Ruth Moufang

Ruth Moufang (* 10. Januar 1905 in Darmstadt; † 26. November 1977 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Mathematikerin. Sie war die erste promovierte deutsche Frau, die als Naturwissenschaftlerin in der Industrie eine Anstellung erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie die erste deutsche Mathematikerin, die ein Ordinariat erhielt. Sie lehrte bis zu ihrer Emeritierung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu Frankfurt am Main. Ruth Moufang war die dritte Frau in Deutschland, die in dem Fach Mathematik habilitiert worden war. Dank ihrer wissenschaftlichen Forschungen, gingen die Begriffe Moufang-Ebene, Moufang-Identitäten und Moufang-Loop in die naturwissenschaftliche Terminologie ein.

Ruth Moufang ist die Tochter von Eduard Moufang, promovierter Chemiker (1874–1941) aus Palermo, und Else Moufang, geborene Fecht. Eduard Moufang war Sohn des Friedrich Carl Moufang (1848–1885) aus Mainz, Kaufmann in Frankfurt am Main und der Elisabeth Moufang, geb. von Moers aus Mainz. Else Moufang war Tochter des Alexander Fecht (1848–1913) aus Kehl und der Ella Fecht, geb. Scholtz (1847–1921) aus Tilsit.
Ruth Moufang besuchte ab 1913 das Realgymnasium in Bad Kreuznach und legte dort 1924 ihr Abitur ab. Von 1925 bis 1929 studierte sie Mathematik, Physik und Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität|Universität Frankfurt am Main. Sie schloss ebenda ihr Mathematikstudium, Nebenfach Physik, mit dem Staatsexamen ab. Ruth Moufang war die erste weibliche Studierende im Studiengang Mathematik der Universität in Frankfurt am Main
1930 wurde Ruth Moufang bei Max Dehn mit dem Thema „Zur Struktur der projektiven Geometrie der Ebene“ zum Dr. rer. nat. promoviert. Im Anschluss erhielt sie ein Stipendium nach Rom, um dort ihren Wissensbereich zu vertiefen. In den folgenden Jahren hielt sie Gastvorlesungen an den Universitäten von Frankfurt am Main und Königsberg. In dieser Zeit gelangen ihr für die synthetische Geometrie bedeutsame Entdeckungen über projektive Ebenen. Zum Beispiel zeigte sie, dass Ebenen, in denen der kleine projektive Satz von Desargues allgemeingültig ist, stets als Koordinatenebenen über einem Alternativkörper dargestellt werden können. Ihr zu Ehren nennt man diese Klasse von projektiven Ebenen Moufang-Ebenen.
Im Sommer 1936 wurde Ruth Moufang mit ihrer Schrift über Geordnete Schiefkörper an der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu Frankfurt am Main habilitiert. Da sie eine Frau war, wurde ihr die Venia Legendi unter der nationalsozialistischen Regierung versagt, weshalb sie von 1937 – 1945, bis zum Ende des Naziregimes, in einem Forschungsinstitut der Firma Krupp, zunächst als wissenschaftliche Assistentin, ab 1942 als Abteilungsleiterin der Abteilung für Angewandte Mathematik und Mechanik, arbeitete.
Nach dem Krieg kehrte Ruth Moufang an die Goethe-Universität nach Frankfurt zurück. 1946 erhielt sie dort ihre Venia Legendi und 1951 ein planmäßiges Extraordinariat. Im Jahr 1957 wurde sie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main als ordentliche Professorin auf den Lehrstuhl für Mathematik berufen. Ruth Moufang lehrte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 1970.
Ruth Moufang gilt als Begründerin eines neuen Forschungsgebiets, das sich mit der Untersuchung projektiver Ebenen auseinandersetzt. In diesem Kontext gelang es ihr, Geometrie und abstrakte Algebra zu verbinden. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens bildete im Bereich der Mechanik die angewandte Elastizitätstheorie. Die Begriffe Moufang-Ebene, Moufang-Loop und der Moufangsche Elastizitätsmotor sind mit ihr verbunden.
Alternativkörper, Moufang-Ebene, Moufang-Identitäten, Oktonionen, Quasigruppe, Satz von Desargues, Moufang-Loop

Alois Morgenstern

Alois Morgenstern (* 13. Juni 1954 in Spittal an der Drau) ist ein ehemaliger österreichischer Skirennläufer. Seine Spezialdisziplin war der Slalom. Er wurde 1972 Junioren-Europameister und erreichte einen Podestplatz im Skiweltcup. Bei den Olympischen Winterspielen 1976 belegte Morgenstern den siebenten Platz im Slalom. Er ist ein Onkel des Skispringers Thomas Morgenstern.

Morgenstern wurde Anfang der 1970er-Jahre in den Kader des Österreichischen Skiverbandes aufgenommen. Den ersten großen Erfolg feierte er mit dem Sieg im Slalom bei der erstmals ausgetragenen Junioreneuropameisterschaft 1972 in Madonna di Campiglio. Nachdem er in der Saison 1972/73 seinen ersten Top-10-Platz im Europacup erreicht hatte, stieg er im folgenden Winter in die Weltcupmannschaft auf. Sein bestes Saisonergebnis, gleichzeitig auch das erste in die Punkterängen, also unter den besten zehn, war der sechste Platz im Slalom von Voss am 3. März 1974. Aufgrund einer Verletzung konnte er fast im gesamten nächsten Winter keine Rennen bestreiten.
In der Saison 1975/76 kam Morgenstern in drei Slaloms unter die schnellsten zehn, wobei sein bestes Resultat Rang sechs in Garmisch-Partenkirchen war. Damit konnte er auch an den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck teilnehmen und erreichte im Slalom als bester Österreicher den siebenten Platz. Im Riesenslalom war er ebenfalls am Start, fiel aber im zweiten Durchgang aus.
Sein bestes Weltcupresultat überhaupt erzielte Morgenstern am 10. Jänner 1977: Hinter dem Schweden Ingemar Stenmark und dem Österreicher Klaus Heidegger belegte er den dritten Platz im Slalom von Berchtesgaden. Mit weiteren drei Top-10-Ergebnisses kam er in der Saison 1976/77 auf den elften Platz im Slalomweltcup. Im Jahr zuvor hatte er den zwölften Platz belegt.
Im nächsten Winter erreichte der Kärntner nur noch einmal die Punkteränge (Rang fünf in Chamonix), weshalb er seinen Platz in der Weltcupmannschaft verlor. In der Saison 1978/79 versuchte er über den Europacup wieder in den Weltcup zurückzukehren. Dies gelang ihm jedoch nicht und am Ende des Winters gab er seinen Rücktritt bekannt. Später wechselte Morgenstern zum Fußball und wurde Trainer in der Kärntner Landesliga, in der auch seine drei Söhne spielen.

I Am Kloot

I Am Kloot ist eine englische Band aus Manchester, die 1999 gegründet wurde. Sie spielt Indie-Rock mit oftmals akustischer Instrumentierung.

John Bramwell arbeitete im Club Night&Day als Konzertorganisator und lernte dort die beiden weiteren späteren Bandmitglieder Andy Hargreaves und Pete Jobson kennen.
Das erste Konzert spielte die Band 1999 im vollen Night&Day. Darauf folgten mehrere Singles. Ihr erstes Album Natural History erschien 2001 und wurde in der englischen Presse gelobt: Unter anderem verglich der NME Bramwells Songwritingfähigkeiten mit denen von Morrissey und Stuart Murdoch (Belle and Sebastian); die Stimmung der Platte wurde als zwischen Selbsthass, Zynismus und Zärtlichkeit schwankend beschrieben und das Werk erhielt 8 von 10 Punkten. Produzent von Natural History war Guy Garvey von der Band Elbow.
Das zweite Album, I Am Kloot, erschien zwei Jahre später und wurde von Ian Broudie produziert. Es platzierte sich auf Rang 68 in den britischen Albumcharts. 2005 ging die Band in den Vereinigten Staaten auf Tournee, kurze Zeit später erschien ihr drittes Album, Gods and Monsters. Dieses Album enthält mit Over My Shoulder die mit Position 38 bisher von der Chartplatzierung im Vereinigten Königreich her erfolgreichste Single der Band.
2006 veröffentlichte die Band eine Zusammenstellung von Aufnahmen, die für die Radiosendung von John Peel eingespielt worden waren. 2008 erschien ein weiteres Studioalbum, I Am Kloot Play Moolah Rouge. Im Jahr darauf wurde B herausgebracht, eine Zusammenstellung von B-Seiten und Raritäten.
Am 16. Juli 2010 erschien ihr fünftes Studioalbum Sky at Night. Das Album wurde in der Kategorie „Bestes Album des Jahres“ in Großbritannien für den Barclaycard Mercury Prize 2010 vorgeschlagen. Bei der Produktion standen der Band die Musiker Guy Garvey und Craig Potter von Elbow zur Seite.

Stadtsparkasse Wetter

Die Stadtsparkasse Wetter (Ruhr) ist eine Sparkasse in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Wetter (Ruhr). Sie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts.

Das Geschäftsgebiet der Stadtsparkasse Wetter (Ruhr) umfasst die Stadt Wetter (Ruhr) im Ennepe-Ruhr-Kreis, welche auch Trägerin der Sparkasse ist.
Die Stadtsparkasse Wetter wies im Geschäftsjahr 2014 eine Bilanzsumme von 550 Mio. Euro aus und verfügte über Kundeneinlagen von 313,45 Mio. Euro. Gemäß der Sparkassenrangliste 2014 liegt sie nach Bilanzsumme auf Rang 366. Sie unterhält 6 Filialen/SB-Standorte und beschäftigt 118 Mitarbeiter.
Die Stadtsparkasse Wetter ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört damit auch ihrem Haftungsverbund an. Er sichert den Bestand der Institute und sorgt dafür, dass sie auch im Fall der Insolvenz einzelner Sparkassen alle Verbindlichkeiten erfüllen können. Die Sparkasse vermittelt Bausparverträge der regionalen Landesbausparkasse, offene Investmentfonds der Deka und Versicherungen der Provinzial NordWest. Im Bereich des Leasing arbeitet die Stadtsparkasse Wetter mit der Deutschen Leasing zusammen. Die Funktion der Sparkassenzentralbank nimmt die Landesbank Hessen-Thüringen wahr.
51.3860267.387949Koordinaten: 51° 23′ 10″ N, 7° 23′ 17″ O

Einwohnerwehr

Einwohnerwehren bildeten sich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges besonders im monarchistisch-konservativen Bayern.

Nachdem in Reaktion auf den Spartakusaufstand in Berlin im Januar 1919 bereits erfolgreich Bürgerwehren zu Stabilisierung der Lage beitrugen, wies das Reichswehrministerium am 22. März 1919 alle Generalkommandos an, lokale Bürgerwehren zu zentral gelenkten Einwohnerwehren auf Landesebene nach einheitlichen Muster auszugestalten. Die neu geschaffenen Einwohnerwehren sollten über eine Reichszentrale dann direkt der Reichswehrführung unterstellt werden. Als Aufgabenbereich wurde ein lokaler Ordnungsdienst im Zusammenwirken mit der örtlichen Polizei definiert. Im Notfall sollten die Einwohnerwehren jedoch als stille Heeresreserve dienen. Infolge der alliierten Entwaffnungsgebote wurden die Einwohnerwehren auf Reichsebene aus ihrer militärischen Unterstellung gelöst und den einzelnen Länderministerien unterstellt. Die Alliierten verstanden die Einwohnerwehren weiterhin als Wehrersatzformation, die gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages aufzulösen seien. Nach dem gescheiterten Kapp-Putsch verfügte der preußische Innenminister die Auflösung der Einwohnerwehren. Dieser Verfügung schlossen sich im Sommer 1920 die übrigen Länder des Reiches und das Reich an. Lediglich Bayern weigerte sich seine Einwohnerwehren aufzulösen und hielt den Apparat ein weiteres Jahr am Leben.
Durch eine Verordnung des Rates der Volksbeauftragten vom 13. Januar 1919 wurden die Einwohnerwehren zur Republikanischen Schutztruppe zusammengefasst und in Preußen durch eine Verordnung des sozialdemokratischen Innenministers Heine vom 18. März 1919 einheitlich organisiert.
Entgegen der Konzeption der SPD (Hinein in die Einwohnerwehr!) traten in den Einwohnerwehren nationalistische Zielsetzungen hervor, die vorwiegend von bürgerlichen Kreisen getragen wurden.
Im Kabinett Eisner versuchte Erhard Auer am 18. November 1918 eine Bürgerwehr um Rudolf Buttmann, Christian Roth und Julius Friedrich Lehmann aufzubauen. Am 26. November 1918 empfing Albert Roßhaupter Mitglieder der Thule-Gesellschaft sehr wohlwollend. Am 27. Dezember 1818 riefen Erhard Auer und Johannes Timm zur Gründung einer „Bürgerwehr mit ehrenamtlichem Charakter“ auf.
Nachdem die bayerische Staatsregierung, aufgrund der revolutionären Ereignisse, im Zuge des Ausrufes der Münchner Räterepublik nach Bamberg fliehen musste, ließ sich der bayerische Ministerpräsident Hoffmann vom Reichswehrminister Noske überzeugen, eine Bürgerwehr nach preußischen Vorbild aufzubauen und rief bereits am 14. April 1919 Arbeiter, Bauern und Bürger auf, zu den Waffen zu eilen und eine freiwillige Volkswehr zu bilden. Infolgedessen kam auch Rudolf Kanzler in den Besitz einer Generalvollmacht „zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung“, welche verbunden war mit einer Finanzierungszusage von 500.000 Mark. Diese und weitere Vollmachten nutzte Kanzler zum Aufbau eines Freikorps, welches an der Eroberung der Spartakistenhochburg Kolbermoor mitwirkte. In der Folgezeit nutzte Kanzler das von ihm aufgebaute und bewaffnete Freikorps, um flächendeckend Einwohnerwehren zu organisieren. Von Rosenheim ausgehend, begann Kanzler Ableger seiner Einwohnerwehrorganisation in den umliegenden Gemeinden zu gründen. Schritt für Schritt vergrößerte sich sein Einflussgebiet, wobei er sternförmig vorging. Auch in Isen begann der Forstrat Georg Escherich, welcher über zahlreiche Kontakte zur Politik und zum Militär verfügte, mit dem Aufbau einer Einwohnerwehr. Mitte April 1919 hatte er bereits die Ortswehr seines Bezirks Isen aufgestellt. Von dort aus gründete er, wie Kanzler, in den umliegenden Gemeinden weitere Einwohnerwehren, welche er im „Isengau“ zusammenschloss und sich am 14. Mai 1919 auf einer Versammlung in Haag zu deren Gauhauptmann wählen ließ. Eine weitere Urzelle bildete sich in Wasserburg am Inn, wo vom Freikorpsführer Heinrich Schneider am 6. Mai die Organisation der Einwohnerwehren an alle Gemeinden des Bezirksamtes verkündet. Am 21. Juni 1919 berief der Regierungspräsident von Oberbayern Gustav Ritter von Kahr die sämtlichen Bezirksvorstände von Oberbayern zu einer Besprechung der Einwohnerwehrangelegenheit ein. Diese Besprechung, welche zum Ziel hatte sämtliche Bezirksvorstände für den Zusammenschluss und weiteren Ausbau der Einwohnerwehren für zunächst ganz Oberbayern zu gewinnen, war von Erfolg gekrönt. In der Folge kam es jedoch zu Streitigkeiten zwischen Escherich und Kanzler bezüglich der Struktur des aufzubauenden Wehrapparates und der Abhängigkeit von der bayerischen Staatsregierung. Escherichs Konzept, was rein bürgerlich und antisozialdemokratisch angelegt war und somit beim Beamtenklüngel um von Kahr sehr viel mehr Gehör fand, konnte sich letztendlich durchsetzen. Um die Differenzen jedoch aus dem Weg zu räumen, bot man Kanzler die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden der bayerischen Einwohnerwehren an. Nachdem Escherich ende August 1919 in Franken erfolgreich für die Einwohnerwehr werben konnte, so dass Würzburg, Bayreuth, Nürnberg und Bamberg Gaue der Einwohnerwehren Bayerns wurden, folgte am 27. September 1919 die Gründung des Landesverbandes der Einwohnerwehren Bayerns. Zum Landeshauptmann wurde am 16. Dezember Georg Escherich und zu dessen Stellvertreter Rudolf Kanzler gewählt. Um wenigstens formell dem Konflikt mit dem Versailler Vertrag aus dem Weg zu gehen, erfolgte am 4. März 1920 die Umgliederung in einen privatrechtlichen Verein.
Für Anfang 1919 schätzte der bayerische Innenminister Fritz Endres die personelle Stärke der bayerischen Einwohnerwehren auf rund 200.000 Wehrmänner. Für Januar 1920 gab Rudolf Kanzler den Mitgliederbestand mit rund 260.000 und für Mai 1920 mit schon über 300.000 Wehrleuten an.
Grundsätzlich sollte jeder Wehrmann mit einem Gewehr 98 und 50 Patronen und jede Ortswehr mit einem MG und 2000 Patronen ausgerüstet sein. Beschafft wurden die Waffen größten Teils über die Reichswehrbrigade 21 (Brigade Epp) deren Waffenreferent Ernst Röhm eine große Menge an Waffen an die Einwohnerwehr lieferte. Man wollte mit den Waffentransfers den Zugriff der Siegermächte auf die Reichswehrwaffen unterbinden und den Grundstock für eine Neuaufrüstung legen. Bis Oktober 1919 konnten alle südbayerischen Gaue mit ausreichend Waffen, Munition und Wehrmaterial versorgt werden. Escherich gab in seinem unveröffentlichte Manuskript an, dass bis zu diesem Zeitpunkt über „2,5 Mio. Infantriegewehre, 130.000 leichte M.G., 3000 schwere M.G., 100 leichte Feldartillerie-Batterien, eine ganze Reihe 15-cm-Haubitzen und 13-cm-Langrohrkanonen sowie 30 Flugzeuge neuster Bauart nach Bayern“ geliefert wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die Bewaffnung Nordbayerns noch nicht abgeschlossen. Da aber in ganz Bayern die transferierbaren Waffenbestände zur Neige gingen, wurde der Versuch unternommen, die fehlenden Bestände beim Preußischen Innenministerium anzufordern. Daraufhin setzten sich im Februar 1920 200.000 Gewehre, 10 Mio. Patronen, 3 Panzerwagen und weiteres Wehrmaterial mittels Zug in Bewegung, Richtung der beiden Einwohnerwehr-Waffengroßlager Wasserburg und Erlangen. Somit war es möglich, ganz Bayern mit Waffen auszurüsten.
Wichtigste Waffe war das Gewehr 98 als Langwaffe und die Pistole 08 als Kurzwaffe. Eher selten waren Gewehr 88 (Ortmeier und Klein zeigen allerdings eine Aufnahme mit Wehrmännern, ausgerüstet mit dem G88), Karabiner 98a, Mauserpistole C96 oder Mauserpistole M14.
Erst am 10. März 1920 wurde eine Markierungsanweisung erlassen. Die verwendeten Waffen wurden vor allem mit Brandstempeln (Schaft) mit dem Kürzel E.W.B. bezeichnet. Stoffteile wurden mit Farbstempeln, Metallteile mit Schlagstempeln gekennzeichnet.
Mitte 1921 konnte sich die Reichsregierung dem alliierten Druck nicht mehr widersetzen, bereits im April wurde die Entwaffnung angeordnet. Am 27. Juni 1921 lösten sich die Orgesch und die bayerischen Einwohnerwehren auf. Von den mindestens 350.000 Gewehren wurden nur 169.800 zurückgegeben.

Franz von Falkenhayn

Franz Graf von Falkenhayn (* 17. November 1827 in Wien; † 7. September 1898 auf Gut Ottenschlag) war ein österreichischer Gutsbesitzer und Politiker und Forstmann.
Er entstammte dem alten meißnischen Adelsgeschlecht Falkenhayn und war der Sohn des k.u.k. Generals der Kavallerie Eugen Graf von Falkenhayn (1792–1853) und der Sternkreuzordensdame Karoline Gräfin Colloredo-Wallsee (1802–1835).
Falkenhayn war Gutsherr auf dem elterlichen Ottenschlag und auf Walpersdorf. Er war Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, Ritter vom Orden der Eisernen Krone erster Klasse, k.u.k. Kämmerer, Geheimer Rat und Oberstleutnant. Zudem war er Präsident der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz. Er war von 1865 bis 1871 Abgeordneter des konservativen Großgrundbesitzes zum Landtag von Niederösterreich, 1867 kurzzeitig Reichsratsabgeordneter und anschließend erbliches Mitglied des Herrenhauses, das Oberhaus des Reichsrates. Als Obmann der forstlichen Landesversuchsstelle, Mitbegründer und langjähriger Vizepräsident des niederösterreichischen Forstschulvereins und Präsident des niederösterreichischen Forstvereins machte er sich einen über die Landesgrenzen hinaus bekannten Namen und erhielt zahlreiche ausländische Ehrungen.
In erster Ehe heiratete Falkenhayn am 24. Mai 1854 in München Eleonore Prinzessin zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein (* 2. Mai 1834 in München; † 13. Juli 1856 in Wien), die Tochter des Prinzen Karl zu Oettingen-Oettingen auf Schloss Seyfriedsberg (1796–1871) (siehe auch: Haus Oettingen) und der Julia Gräfin von Dietrichstein-Proskau-Leslie (1807–1883) aus dem Haus der Reichsfürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg. Prinzessin Eleonore starb nach der Geburt ihres einzigen Kindes Moriz (1856-nach 1930), des letzten Namensträgers dieser Familie und erbliches Mitglied des österreichischen Herrenhauses. In zweiter Ehe heiratete Falkenhayn am 3. März 1861 ebenfalls in München deren Schwester Anna Prinzessin zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein (* 30. August 1840 in München; † 29. Oktober 1903 in Rittersfeld, Bezirk Sankt Pölten-Land).
Aus dieser Ehe stammte Tochter Maria Julia (1865–1956), die spätere Generalleiterin der von ihrer Vorgängerin Maria Teresia Ledóchowska gegründeten Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver. Maria Julia wurde zwei Tage nach ihrem Tod am 31. Mai 1956 auf dem Campo Santo Teutonico in Rom beigesetzt.

Antakya-Stele

Die Antakya-Stele stammt aus assyrischer Zeit und wurde in einem Vorort von Antakya, dem antiken Antiochia am Orontes gefunden. Errichten ließ sie der assyrische König Adad-nīrārī III. (810-781). Auf der oberen Hälfte der Stele sind der König selbst sowie sein General Šamši-ilu zu Seiten einer Säule dargestellt. Die untere Hälfte enthält eine Inschrift in vier Absätzen.
Die Stele befindet sich heute im Archäologischen Museum Antakya.

„Adad-Nirari [III.], großer König, mächtiger König, König des Universums, König von Assyrien, Sohn von Šamši-Adad [V.], mächtiger König, König des Universums, König von Assyrien, Sohn von Šulmanu-ašared [III.], König der vier Viertel.“
„Die Grenze, die Adad-Nirari, König von Assyrien, und Šamši-ilu, der oberste Kriegsherr, errichtete zwischen Zakkur, der Hamathite, und Ataršumki, Sohn von Adraeme: der Stadt von Nahlasi zusammen mit all ihren Feldern, seinen Obstgärten und seinen Siedlungen ist Ataršumki’s Besitz. Sie teilten den Orontes Fluß zwischen ihnen. Dies ist die Grenze.“
„Adad-Nirari, König von Assyrien, und Šamši-ilu, der oberste Kriegsherr, befreien es von allen Verpflichtungen zu Ataršumki, Sohn von Adrame, zu seinem Sohn und seinem nachfolgenden Enkel. Er machte seine Stadt und ihre Territorien […] zu der Grenze seines Landes.“
„Beim Namen von Aššur, Adad und Ber, der Assyrischen Enlil, der Assyrischen Ninlil, und dem Namen Sin, die in Harran wohnt, die großen Götter von Assyrien: Wer auch immer danach diesen Sätzen auf dieser Stele übel nachredet, und diese Grenze mit Gewalt entfernt von dem Besitztum von Ataršumki, seiner Söhne, oder seiner Enkel, und zerstört die geschriebenen Namen und schreibt andere Namen: dürfen Aššur, Adad und Ber, Sin, die in Harran leben, die großen Götter von Assyrien deren Namen auf dieser Stele niedergeschrieben sind, nicht hören zu seinen Gebeten.“

Pornichet

Pornichet (bretonisch Pornizhan) ist eine französische Gemeinde mit 10.531 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire an der Côte d’Amour.

Pornichet liegt an der Atlantikküste, dem Golf von Biskaya, am Küstenabschnitt Côte d’Amour („Liebesküste“) und auf der Halbinsel Guérande. Im Südwesten grenzt Pornichet an Saint-Nazaire im Nordwesten an La Baule. Nantes, die Hauptstadt des Départements liegt etwa 70 Kilometer östlich von Pornichet. Die Gemeinde liegt beim Regionalen Naturpark Brière (französisch Parc naturel régional de Brière) 5 km nördlich.
Bevor Pornichet im April 1900 eine unabhängige Gemeinde wurde, war der Ort zwischen den Gemeinden Saint-Nazaire und Escoublac aufgeteilt. Bis ins 19. Jahrhundert lebte der kleine, von Dünen umgebene Ort vor allem von der Salzgewinnung und der Fischerei. Versteckt („niché“) hinter der Inselspitze von Bé, setzte sich der Ort vor allem aus dem Dorf Saint-Sébastien mit seiner Kirche, einem Dorf (Vieux Pornichet, alter Pornichet) in der Inselspitze und strohgedeckten Hütten entlang einer Fahrrinne, die die Salzgärten der Villès-Liron (an der Stelle des heutigen Hippodroms) versorgte, zusammen.
Während des 19. Jahrhunderts wird die Salzgewinnung kleiner und kleiner, aber der Tourismus entwickelt sich : Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke im Jahr 1879 verbindet diesen kleinen Marktflecken mit der Außenwelt. Dank der Einflüsse der zahlreichen Künstler, Musiker, Schriftsteller und anderen angesehenen Persönlichkeiten, wie Camille Flammarion, die sich regelmäßig in Pornichet aufhalten und dort große Anwesen besitzen, wird aus dem Ort ein touristischer Anziehungspunkt. Der Strand wird Plage des libraires (Strand der Buchhändler) genannt. Ende des 19. Jahrhunderts verschwinden die Salzgärten und machen in der neuen Gemeinde Platz für die Pferderennbahn (Hippodrome), die am 15. August 1907 eingeweiht wird. Der erste bezahlte Urlaub für französische Arbeiter im Jahr 1936 verstärkte die touristische Erschließung und so wurde in diesem Jahr der erste Campingplatz Pornichets im Ortsteil Bonne-Source eröffnet.
Während des Zweiten Weltkrieges war Pornichet ab Juni 1940 von den Deutschen besetzt. Während Nantes schon im August 1944 befreit wurde, konnte die Wehrmacht Pornichet, wie das Saint-Nazaire-Gebiet, die sogenannte Poche de Saint-Nazaire, bis zum 11. Mai 1945 halten.
Seit dieser Zeit besteht in Pornichet neben dem Gemeindefriedhof ein Soldatenfriedhof mit Gräbern von etwa 5.000 deutschen Soldaten: 2.872 aus den Jahren 1942–1945 sowie 2.163, die 1955 aus anderen Friedhöfen der Département von Loire-Atlantique, Maine-et-Loire, Vendée und Deux-Sèvres umgebettet wurden.
Auf diesem Friedhof liegt auch das Grab von Karl Hotz, während des Zweiten Weltkriegs deutscher Feldkommandant von Nantes. Nach einem tödlichen Anschlag durch einen Widerstandskämpfer am 20. Oktober 1941 wurde dessen Tod durch die Ermordung von 48 Geiseln gerächt. Der Friedhof Pornichet ist ein Monument für die Opfer des Nationalsozialismus.
In den 1960er Jahren entsteht die Meerespromenade in ihrer heutigen Form; die Thalassotherapie entwickelt sich. In den 1970er Jahren baut man aufgrund des zunehmenden Touristenandrangs zahlreiche futuristische Hotelbauten entlang der Küste. Aufgrund des entstehenden Wassersports wird 1978 der Freizeithafen (Port de Plaisance) eröffnet, der zu allen Gezeiten schiffbar ist. Er wird im Laufe der Jahre der wichtigste Freizeithafen des Départements.
Der Name „Pornichet“ setzt sich aus der Kombination „port“ – Hafen und „niché“ – versteckt zusammen.
Am 8. März 1999 hatte Pornichet 9668 Einwohner (davon 4580 Männer und 5088 Frauen), bei einer Bevölkerungsdichte von 763 Einwohnern pro km². Im Vergleich zur vorherigen Volkszählung im Jahr 1990 hatte die Stadt 1535 Einwohner mehr. 10,2 % der Bevölkerung waren bei der Volkszählung 75 Jahre alt oder älter. Die Anzahl der in Pornichet lebenden Bevölkerung unterscheidet sich stark nach Jahreszeit. Im Sommer leben schätzungsweise 55 000 Menschen in Pornichet.
Das Klima Pornichets ist maritim. Es zeichnet sich durch milde Winter mit relativ hohem Niederschlag und gemäßigte Temperaturen im Sommer aus. Die Nähe des Golfstroms bewirkt außerdem eine weitere Milderung der Jahrestemperaturen.
Aufgrund der direkten Lage am Meer ist Pornichet stark vom Tourismus geprägt. Es gibt zahlreiche Freizeitangebote wie Minigolf, Wassersport, Tennis und Wandern. Sehenswürdigkeiten der Stadt sind: die Markthalle, das Casino, das 1907 eingeweihte Hippodrom, die Strandpromenade Avenue de l’Océan sowie der angeschlossene Port de Plaisance, der seit dem Jahre 1978 in seiner heutigen Form besteht. Er hat ein Fassungsvermögen für etwa 1000 Boote. Eine Besonderheit dieses Hafens ist, dass er als einziger in der Umgebung sowohl bei Ebbe, als auch bei Flut schiffbar ist.
Pornichet hat vier Kindergärten, vier Grundschulen sowie ein privates Gymnasium.
Pornichet besitzt einen Strandabschnitt von sieben Kilometern, der sich in drei größere Abschnitte einteilen lässt: Plage des Libraires (Länge: 2 km), Plage de Bonne Source (Länge: 2,5 km) und Plage de Sainte-Marguerite (Länge: 1,5 km). Der zentral gelegene Sandstrand, Plage des Libraires, bildet einen nahtlosen Übergang zum Nachbarort La Baule.
Die nächste Großstadt ist das etwa 70 Kilometer entfernte Nantes, wo sich auch der nächste überregionale Flughafen befindet. Der Bahnhof von Pornichet liegt an der Hochgeschwindigkeitstraße Le Croisic-Paris. Durch den TGV erreicht man die 450 Kilometer entfernte französische Hauptstadt in etwa drei Stunden. Nantes erreicht man mit dem Regionalzug (TER Pays de la Loire) in 50 Minuten. Die Schnellstraße N171 (La Baule – Châteaubriant – Laval) verläuft an Pornichet vorbei.
353 Unternehmen und 7 Betriebe haben in Pornichet ihren Sitz. Es existieren 120 Geschäfte, 112 Restaurants und Unterkünfte sowie 66 weitere öffentliche oder halböffentliche Institutionen und Vereinigungen.
Pornichet unterhält seit 1985 eine Städtepartnerschaft mit der saarländischen Stadt Bexbach, sowie mit San Vicente de la Barquera in Nordspanien.
In Pornichet gibt es drei lokale Zeitungen, zwei davon (Ouest-France und Presse-Océan) erscheinen täglich. L’Écho de la Presqu’Île erscheint einmal wöchentlich (freitags). Darüber hinaus gibt es eine kostenlose Wochenzeitung (Estuaire) und eine kostenlose Monatszeitung (Haut Parleur), die jeweils in der Touristeninformation erhältlich sind.
In Pornichet gibt es drei lokale Fernsehsender:
Arthon-en-Retz | Assérac | Batz-sur-Mer | Besné | Bourgneuf-en-Retz | Bouée | Campbon | Chauvé | Chéméré | Corsept | Crossac | Donges | Drefféac | Fresnay-en-Retz | Frossay | Guenrouet | Guérande | Herbignac | La Baule-Escoublac | La Bernerie-en-Retz | La Chapelle-Launay | La Chapelle-des-Marais | La Plaine-sur-Mer | La Turballe | Lavau-sur-Loire | Le Croisic | Le Pouliguen | Les Moutiers-en-Retz | Malville | Mesquer | Missillac | Montoir-de-Bretagne | Paimbœuf | Piriac-sur-Mer | Pontchâteau | Pornic | Pornichet | Prinquiau | Préfailles | Quilly | Saint-André-des-Eaux | Saint-Brevin-les-Pins | Saint-Gildas-des-Bois | Saint-Hilaire-de-Chaléons | Saint-Joachim | Saint-Lyphard | Saint-Malo-de-Guersac | Saint-Michel-Chef-Chef | Saint-Molf | Saint-Nazaire | Saint-Père-en-Retz | Saint-Viaud | Sainte-Anne-sur-Brivet | Sainte-Reine-de-Bretagne | Savenay | Sévérac | Trignac

Petula Clark

Petula Clark, CBE (* 15. November 1932 in Epsom in der britischen Grafschaft Surrey als Petula Sally Olwen Clark) ist eine britische Schauspielerin und Schlagersängerin.

Petula Clark stand schon mit sieben Jahren mit Gesangsbeiträgen auf der Bühne, mit elf hatte sie ihre eigene Radiosendung „Pet’s Parlour“ und bekam 1944 ihre erste Filmrolle in „A Medal for the General“. Bis 1950 hatte sie bereits in 20 Filmen mitgewirkt. Damit war sie zum Kinderstar in Großbritannien geworden. Ab 1949 begann sie Schallplatten zu veröffentlichen. Ihre erste Platte kam in Australien heraus mit der Coverversion des Teresa-Brewers-Titels „Music, Music, Music“. 1950 erhielt sie von der britischen Plattenfirma Polygon Records, aus der später das Pye Label wurde, einen Plattenvertrag. Mit „Where Did My Snowman Go?“ (Polygon P1056) kam sie 1953 erstmals in die britischen Charts (Platz 19). Bis 1957 hatte sie dort bereits sieben Titel platziert. In diesen Jahren war sie auch weiterhin auf der Bühne, in Radio und Fernsehen sowie im Film präsent.
In den britischen Medien wurde Clark weiterhin als Star mit dem jugendlichen Image vermarktet. Die inzwischen 25-Jährige konnte in ihrer Heimat dieser Festlegung nicht entfliehen und ließ sich deshalb ab 1957 in Frankreich nieder, wo sie bereits durch französischsprachige Plattenveröffentlichung und durch ein erfolgreiches Konzert im Pariser Olympia bekannt geworden war. Sie schloss mit der französischen Schallplattenfirma Vogue einen Vertrag ab, die dafür sorgte, dass Clark in den nächsten Jahren in Frankreich mehr Hits hatte als in ihrer Heimat. 1961 heiratete sie den französischen Journalisten Claude Wolff und bekam mit ihm zwei Töchter sowie 1972 einen Sohn.
Ab 1960 begann Petula Clark auch fremdsprachige Platten zu veröffentlichen. Den Anfang machte sie in Deutschland, wo ihre Platten ebenfalls von Vogue herausgebracht wurden. Die erste deutsche Single „Du bist mein Anfang“ / „St. Tropez“ wurde 1960 in den Londoner Pye Studios produziert. Sie wurde jedoch erst zwei Jahre später im Herbst 1962 von Vogue unter der Nr. DV 14027 veröffentlicht, blieb aber erfolglos. Einige Wochen zuvor hatte Petula Clark bereits mit dem deutschen Titel „Monsieur“ (DV 14006) die deutschen Hitparaden erobert, welcher bis Platz 1 vorstieß und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Clark veröffentlichte bis 1971 insgesamt 22 Singles in deutscher Sprache, von denen fünf unter die Top Ten kamen. Daneben besang sie ebenso erfolgreich Schallplatten in italienischer und spanischer Sprache.
1961 meldete sich Clark auch wieder in den britischen Charts zurück. Mit der englischen Coverversion „Sailor“ des deutschen Erfolgstitels „Seemann“ (Lolita, Polydor 24177) erreichte sie Platz 1 in Großbritannien. 1964 begann ihre Zusammenarbeit mit dem britischen Produzenten und Songwriter Tony Hatch und damit die erfolgreichste Zeit ihrer Karriere. Gleich mit dem ersten gemeinsamen Lied „Downtown“ errang Petula Clark 1964 weltweiten Erfolg. In Großbritannien landete sie damit zwar nur auf Platz zwei, konnte aber mit diesem Song auch den US-amerikanischen Markt erobern, wo sich „Downtown“ 16 Wochen in den Charts hielt und zu einem Nummer-eins-Hit wurde. Er wurde mit dem Grammy für die beste Rock’n’Roll-Single ausgezeichnet. In Deutschland landeten sowohl die englische als auch eine deutsche Version auf Platz 1 der Hitparaden. Nach dem gelungen Einstand in den USA, wo Clarks Platten von Warner Bros. veröffentlicht wurden, kam sie bis 1982 noch mit 22 Titeln unter die Top 100 und war mit ihren Songs oft erfolgreicher als in ihrer britischen Heimat. Mit „My Love“ gelang ihr 1966 noch ein zweites Mal der Sprung an die Chartspitze in den USA. Clarks größter internationaler Erfolg war der von Charlie Chaplin komponierte Titelsong aus Chaplins letztem Film „Die Gräfin von Hongkong“. Der 1967 erschienene Titel „This Is My Song“ (deutsche Coverversion „Love – so heißt mein Song“, DV 14605) wurde weltweit in den Charts notiert. Er wurde im Januar 1967 in Los Angeles zunächst in Deutsch, Französisch und Italienisch aufgenommen, zuletzt folgte die englische Fassung, die den größten Erfolg haben sollte. In Großbritannien war es die zweite Nummer-eins-Platzierung.
Unter dem Pseudonym Al Grant arbeitete Petula Clark auch als Songkomponistin. Einige von ihr komponierte Titel erschienen auch als deutsche Coverversionen, zum Beispiel „Darling verzeih“ (DV 14345, Now That You’ve Gone), „Wunderschön wie heut“ (DV 14561, Where Did We Go Wrong) und „Komm tanz mit mir“ (DV 14596, Dance with Me).
Neben ihren Plattenaufnahmen unternahm Clark Tourneen durch Europa, Afrika und schließlich auch durch Nordamerika. In den USA trat sie in Nachtclubs und Fernsehshows auf. Ab 1968 widmete sie sich auch wieder dem Filmgeschäft und übernahm Rollen unter anderem in den Streifen „Finian’s Rainbow“ (1968) und „Good Bye, Mr. Chips“ (1969). 1993 gab sie im Musical „Blood Brothers“ in New York ihr Broadwaydebut. Im Londoner Westend übernahm sie 1995 die Rolle der Norma in Webbers „Sunset Boulevard“. 1998 wurde sie von der britischen Königin Elisabeth II. zum Commander of the British Empire ernannt.
→ Hauptartikel: Petula Clark/Diskografie
Bekannte Lieder:

Breitenbrunn (Schwaben)

Breitenbrunn ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffenhausen.

Breitenbrunn liegt in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben. Die Gemeinde ist 25 km östlich von Memmingen und 15 km nördlich von Mindelheim gelegen.
Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Breitenbrunn, Bedernau und Loppenhausen.
Zu Breitenbrunn gehören unter anderem die Orte Achsenried, Baumgärtle, Bedernau, Blatte, Brandstetten, Fürbuch, Hohenschlau, Kaisersmoos, Korb, Kunzach, Loppenhausen, Oberberghöfe, Staudenberg, Steinbach, Straßberg, Unterberghöfe und Weiherhof.
Breitenbrunn war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte der Herrschaft Mindelheim des Kurfürstentums Bayern. Im Gebiet der heutigen Gemeinde Breitenbrunn liegt auch die ehemalige Herrschaft Bedernau der Freiherren v. Castell. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bedernau und Loppenhausen eingegliedert.
Bürgermeister ist Jürgen Tempel (Bedernau, Breitenbrunn, Loppenhausen).
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 791.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 109.000 €.
Das Wappen wurde am 8. Mai 1974 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.
Blasonierung: „Gespalten von Silber und Schwarz; vorne ein blauer Wellenpfahl, überdeckt von einem Mühlrad in verwechselten Farben, hinten ein silbernes gekerbtes Doppelkreuz.“
Das Wappen gibt mit dem Doppelkreuz in der hinteren Schildhälfte die geschichtlichen Beziehungen des Ortes zum Kreuzherrenkonvent Memmingen wieder, der vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr der Säkularisation 1803 in Breitenbrunn eine Niederlassung hatte. Die Lage der Gemeinde an einem Bach, der seit alters her mehrere Mühlen antreibt, wird durch die entsprechenden heraldischen Zeichen angedeutet.
Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens übernahm der Nördlinger Rudolf Mussgnug.
Die Flagge wurde am 20. März 1991 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt. Die Flagge ist Schwarz – Weiß – Blau (1:1:1) gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.
Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 205, im Bereich Handel und Verkehr 20 und in sonstigen Wirtschaftsbereichen 38 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 770. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 134 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2445 ha. Davon waren 478 ha Ackerfläche und 1967 ha Dauergrünfläche.

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:
Matthias Merkle (* 1816 in Bedernau; † 1881 in Wörishofen), Theologe und Politiker, zudem Lateinlehrer des jungen Sebastian Kneipp
Breitenbrunn | Achsenried | Baumgärtle | Bedernau | Blatte | Brandstetten | Fürbuch | Hohenschlau | Kaisersmoos | Korb | Kunzach | Loppenhausen | Oberberghöfe | Staudenberg | Steinbach | Straßberg | Unterberghöfe | Weiherhof
Amberg | Apfeltrach | Babenhausen | Bad Grönenbach | Bad Wörishofen | Benningen | Böhen | Boos | Breitenbrunn | Buxheim | Dirlewang | Egg a.d.Günz | Eppishausen | Erkheim | Ettringen | Fellheim | Hawangen | Heimertingen | Holzgünz | Kammlach | Kettershausen | Kirchhaslach | Kirchheim i.Schw. | Kronburg | Lachen | Lauben | Lautrach | Legau | Markt Rettenbach | Markt Wald | Memmingerberg | Mindelheim | Niederrieden | Oberrieden | Oberschönegg | Ottobeuren | Pfaffenhausen | Pleß | Rammingen | Salgen | Sontheim | Stetten | Trunkelsberg | Türkheim | Tussenhausen | Ungerhausen | Unteregg | Westerheim | Wiedergeltingen | Winterrieden | Wolfertschwenden | Woringen