Kay Voges

Kay Voges (* 14. Mai 1972 in Düsseldorf) ist ein deutscher Schauspiel- und Opern-Regisseur und seit der Spielzeit 2010/2011 Intendant des Schauspiels am Theater Dortmund.

Voges begann seine Theaterkarriere 1996 als Regieassistent am Theater Oberhausen. 1999 inszenierte er dort sein erstes Stück „Flußpferde“ von Anneli Mäkeläe. Von 1999 bis 2003 war Kay Voges Teil der künstlerischen Leitung am Theater Oberhausen. Ab 2003 war er als freier Regisseur an verschiedenen Theatern beschäftigt, darunter am Staatstheater Darmstadt, am Theater Magdeburg an den Städtischen Bühnen Münster, am Theater Bonn, am Staatstheater Kassel, am Schlosstheater Moers und am Staatsschauspiel Dresden. Wichtige Arbeiten dieser Jahre waren Ein Sommernachtstraum von Shakespeare / Mendelssohn Bartholdy und Tartuffe von Molière (beide in Dresden), „Kränk“ von Martin Heckmanns (Kassel), „The Making of B-Movie“ von Albert Ostermaier (Darmstadt), die Uraufführung von „Unser Lied. Nibelungendestillat“ von Helmut Krausser und Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (beide Bonn) sowie Lessings Emilia Galotti und Miss Sara Sampson (in Bonn und Magdeburg) und die Uraufführung von „Sowas in der Art“ von Terézia Mora (Ruhrtriennale). 2005 gründete er zusammen mit dem Dramaturgen Klaus Schmidt das freie Theater neue bühne krefeld.

Seit der Spielzeit 2010/2011 ist Kay Voges Intendant am Schauspiel Dortmund. Dort inszenierte er zahlreiche Stücke und Stoff-Bearbeitungen, u. a. Woyzeck, Der Meister und Margarita, „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz, Endspiel (Beckett), Das Fest in der Bearbeitung von Alexander Kerlin sowie die Multimedia-Performance und Stückentwicklung „DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen“. Voges’ Dortmunder Arbeiten wurden wiederholt ausgezeichnet: „Einige Nachrichten an das All“ erhielt den Hauptpreis „Beste Regie“ beim , der Film zur Inszenierung gewann 2014 den Preis für die beste Regie beim St. Petersburg und den zweiten Preis in der Kategorie „Experimental Film“ beim Los Angeles.

Für seine Inszenierung von Das Fest wurde Voges für den deutschen Theaterpreis Der Faust 2013 in der Kategorie „Regie Schauspiel“ nominiert. Dies war auch die erste Inszenierung, die sich den eigens konzipierten Regeln des Dogmas 20_13 verpflichtete – einem vom Schauspiel Dortmund veröffentlichten Manifest, dass sich für eine engere und unmittelbarere Verzahnung zwischen Theater- und Filmwelten aussprach.

Voges ist bei seinen Arbeiten auch als Autor und Co-Autor tätig, so z. B. 2008 mit „ALICE //. .und verdau dich selbst Sehnsucht du! // Eine Expedition“ im Schlosstheater Moers und 2013 mit „DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen“ am Schauspiel Dortmund, beide zusammen mit Alexander Kerlin. Weitere Eigenproduktionen waren „DIE SHOW“, ein fiktiver Fernsehabend in Anlehnung an Das Millionenspiel, sowie „DIE BORDERLINE PROZESSION“.

2013 feierte Voges mit der Inszenierung von Richard Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg an der Oper Dortmund sein Debüt als Opernregisseur. 2015 folgte seine zweite Oper, Der Freischütz, an der Staatsoper Hannover. Diese löste einen handfesten Theaterskandal aus und nötigte die Hannoveraner CDU dazu, von „unsäglichem Kulturverlust zu Gunsten vermeintlich wichtiger Dekonstruktion, angeblich gegenwartsbezogener Kontextualisierung und offenbar sensationsgetriebener Einmaleffekte“ zu sprechen.

2015 erhielt das Schauspiel Dortmund unter Voges’ Intendanz den zweiten Platz in der Jahreskritikerumfrage von Theater heute als Theater des Jahres, zusammen mit der Berliner Schaubühne sowie dem Maxim-Gorki-Theater.