefertigt, und an der Frontpartie installierten Caso und Bizzarrini einen einfachen, aber auffälligen schwarzen Frontspoiler. Die Lele Marlboro-Version sollte einen direkten Bezug zu dem zeitgleich initiierten Formel-1-Auftritt von Iso Rivolta herstellen, den das Werk zusammen mit dem britischen Rennstall Frank Williams Racing Cars und dem Zigarettenhersteller Philip Morris International in der Saison 1973 unternahm. Frühe Werbefotos zeigten Piero Rivolta und Frank Williams neben einem (allerdings normal ausgestatteten) Lele, später entstanden Bilder, auf denen ein Lele Marlboro zusammen mit dem Rennfahrer Arturo Merzario und einem Formel-1-Fahrzeug vom Typ Iso-Marlboro IR1 abgebildet war.
Bis zum Ende des Formel-1-Engagements entstanden nur wenige Exemplare des Lele Marlboro, die in erster Linie an Repräsentanten von Philip Morris geliefert wurden. In der Motorsportliteratur wird eine Spanne von zwei bis fünf Exemplaren genannt. Eines der Fahrzeuge wurde an den Formel-1-Rennfahrer Emerson Fittipaldi geliefert.
Der 1974 präsentierte Lele Sport setzte das Konzept des Lele Marlboro fort. Das Auto entsprach technisch in nahezu allen Details dem Lele Marlboro. Es war – zu einem sehr hohen Neupreis – für die allgemeine Kundschaft erhältlich; angesichts der Ölkrise, die 1974 ihren Höhepunkt erreichte und die Nachfrage nach Hochleistungssportwagen stark fallen ließ, entstanden aber nur wenige Fahrzeuge. Zusammengenommen, dürften etwa 20 Exemplare des Lele Marlboro und des Lele Sport entstanden sein.
Die britische Automobilzeitschrift Car testete im Sommer 1974 einen Lele Sport. Die Tester bezweifelten die Richtigkeit der vom Werk veröffentlichten Leistungsangabe und waren angesichts der gemessenen Beschleunigungswerte der Ansicht, dass sich der tatsächliche Wert auf weniger als 300 PS belaufe. Das Fahrverhalten wurde als „lebendig, aber nicht unkomfortabel“ beschrieben. Der Motor übersteige „nur unwillig“ das Niveau von 5.400 Umdrehungen pro Minute, allerdings werde die Höchstleistung bei 5.800 Umdrehungen pro Minute abgegeben. Der Antriebsstrang des getesteten Fahrzeugs war fehlerbehaftet. Die Tester monierten Ruckbewegungen und Geräusche beim Lastwechsel, und nach einem Betrieb von 7.000 Meilen zerbrach die Kupplung. Insgesamt hielten die Tester den Lele Sport für ein enttäuschendes Auto.
Im Frühjahr 2011 wurde einer der seltenen Lele Sport zum Preis von 52.000 £ zum Verkauf angeboten.
Der Lele war in kommerzieller Hinsicht kein Erfolg. Insgesamt wurden zwischen 1969 und 1974 nicht mehr als 295 Fahrzeuge in allen Versionen hergestellt. Die Produktionszahlen verteilen sich wie folgt:
Produktionszahlen der unterschiedlichen Versionen:
Die ehemaligen ISO-Mitarbeiter Roberto Negri und Maurizio Zanisi gründeten 1976 in Paderno Dugnano, 5 km von Isos altem Werk in Bresso entfernt, das Unternehmen Ennezeta S.r.l. und stellten bis 1979 einige Exemplare der Modelle Grifo, Fidia und Lele her.
Sportwagen (1962–1970): 300 | Grifo | Fidia | Lele | Kleinwagen (1953–1956): Iso Isetta | Prototypen, Einzelstücke und Stilstudien: Grifo Spyder | Varedo | Grifo 90 | Grifo 96 | Lizenzvergabe (1953–1962): Iso España Isetta | BMW Isetta | Vélam Isetta | Isetta of Great Britain | ROMI-Isetta;|

Felix Rogner

Felix Rogner (* 1933 in Zürich) ist ein em. Schweizer Kulturmanager, Medienwirtschafter und Jazzbassist.

Rogner besuchte die Schulen in Zürich. Nach der Handelsmatur und dem Praktikum in der Versicherungsgesellschaft Helvetia studierte er an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich, wo er 1965 mit einer verwaltungswissenschaftlichen Dissertation zum Dr. oec. publ. promovierte. Noch während des Studiums arbeitete Felix Rogner als Geschäftsführer des Schweizer Kabarettisten und Textautors César Keiser sowie als Assistent der Professoren Lutz und Büchner im sozialökonomischen Seminar der Universität Zürich. Die Stadt Zürich übertrug ihm die Leitung des Theaters am Hechtplatz von 1963 bis 1967.
Ab 1964 war Rogner Sekretär für kulturelle Angelegenheiten der damaligen Stadtpräsidenten Dr. Emil Landolt und Dr. Sigmund Widmer.
1967 wurde er vom Schweizer Fernsehen zum Ressortleiter Unterhaltung berufen. 1971 wechselte er in die Kinobranche: als Direktor der Allg. Kinematographen AG war er für die grösste Schweizer Kinokette verantwortlich für die Programmation deren Kinos in Zürich, Basel, Bern und St. Moritz. Nach dem Verkauf der Kinokette an das Medienhaus Jean Frey AG (heute Axel Springer Schweiz AG) übernahm er dort den Aufbau der Aktivitäten im Bereich Neue Medien und war zeitweilig auch Verlagsleiter.
Seit 1989 ist Felix Rogner Inhaber der Kommunikationsagentur PROMEDIA (Public Relations und Geschäftsführungen im Medienbereich). Er zog sich 2009 aus dem aktiven Erwerbsleben zurück und lebt in Zollikon bei Zürich.
Rogner ist verheiratet mit Carla, geb. Keller, und hat zwei erwachsene Kinder und 4 Enkel

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rabensburg

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rabensburg enthält die 10 denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Rabensburg.

Quelle für die Auswahl der Objekte sind die vom BDA jährlich veröffentlichten Denkmallisten des jeweiligen Bundeslandes. Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:
Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Katastralgemeinde und innerhalb dieser die Adresse.
Durch Klicken von „Karte mit allen Koordinaten“ (rechts oben im Artikel) wird die Lage aller Denkmale im gewählten Kartenobjekt angezeigt.
Altlichtenwarth | Asparn an der Zaya | Bernhardsthal | Bockfließ | Drasenhofen | Falkenstein | Fallbach | Gaubitsch | Gaweinstal | Gnadendorf | Großebersdorf | Großengersdorf | Großharras | Großkrut | Hausbrunn | Herrnbaumgarten | Hochleithen | Kreuttal | Kreuzstetten | Laa an der Thaya | Ladendorf | Mistelbach | Neudorf bei Staatz | Niederleis | Ottenthal | Pillichsdorf | Poysdorf | Rabensburg | Schrattenberg | Staatz | Stronsdorf | Ulrichskirchen-Schleinbach | Unterstinkenbrunn | Wildendürnbach | Wilfersdorf | Wolkersdorf im Weinviertel

Goldach (Isar)

Die Goldach ist ein rechter Zufluss zur Isar, der nach etwa 36 km langem, erst eher nördlichen, dann eher nordöstlichem Lauf durch am Rande der und durch die oberbayerischen Landkreise München, Erding und Freising nördlich von Eitting-Gaden in der Hummler Au im Naturschutzgebiet Isarauen von rechts und Südwesten in die Isar mündet.
Am Oberlauf heißt der Bach auf aufeinanderfolgenden Abschnitten Kleine Goldach, dann Nudelgraben, dann Große Goldach, er mündet nach seinem längsten Goldach-Abschnitt zuletzt als Auengraben Nasenbach.

Die Goldach entsteht auf etwa 496 m ü. NHN als Entwässerungsgraben an der Nordseite des Mittleren Isarkanals südöstlich von Ismaning, dicht am Lauf des anschließend das Dorf nördlich durchziehenden Seebachs. Aus solchen Gräben entstehen auch weitere spätere Zuflüsse zur Goldach und zum benachbarten Gewässer Dorfen. Der Oberlauf der Goldach dagegen zieht zunächst unmittelbar neben dem Mittleren Isarkanal, dann neben dem diesen links begleitenden Speichersee ungefähr ostnordöstlich. Hier zweigt dem Westrand des BMW-Testgeländes entlang die kurze Kleine Goldach nach links ab, während die Goldach selbst an dessen Südrand zum Speichersee entlang etwas weiterzieht, um dann am Hals der Wendeschleife das Gelände auf kurzer Strecke zu unterqueren. Unmittelbar danach wird das Gewässer geteilt; nach links geht der Nudelgraben ab, der bald nach Zulauf der Kleinen Goldach nach Norden läuft, während die Goldach selbst, nun zunächst Große Goldach genannt, sich nordöstlich vom Speichersee abkehrt. Schon etwas vor dem Ismaninger Goldachhof beginnt dann der Namenslauf der Goldach. In sie münden Schwarzbach und Weißbach von Süden.
In immer nördlicherem Lauf passiert sie das Sendergelände des Bayerischen Rundfunks an dessen Ostrand. Danach läuft ihr mit dem Strampfbach der heute wohl größte Nebenfluss von rechts zu. Daraufhin fließt sie auf der Grenze zwischen den Landkreisen München links und Erding rechts nordwestlich und zweigt am Gut Zengermoos auf etwa 474 m ü. NHN nach rechts den Zengergraben ab, der das Naturschutzgebiet Zengermoos mit entwässert. Bald danach teilt die Goldach, wo sie zum ersten Male den Landkreis Freising berührt, nach links den Schwaigbach in den neuen Landkreis hinein ab, der in der Folge näher an der Isar nordwärts läuft und als Pförreraugraben schon in Freising in die Isar mündet.
Die Goldach selbst nimmt nach neuem Grenzlauf südlich des Hallbergmooser Dorfes Goldach den Zengergraben wieder auf. Ab hier verläuft die Goldach im Landkreis Freising. Sie durchquert die Ortschaften Goldach und Hallbergmoos und verschwindet nördlich von Hallbergmoos unter der Erde. Hier wird die Sicherheitsfläche der südlichen Start- und Landebahn des Flughafens München unterquert. Sie fließt nun am Flughafengelände entlang nach Norden und unterquert dabei die Bahnstrecke und die Straßenanbindung des Flughafens. Nach einer Wendung nach Osten folgt sie dem nördlichen Rand des Flughafens bis sie sich nach Nordosten abwendet und das Freisinger Dorf Attaching am südlichen Rand berührt. Hier liegt die Mühle Attaching. Im weiteren Verlauf erreicht die Goldach das Gemeindegebiet von Marzling. Nach der Unterquerung der A92 fließt in sie das Marzlinger Au genannte Teilstück des Auenwalds der Isar.
In der Aue fließt sie nahe am Fluss nun mehrere Kilometer lang fast östlich in Mäandern, nimmt dabei vor der Durchquerung eines nördlichen Gebietszipfels wiederum des Landkreises Erding einen Entwässerungsgraben vom Flughafen her auf. Dann schlängelt sie sich unter dem Namen Nasenbach weiter durch den hier sehr breiten Auenwald und mündet schließlich nördlich des Eittinger Dorfes Gaden auf dem diesseitigen Gemeindegebiet des mit seinen Siedlungsteilen auf der nördlichen Seite des Flusses gelegenen Langenbach von rechts und auf etwa 426 m ü. NHN in die Isar.
In den ursprünglichen Verlauf der Goldach und das System ihr zufließender Bäche wurde durch den Bau des Mittleren Isarkanals im oberen Bereich wie auch durch die künstliche Entwässerung im Bereich des Flughafens München stark eingegriffen.
Auf historischen Karten entsteht die Goldach außer aus einer kurzen Kleinen Goldach auch aus einem langen, von jenseits im Süden des heutigen Mittleren Isarkanals zulaufenden Reierbach. Von der Großen Goldach zweigte schon damals der Nudelgraben ab, anschließend lief gleich von rechts und Süden der Hausergraben aus Richtung Aschheim zu, von dem heute nur ein sehr kurzer, Häufergraben (!) genannter Rest im Norden des Speichersees übriggeblieben ist. Zwischen heutigem Goldachhof und der Sendeanlage lief ihr damals auch noch der nicht unbeachtliche Seifbach von Süden zu, dessen kürzerer Lauf, Finsinger Moosgraben genannt, heute über den Strampfbach zufließt.
Das Bachsystem entwässerte früher weite Moosflächen in sich oft natürlich schlängelnden Läufen, von denen heute fast nur schnurgerade Grabenläufe geblieben sind, die eine überwiegend landwirtschaftlich genutzte Landschaft durchziehen; auch der erwähnte Flughafen beansprucht heute große Flächen.
Mündung des Weißbachs (links) in die Goldach (rechts)
Ursprung des Schweigbachs (links) aus Ableitung aus der Goldach (rechts)
Ludwigskanal (Goldach) am Eintritt zur Unterquerung des Flughafens München

Frieden von Utrecht (1474)

Der Frieden von Utrecht wurde 1474 in Utrecht zur Beendigung des 1469 begonnenen Hansisch-Englischen Krieges zwischen der Hanse und England geschlossen.
Das Eindringen englischer Kaufleute, der Merchant Adventurer, in den Ostseeraum (Umlandfahrer) und die ständigen Drangsalierungen des Stalhof, des Kontors der Hansestädte in London, durch die englische Krone führte 1470 zu einem gemeinsamen Krieg der Städte des Wendischen und des Preußischen Viertels der Hanse. Dieser Krieg wurde als Seekrieg in Form eines Kaperkrieges geführt. Bekanntestes Schiff dieses Seekrieges ist die von dem Kapitän Paul Beneke geführte Peter von Danzig. Der Frieden von Utrecht brachte für die Hansestädte unter der Verhandlungsführung des Lübecker Bürgermeisters Hinrich Castorp und des Lübecker Syndicus Johannes Osthusen einen günstigen Abschluss: Das Vordringen englischer Fernkaufleute in den Ostseeraum und deren Handlungsspielräume dort wurden eingeschränkt, der Stalhof in London gesichert und die Privilegien der Hanse dort weitgehend bestätigt. Das Ergebnis förderte auf Jahre den Tuchhandel der hansischen Städte. Für das durch die Rosenkriege krisengeschüttelte England unter König Eduard IV. von England wurde die Sicherheit des Seeverkehrs wiederhergestellt.

Igor Nikolajewitsch Smirnow

Igor Nikolajewitsch Smirnow (russisch Игорь Николаевич Смирнов, wiss. Transliteration Igor‘ Nikolaevič Smirnov; rumänisch Igor Smirnov; * 23. Oktober 1941 in Petropawlowsk-Kamtschatski) ist ein ehemaliger transnistrischer Politiker und war von 1992 bis 2011 der erste Präsident Transnistriens.

Smirnow wurde während des Zweiten Weltkriegs in der fernöstlichen Stadt Petropawlowsk-Kamtschatski, im äußersten Osten der Sowjetunion geboren. Sein Vater war Nikolai Stepanowitsch Smirnow, ein Mitarbeiter der kommunistischen Partei. Seine Mutter hieß Sinaida Grigorjewna Smirnowa und arbeitete als Journalistin und Zeitungsherausgeberin. Als Nikolai Smirnow immer weiter innerhalb der kommunistischen Partei aufstieg, zog die Familie aus der Russischen Sowjetrepublik in die Ukrainische Sowjetrepublik. Da der Vater mittlerweile zum Bezirksratsvorsitzenden von Golopristanski (Oblast Cherson) in der Ukraine aufgestiegen war, führte die Familie dort ein gutes Leben.
Im Sommer des Jahres 1952 wurde Nikolai Smirnow jedoch wegen Unregelmäßigkeiten bei der Versorgung der örtlichen Kolchosen festgenommen. Er wurde zu 15 Jahren Gulag sowie einer anschließenden Verbannung von fünf Jahren verurteilt. Als Angehörige eines Staatsfeindes hatten Sinaida Grigorjewna und ihre drei Söhne Wladimir, Oleg und Igor keinen guten Stand. Nach Josef Stalins Tod im Jahre 1953 wurde Nikolai Smirnow, nach rund einem Jahr Haft, zusammen mit vielen anderen Häftlingen freigelassen. Schließlich fand die Familie nahe dem Uralgebirge zusammen, wo Nikolai Smirnow eine Grundschule leitete und Sinaida Grigorjewna die örtliche Komsomol-Zeitung herausgab.
Igor Smirnow ist gelernter Zerspanungsmechaniker und besuchte später die Abendschule des Bauinstituts in Odessa in der Ukraine. Nachdem er 1959 seine Lehre beendet hatte, kehrte er in die Russische Sowjetrepublik zurück, wo er im Slatoust-Metallwerk arbeitete. Im gleichen Jahr kam er erneut in die Ukraine, um in einem Dynamowerk in der Stadt Nowaja Kachowka in der Oblast Cherson zu arbeiten. Zudem besuchte er 1974 das Maschinenbauinstitut Saporoschje.
1987 kam er schließlich nach Moldawien, wo er Direktor des Großbetriebes Elektromasch in Tiraspol wurde. Dieser Betrieb war mit dem militärisch-industriellen Komplex der Sowjetunion verbunden und unterstand nicht den Ministerien in Chișinău, sondern direkt Moskau.
Mit der Auflösung der Sowjetunion kam es in Moldawien zum Konflikt zwischen den rumänisch sprechenden Teil der Moldauer, deren Vertreter das Land mit Rumänien vereinigen wollten, und ethnischen Minderheiten. Besonders groß war der Anteil der Minderheiten im östlichen Grenzstreifen Transnistrien, wo 1989 von den 601.700 Einwohnern nur 39,9 % Moldauer, aber 28,3 % Ukrainer, 25,4 % Russen lebten. Daneben gab es in Transnistrien auch noch bedeutende Minderheiten an Bulgaren und Gagausen. Zusammen mit russifizierten Moldauern gab es in diesem Landesteil eine klare russischsprachige Mehrheit, die sich von der neuen nationalistischen Politik Moldawiens bedroht sah. Dies führte in mehreren Regionen Moldawiens zu großer Unzufriedenheit und Demonstrationen.
Igor Smirnow, der als Fabrikdirektor großen Einfluss auf die lokale Arbeiterschaft hatte, gelang es, sich an die Spitze der transnistrischen Protestbewegung zu setzen. Die Protestbewegung gegen den neuen moldauischen Nationalismus erhielt immer größeren Zulauf, besonders weil die Führung in Chișinău mit minderheitenfeindlicher Rhetorik immer größere Bevölkerungsteile in Angst versetzte. Smirnow gründete eine eigene politische Partei, den Vereinigten Rat der Arbeitskollektive, der ab 1989 Warnstreiks durchführte. In Wahlen 1990 übernahm Smirnow mit seiner Partei im Großteil Transnistriens die Kontrolle → Hauptartikel: Transnistrien-Konflikt
Smirnow war damals auch Abgeordneter im Obersten Sowjet der Moldauischen Sowjetrepublik und gründete schließlich mit Gleichgesinnten auf dem östlichen Uferstreifen des Dnister unabhängig von der Zentralmacht in Chișinău ein eigenes Staatswesen mit der Bezeichnung Transnistrische Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik (kurz PMSSR). Aus dieser ging das heutige Transnistrien hervor, das sich seit August 1991 offiziell Transnistrische Moldauische Republik bzw. russisch PMR/ Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika nennt. Smirnow wurde am 2. September 1990 zum Vorsitzenden des provisorischen Obersten Sowjets Transnistriens erklärt.
Im Dezember 1991 organisierte man in Transnistrien eine eigene Präsidentschaftswahl, in der Smirnow bei einer Wahlbeteiligung von 78 % mit insgesamt 65,4 % der Stimmen gewählt wurde.
Der stark industrialisierte Landstreifen erwies sich mit seiner großen Stahl-, Textil-, Schuhindustrie, Möbelherstellung, Spirituosen und Wasserkraft als unverzichtbar für die Wirtschaft in Moldawien. So kam es zu einem offenen Konflikt mit Transnistrien. In einem kurzen, heftigen Krieg im Juni/Juli 1992, in dem auf beiden Seiten mehrere hundert Menschen starben, versuchte die moldauische Regierung, den abtrünnigen Landesteil zurückzuholen. Durch die enormen Bestände an Waffen und Munition der 14. Armee, die noch auf transnistrischem Territorium lagerten und auf die transnistrische Einheiten zum Teil zugreifen konnten, stellten die transnistrischen Verbände einen wesentlichen militärischen Faktor dar. Unter dem damaligen Befehlshaber General Alexander Lebed der in Transnistrien stationierten 14. Armee wurde ein Waffenstillstand erzwungen und ausgehandelt, der seitdem von der einer internationalen Friedenstruppe kontrolliert wird.
Von 1991 bis Dezember 2011 regierte Smirnow seine nicht anerkannte Republik als Präsident. Mitglieder seiner Familie bekleideten bzw. bekleiden einflussreiche Positionen in der Administration und Wirtschaft des Landes. Der frühere OMON- und KGB-Offizier Wladimir Antufejew und Vertraute Smirnows bekam eine neue Identität als Wadim Schewzow und hat als Minister für Inneres und Sicherheit die Kontrolle über den transnistrischen Geheimdienst MGB. Mit Bezug auf Transnistrien und Smirnow meint der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk: „Ein alter Apparatschik verkleidet sich als amerikanischer Sheriff und kassiert den ganzen Einsatz.“
Igor Smirnow regierte als Präsident autokratisch im Stile der Sowjetunion unter Verweis auf die ständige Gefahr der Regierung aus Chișinău, die er als „national-faschistisch“ bezeichnet.
Verhandlungen mit Chișinău, etwa über eine Konföderation oder eine Autonomie, verliefen unter gegenseitigen Schuldvorwürfen ergebnislos, da Smirnow auf der Anerkennung Transnistriens als eigenes Völkerrechtssubjekt besteht – eine Forderung, welche die Republik Moldau nicht zu akzeptieren bereit ist.
Seit 1991 fanden vier Präsidentschaftswahlen statt, die er bis auf die letzte alle deutlich gewann. 1991 setzte er mit 65,1 % gegen den Zweitplatzierten Grigori Marakuza (31 %) durch. Marakuza wechselte nach der Wahl in Smirnows Partei. 1996 gewann er mit 72 % gegen Wladimir Malachow mit 20 %, 2001 erhielt er 81,9 %, während seine Konkurrenten Tom Senowitsch mit 6,7 % und Alexander Radtschenko mit 4,6 % chancenlos blieben.
2006 gewann Smirnow mit 82,4 %, Nadeschda Bondarenko von der Kommunistischen Partei erhielt 8,1 % der Stimmen, Andrei Safonow, Besitzer und Herausgeber der oppositionellen Zeitung Nowaja Gaseta, 3,9 %. Keine dieser Wahlen wurden von der internationalen Gemeinschaft anerkannt, da Transnistrien kein Völkerrechtssubjekt ist. Smirnow hatte seinen Rückzug aus der Politik für den Fall angekündigt, dass Transnistrien als souveräner Staat anerkannt wird und er damit sein Lebensziel erreicht hat.
Smirnow kündigte im September 2011 an, bei den im Dezember des gleichen Jahres stattfindenden transnistrischen Präsidentschaftswahlen 2011 erneut kandidieren zu wollen. Russland entzog ihm für diese Wahl seine Unterstützung, da er mittlerweile als Hindernis für eine Verhandlungslösung des Konfliktes gesehen werde, und unterstützte stattdessen den Sprecher des transnistrischen Parlamentes, Anatoli Kaminski. Entgegen Umfragen, welche Smirnow an der Spitze gesehen hatten, kam er im ersten Wahlgang hinter dem Oppositionskandidaten Jewgeni Schewtschuk und Kaminski nur auf den dritten Platz. In der Stichwahl setzte sich dann Schewtschuk klar gegen Kaminski mit 73,9 % der Stimmen durch.
Am 30. Dezember 2011 übernahm Schewtschuk offiziell die Amtsgeschäfte von Smirnow.
Smirnow lebt seitdem als Pensionär und tritt nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.
Igor Smirnow | Jewgeni Schewtschuk