Anne Dorn

Anne Dorn (* 26. November 1925 in Wachau; eigentlicher Name Anna Christa Schlegel) ist eine deutsche Schriftstellerin.
Anne Dorn ist Verfasserin von Romanen, Erzählungen, Gedichten, Dramen, Hörspielen, Hörfunkfeatures, Essays und Berichten. Außerdem entwickelte sie sechs Autorenfilme für das Fernsehen. Sie war Akteurin innerhalb verschiedener, auch internationaler Multimediaprojekte. Sie wuchs als zweites Kind von drei Geschwistern auf. Sie besuchte die Dorfschule, ein Realgymnasium und schloss die Lehre bei einer Dresdner Tageszeitung ab. Sie volontierte dort auch im Satz, Druck und der Chemografie, besuchte den Abendunterricht der Kunstgewerbeakademie Dresden und wurde im Juni 1944 noch als Pflichtjahrmädchen ins Salzkammergut beordert. So war sie bei Kriegsende in der amerikanisch besetzten Zone Österreichs, geriet bei der Rückführung in reichsdeutsches Gebiet in die englisch besetzte Zone nach Herford in Westfalen, während ihre Eltern sich in der russisch besetzten Zone befanden. Diese Teilung der Familie war für die Themenwahl ihrer schriftstellerischen Arbeit von Bedeutung. Eine erste Ehe schloss sie mit einem Bühnenbildner in Herford (1945–1948) und eine zweite mit einem Schauspieler (1950–1969) in Lippe, Detmold und Kleve. Von 1948 bis 1952 war sie Kostümbildnerin. Zwischen 1950 und 1959 waren die Geburten der vier Kinder.
Die erste Veröffentlichung erfolgte 1967. 1969 ging sie mit allen Kindern nach Köln, wo sie bis heute als freie Schriftstellerin lebt. Längere Aufenthalte hatte sie in New York, Avignon, Amsterdam und Rom, sie unternahm Reisen nach Polen, Ungarn und die UdSSR. Anne Dorn ist Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller, des PEN-Zentrums Deutschland und der GEDOK. Neben Stipendien, darunter mehrere Reise-Stipendien des Auswärtigen Amtes, erhielt sie 1973 den Förderpreis der Stadt Köln und 1974 den Deutschen Journalistenpreis. 1985 war sie Ehrengast in der Villa Massimo und 2007 erhielt sie die Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859.

censhare

censhare ist ein kommerzielles Informations- und Publishingsystem in Form eines Enterprise-Content-Management-Systems (ECMS) des deutschen Herstellers censhare AG. Es integriert alle eingegebenen Medien-Informationen in einem System, organisiert Inhalte und automatisiert die zugehörigen Prozesse. Das censhare-Publikationssystem ist sowohl ein Redaktionssystem als auch ein Web-Content-Management-System. Es kann für die crossmediale Publikation von Inhalten in verschiedene Medien wie Multi-Format Publishing, Cross Media Publishing und Multi Channel Publishing genutzt werden. Das System findet Anwendung in Medienhäusern und sonstigen Unternehmen und Institutionen für die Erstellung und Ausgabe von Inhalten in alle üblichen Kommunikations-Medien sowie für Unternehmenskommunikation, Marketing, Brand Management, Multichannel-Marketing, Aufbereitung von Vertriebspublikationen und für Kollaboration. Auf technischer Ebene werden Inhalte, Vorlagen, Layouts, Struktur und Nutzerkonten getrennt in einer zentralen Graphdatenbank gespeichert und verwaltet.
Das censhare-System gilt als „Global-Publishing“-Produkt und wird zu den acht führenden Publishingsystemen weltweit gerechnet.

Mit der Entwicklung des Systems wurde 2001 begonnen und es kam 2002 als CoWare-Server auf den Markt. Seit Version 2.0.0 wird das System als censhare vertrieben. 2008 wurde das Herstellerunternehmen CoWare AG in censhare AG umbenannt. Die censhare AG hat ihren Hauptsitz in München, in Freiburg besteht eine Niederlassung. Außerdem bestehen Vertriebsgesellschaften im Vereinigten Königreich, in Italien, in der Schweiz, in den USA, in Indien und in Lateinamerika.
Das System ist in einzelnen Modulen und Tools aufgebaut und wird bis hin zur „All-in-One“-Lösung für Kommunikation und Publishing angeboten. Hauptversionen erscheinen in der Regel alle zwei Jahre, Nebenversionen regelmäßig dreimal pro Jahr und Revisionsversionen je nach Bedarf.
Neben der Produktweiterentwicklung ist die censhare AG als offizieller Partner an der IDML-Entwicklung (InDesign Markup Language) von Adobe Systems beteiligt.
Das censhare-System ist kostenpflichtig und wird zum Kauf von je nach Bedarf konfigurierten Lösungen sowie der jeweils benötigten Lizenzen angeboten. Außerdem werden seit Mai 2009 verschiedene Kommunikationsprodukte als censhare SaaS nach dem SaaS-Modell zu einem monatlichen Mietpreis angeboten, die Laufzeiten betragen dabei 12 bis 48 Monate.
Das censhare-System wird gegenwärtig (2015) bei mehr als 150 nationalen und internationalen Unternehmen und Institutionen eingesetzt. Hierzu gehören unter anderem Medienunternehmen wie Buchverlage, Corporate Publisher, Fachverlage, Zeitschriften- und Zeitungsverlage sowie Finanzdienstleister, Agenturen, Media Services, öffentliche Verwaltungen und Unternehmen aus Industrie und Handel. Das System wird beispielsweise von folgenden Unternehmen verwendet:
Studien
Fachartikel

Liste der Fernstraßen in Nigeria

Diese Liste zeigt die Straßen in Nigeria auf. Es gibt drei Typen von Straßen, zum ersten die Schnellstraßen beginnend mit E, zum zweiten die Nationalstraßen beginnend mit einem A und zum dritten die Nebenstraßen beginnend mit F.
Die Nebenstraßen beginnen mit F.
Ägypten | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Kongo (Dem. Rep.) | Kongo (Rep.) | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Swasiland | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik
Liste der Fernstraßen der Staaten von: Afrika | Asien | Australien und Ozeanien | Europa | Nordamerika | Südamerika

Duktilität

Duktilität (abgeleitet vom lateinisch ducere, dt. ziehen, führen, leiten) ist die Eigenschaft eines Werkstoffs, sich unter Belastung plastisch zu verformen, bevor er versagt. Beispielsweise bricht unbehandeltes Glas ohne erkennbare Verformung; Stahl hingegen kann sich um mehr als 25 % plastisch verformen (je nach Stahlsorte, siehe auch Baustahl), bevor er reißt. Gold ist so duktil, dass es sich auf eine Dicke von wenigen Atomlagen austreiben lässt, siehe Blattgold.
Werkstoffe mit dieser Eigenschaft sind im Bauwesen wichtig, damit ein Tragwerk bei zu großen Spannungen sein Versagen gut sichtbar „ankündigt“, bevor es zusammenbricht. Auch in der Automobilindustrie sind duktile Materialien gefragt, da sich ein Auto im Falle eines Unfalls plastisch verformen und nicht auseinanderreißen soll. Früher war Duktilität ein Synonym für Schmiedbarkeit. Duktile Stoffe sind gut kalt formbar, z. B. durch Tiefziehen, Biegen oder Recken. Nichtduktile (also spröde) Werkstoffe könnten beim Bersten Verletzungen durch umherfliegende Teile verursachen.

Prinzipiell gibt es zwei mögliche Prozesse der plastischen Verformung von Kristallen, also insbesondere für Metalle kristalliner Struktur, nachdem die Last die Fließgrenze überschritten hat. Entweder sie verformen sich biegsam, dann nennt man sie duktil, oder sie verformen sich spröde und zerbersten, dann nennt man sie brüchig.
Viele Werkstoffe verlieren bei tiefen Temperaturen ihre Duktilität und werden spröde. Aufgrund dieses Verhaltens sind viele Bauwerke (Brücken, Schiffe usw.) zerstört worden.
Die Duktilität lässt sich am besten anhand einer schematischen Darstellung definieren. Dort ist ein Riss in einem Material dargestellt. Oben und unten an dem Kristall wirke eine Kraft in Normalrichtung. Verformt sich dann der Kristall, indem sich die beiden Monolagen leicht voneinander trennen lassen, ohne dabei selbst in ihrer Struktur geändert zu werden, bricht offensichtlich das Material auseinander und es wird in diesem Sinne als brüchig bezeichnet. Verformt sich der Kristall hingegen, indem die Monolagen nacheinander nach oben hin abgleiten, so fließt in diesem Sinne das Material und es wird als duktil bezeichnet.
Duktilität des Leiterwerkstoffes ist für endlich mechanisch vorgespannte elektrische Kontaktstellen unerwünscht. Beispielhaft seien Aluminiumleiter genannt.
Werden elektrische Kontaktstellen mit Lötzinn verlötet und kommt dabei mechanischer Druck – etwa durch eine Verschraubung – ins Spiel, so kann der Zinnanteil im Lötzinn mit der Zeit ausweichen, so dass die Verbindung lose wird. Diese Gefahr besteht besonders bei verlöteten Litzenleitungen welche in Klemmverbindungen verschraubt werden. In der Folge fließt durch den Druck der Klemme das Lötzinn und es nimmt der Übergangswiderstand an der Klemmstelle im Laufe der Zeit zu. Bei hohen Strömen kann dies dazu führen, dass die Klemme- und/oder Adernsolation durch die hohe Verlustleistung der Klemme schmilzt und ein Kabelbrand entsteht, d.h. die elektrische Verbindung thermisch zerstört wird. Als Abhilfe sind Aderendhülsen auf Litzenleitungen aufzupressen und diese Adernendhülse in der Klemmverbindung zu verschrauben.

Königreich Sachsen

Das Königreich Sachsen entstand aus dem Kurfürstentum Sachsen und existierte von 1806 bis 1918. Es gehörte von 1806 bis 1815 dem Rheinbund und von 1815 bis 1866 dem Deutschen Bund an. Seit 1867 war es Mitglied des Norddeutschen Bundes und von 1871 bis 1918 des Deutschen Reiches. Die Hauptstadt war Dresden.

Das Königreich Sachsen entstand am 11. Dezember 1806 mit der Unterzeichnung des Posener Friedensvertrages zwischen Frankreich und Sachsen. Mit dem Frieden von Posen schied Sachsen aus dem Vierten Koalitionskrieg, nachdem die sächsisch-preußischen Truppen im Oktober 1806 von Napoleon bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen worden waren und Preußen den sächsischen Verbündeten im Stich gelassen hatte. Im Posener Frieden musste das von Napoleon alsbald besetzte Sachsen dem Rheinbund beitreten (Art. 2) und verschiedene in Thüringen gelegene Gebiete abtreten (Art. 7), erhielt dafür aber als Entschädigung die preußische Enklave um Cottbus zugesagt (Art. 6) und wurde nach Bayern und Württemberg nun ebenfalls zum Königreich erhoben (Art. 3). Außerdem wurde in Sachsen das römisch-katholische dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis rechtlich gleichgestellt (Art. 5).
Am 20. Dezember 1806 erfolgte die Ausrufung des regierenden Kurfürsten Friedrich August des Gerechten zum König von Sachsen. Die Verkündung stieß auf kein besonderes Echo, vermutlich deshalb, weil der Königstitel seit mehr als einhundert Jahren in Sachsen geläufig war: Seit 1697 war Kurfürst August der Starke König von Polen, 1733 folgte ihm sein Sohn als König August III. auf dem polnischen Thron. Dessen Sohn, Kurfürst Friedrich Christian, regierte 1763 nur ein Vierteljahr lang und damit zu kurz, um in Polen zum König gewählt werden zu können. Friedrich August der Gerechte erklärte zwei Jahre nach seinem Regierungsantritt zunächst den Verzicht auf die polnische Krone (1765), wurde aber in der vom Sejm 1791 verabschiedeten Polnischen Verfassung zum Thronnachfolger bestimmt. Die Königswürde empfing Friedrich August gleichwohl erst Ende 1806 aus der Hand Napoleons und diesmal nun als sächsische Krone; wenige Monate danach wurde er allerdings auch als Herrscher in Polen eingesetzt.
Hervorgegangen ist das Königreich aus dem Kurfürstentum Sachsen, dessen um 1800 erreichter Gebietsstand hauptsächlich im Ergebnis der Übertragung der sächsischen Kurwürde an die wettinischen Markgrafen von Meißen 1423, dem Übergang der Kurwürde von den ernestinischen an die albertinischen Wettiner nach der Wittenberger Kapitulation 1547 sowie dem Zugewinn von Ober- und Niederlausitz im Prager Frieden 1635 resultierte.
Das Königreich umfasste Ende 1806
Als wichtige Ereignisse in der Geschichte des Königreiches gelten
1918 führte die Novemberrevolution zum Ende der Monarchie und am 9. November durch die Ausrufung durch Hermann Fleißner zum „Freistaat Sachsen“. Am 13. November dankte auch König Friedrich August III. auf Schloss Guteborn in Guteborn bei Ruhland ab. Sachsen verblieb im Anschluss als Gliedstaat innerhalb des Deutschen Reichs und begann wie dieses eine umfassende Verfassungsreform unter dem Ministerpräsidenten Richard Lipinski. Die republikanische Staatsform Sachsens wurde durch das vorläufige Grundgesetz vom Februar 1919 und endgültig durch die Verfassung des Freistaates Sachsen vom 1. November 1920 festgesetzt. Sachsen war nun als Freistaat (Republik) ein Bundesstaat der Weimarer Republik.
Das große Wappen seit 7. Juni 1889 ist ein zweimal gespaltener und dreimal geteilter Schild mit gespaltenem Schildfuß.
Das Wappen zeigt im Schild
Im Schildfuß die Zeichen für die Burggrafschaft Altenburg und die Grafschaft Henneberg. Im goldgekrönten Herzschild (Feld 5 und 8) zeigt das Wappen die sächsische Raute. Die Helmzier steht für Vogtland, Thüringen, Sachsen, Meißen und Oberlausitz. Der Schild wird von je einem goldenen rotgezungten widersehenden Löwen an rechts und links gehalten. Der Schild ist vom Hausorden der Rautenkrone umhangen. Auf dem Band die Devise „Providentiae memor“ („Der Vorsehung eingedenk“). Ein purpurnes goldgekröntes Wappenzelt umgibt alles. Die Landesfarben sind Weiß-Grün.
Im ersten Jahrzehnt seines Bestehens blieb das Königreich Sachsen in die aus dem Mittelalter stammenden Ämter gegliedert, welche seit dem 16. Jahrhundert in sieben kursächsische Kreise (Erzgebirge, Kur, Leipzig, Meißen, Neustadt an der Orla, Thüringen, Vogtland) zusammengefasst waren. Daneben bestanden in den Markgrafschaften Ober- und Niederlausitz eigene Verwaltungsstrukturen; ebenso waren die an Kursachsen gefallenen Stiftsgebiete (Meißen, Merseburg, Naumburg-Zeitz) und Fürstentümer (Querfurt sowie die Harzgrafschaften Mansfeld und Stolberg) nicht „eingekreist“. (vgl. Liste der Kreise und sonstigen Gebiete Kursachsens)
Mit der „Generalinstruktion an die Kreis- und Amtshauptleute“ vom 22. Juni 1816 wurde die administrative Neugliederung des inzwischen wesentlich verkleinerten Königreiches herbeigeführt. Aus den bei Sachsen verbliebenen Landesteilen wurden innerhalb der sächsischen Erblande elf größere Amtshauptmannschaften gebildet, die als Unterabteilungen direkt der Meißner, Erzgebirgischen oder Leipziger Kreishauptmannschaft unterstellt waren. Der kleine Vogtländische Kreis wurde nicht weiter in Amtshauptmannschaften unterteilt. Daneben bestanden in der Markgrafschaft Oberlausitz eigene Verwaltungsstrukturen fort: Unter der Oberamtsregierung zu Budissin (= Bautzen) gliederte sich die Landesverwaltung hier zum einen in die „Vierstädte mit Dorfschaften“ (der Begriff „Vierstädte“ bezieht sich auf die im sächsisch gebliebenen Teil der Oberlausitz gelegenen Städte des alten Oberlausitzer Sechsstädtebundes: Budissin, Kamenz, Löbau, Zittau), zum anderen in den (oberlausitzischen) Landkreis.
1831 nach der Verabschiedung der Sächsischen Verfassung und der dadurch gegebenen staatsrechtlichen Vereinheitlichung des Königreiches wurde auch eine administrative Neugliederung des Staatsgebietes erforderlich. Mit Verordnung vom 6. April 1835 wurden deshalb die in den alten Erblanden bestehenden Kreishauptmannschaften und in der Oberlausitz die Oberamtsregierung aufgehoben. Stattdessen wurden vier Kreisdirektionen errichtet, die ihren Sitz in Budissin/Bautzen, Dresden, Leipzig und Zwickau hatten. Die Kreisdirektion Dresden zählte zunächst fünf, ab 1838 vier Amtshauptmannschaften und umfasste hauptsächlich den bisherigen Meißnischen Kreis, griff nun aber auch auf das Osterzgebirge aus. Die Kreisdirektion Zwickau wurde aus den vormaligen Kreisen Erzgebirge (einschließlich Herrschaft Schönburg) und Vogtland gebildet und zählte fünf Amtshauptmannschaften. Die Kreisdirektion Leipzig zählte zunächst drei, ab 1838 vier Amtshauptmannschaften und umfasste neben dem bisherigen Leipziger Kreis auch kleinere Gebiete des ehemals östlich anstoßenden Meißnischen Kreises. Die Kreisdirektion Budissin/Bautzen umfasste den oberlausitzischen Landesteil sowie im Westen einige zuletzt zum Meißnischen Kreis gehörigen stiftsmeißnischen Gebiete. Sie wurde erst 1838 in zwei Amtshauptmannschaften (Budissin/Bautzen, Zittau) untergliedert.
Seit 1838 bestanden
Mit dem Organisationsgesetz vom 21. April 1873 wurde die Verwaltungsgliederung des Königreiches nochmals entscheidend umgestaltet. Die vier Kreisdirektionen wurden abgeschafft und stattdessen wieder Kreishauptmannschaften eingeführt. Gleichzeitig wurde die Zahl der Amtshauptmannschaften auf 25 erhöht. Die drei größten Städte des Königreiches, Leipzig, Dresden und Chemnitz, wurden bezirksfrei und unterstanden damit direkt der jeweiligen Kreishauptmannschaft. (Der hierfür heute gebräuchliche Terminus Stadtkreis stammt aus Preußen und wurde im Königreich Sachsen nicht verwendet.)
Die neu geschaffene Verwaltungsgliederung trat erst mit Wirkung zum 15. Oktober 1874 in Kraft. Ihre Bedeutung bestand auch darin, dass erst jetzt die volle Trennung zwischen Justiz und Verwaltung im Königreich erfolgte und die Amtshauptmannschaften dadurch echte Untere Verwaltungsbehörden wurden. 1878 wurde in der Kreishauptmannschaft Zwickau aus der Herrschaft Schönburg die Amtshauptmannschaft Glauchau gebildet. Die Amtshauptmannschaft Dresden wurde 1880 in die Amtshauptmannschaften Dresden-Altstadt und Dresden-Neustadt getrennt (1924 zurückgenommen). Im Jahr 1900 wurde mit Chemnitz eine fünfte Kreishauptmannschaft geschaffen, die aus der Kreishauptmannschaft Zwickau abgetrennt wurde. Bis 1918 erhöhte sich die Zahl der Amtshauptmannschaften und der bezirksfreien Städte weiter.
Seit 1874 bestanden
Rang erhöht durch Napoleon → Königreiche: Bayern | Sachsen | Württemberg | Großherzogtümer: Baden | Hessen | Herzogtum: Nassau
Napoleonische Staaten → Königreiche: Westphalen | Großherzogtümer: Berg | Würzburg | Fürstentümer: Aschaffenburg (ab 1810 als Großherzogtum Frankfurt) | Von der Leyen | Regensburg (bis 1810)
Unverändert → Herzogtümer: Anhalt-Bernburg | Anhalt-Dessau | Anhalt-Köthen | Arenberg-Meppen | Mecklenburg-Schwerin | Mecklenburg-Strelitz | Oldenburg | Sachsen-Coburg-Saalfeld | Sachsen-Gotha-Altenburg | Sachsen-Hildburghausen | Sachsen-Meiningen | Sachsen-Weimar, Sachsen-Eisenach (seit 1741 Personalunion, ab 1809 Realunion), Sachsen-Weimar-Eisenach | Fürstentümer: Hohenzollern-Hechingen | Hohenzollern-Sigmaringen | Isenburg-Birstein | Liechtenstein | Lippe | Reuß-Ebersdorf | Reuß-Greiz | Reuß-Lobenstein | Reuß-Schleiz | Salm-Kyrburg | Salm-Salm | Schaumburg-Lippe | Schwarzburg-Rudolstadt | Schwarzburg-Sondershausen | Waldeck
Österreich
Bayern • Hannover • Preußen • Sachsen • Württemberg
Hessen (Kassel)
Baden • Hessen (Darmstadt) • Luxemburg • Mecklenburg-Schwerin • Mecklenburg-Strelitz • Oldenburg • Sachsen-Weimar-Eisenach
Anhalt (ab 1863) • Anhalt-Bernburg (bis 1863) • Anhalt-Dessau (bis 1863) • Anhalt-Köthen (bis 1847) • Braunschweig • Holstein • Lauenburg • Limburg (1839-1866) • Nassau • Sachsen-Altenburg (ab 1826) • Sachsen-Coburg-Saalfeld – ab 1826 als Sachsen-Coburg-Gotha • Sachsen-Gotha-Altenburg (bis 1826) • Sachsen-Hildburghausen (bis 1826) • Sachsen-Meiningen • Schleswig (als Kondominium von Österreich und Preußen) (ab 1864)
Hessen-Homburg (ab 1817) • Hohenzollern-Hechingen (bis 1850) • Hohenzollern-Sigmaringen (bis 1850) • Liechtenstein • Lippe • Reuß älterer Linie • Reuß jüngerer Linie (ab 1848) • Reuß-Ebersdorf (bis 1824) • Reuß-Lobenstein (bis 1824) • Reuß-Lobenstein und Ebersdorf (1824–1848) • Reuß-Schleiz (bis 1848) • Schaumburg-Lippe • Schwarzburg-Rudolstadt • Schwarzburg-Sondershausen • Waldeck-Pyrmont
Bremen • Frankfurt am Main • Hamburg • Lübeck
Preußen (ab 1834) (mit den zugehörigen Gebieten: Anhalt-Bernburg (1834–1863), Anhalt-Dessau (1834–1863), Anhalt-Köthen (1834–1847), Anhalt (ab 1863), Waldeck (ab 1834), Lippe (ab 1841), Lauenburg (1865–1876), Schleswig-Holstein (ab 1867)) | Hessen-Darmstadt (ab 1834) | Hessen-Kassel (1834–1866) | Hessen-Homburg (1835–1866) | Bayern (ab 1834) | Württemberg (ab 1834) (mit den zugehörigen Gebieten: Hohenzollern-Hechingen (1834–1850), Hohenzollern-Sigmaringen) (1834–1850) | Sachsen (ab 1834) | Zoll- und Handelsverein der Thüringischen Staaten (ab 1834) (mit den zugehörigen Gebieten: Sachsen-Weimar-Eisenach (ab 1834), Sachsen-Altenburg (ab 1834), Sachsen-Meiningen (ab 1834), Sachsen-Coburg und Gotha (ab 1834), Schwarzburg-Rudolstadt (ab 1834), Schwarzburg-Sondershausen (ab 1834), Reuß-Greiz (ab 1834), Reuß jüngerer Linie (ab 1848), Reuß-Schleiz (1834–1848), Reuß-Lobenstein und Ebersdorf (1834–1848)) | Baden (ab 1835) | Nassau (1835–1866) | Frankfurt (1836–1866) | Braunschweig (ab 1841) | Luxemburg (ab 1842) | Hannover (1854–1866) (mit den zugehörigen Gebieten: Schaumburg-Lippe (ab 1854)) | Oldenburg (ab 1854) | Hamburg (ab 1888) | Bremen (ab 1888) | Lübeck (ab 1868) | Elsaß-Lothringen (ab 1871) | Mecklenburg-Strelitz (ab 1867) | Mecklenburg-Schwerin (ab 1867)
Preußen in Personalunion mit Lauenburg • Sachsen
Hessen (nur Provinz Oberhessen nördlich des Mains)• Mecklenburg-Schwerin • Mecklenburg-Strelitz • Oldenburg • Sachsen-Weimar-Eisenach
Anhalt• Braunschweig• Sachsen-Meiningen • Sachsen-Altenburg • Sachsen-Coburg und Gotha
Lippe• Reuß älterer Linie • Reuß jüngerer Linie • Schaumburg-Lippe • Schwarzburg-Rudolstadt • Schwarzburg-Sondershausen • Waldeck-Pyrmont
Bremen• Hamburg• Lübeck
Bayern • Preußen • Sachsen • Württemberg
Baden • Hessen-Darmstadt • Mecklenburg-Schwerin • Mecklenburg-Strelitz • Oldenburg • Sachsen-Weimar-Eisenach
Anhalt • Braunschweig • Sachsen-Altenburg • Sachsen-Coburg und Gotha • Sachsen-Meiningen
Lippe • Reuß älterer Linie • Reuß jüngerer Linie • Schaumburg-Lippe • Schwarzburg-Rudolstadt • Schwarzburg-Sondershausen • Waldeck-Pyrmont
Bremen • Hamburg • Lübeck
Elsaß-Lothringen

Sankt Marein-Feistritz

Sankt Marein-Feistritz ist seit Jahresbeginn 2015 eine Gemeinde im Bezirk Murtal in der Steiermark. Die Gemeinde entstand im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark aus den mit Ende 2014 aufgelösten Gemeinden Sankt Marein bei Knittelfeld und Feistritz bei Knittelfeld.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 15 Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2015):
Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand 2015):
Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Lobmingtal, Kobenz, Seckau, Spielberg, Gaal und Zeltweg den Tourismusverband „Tourismus am Spielberg“. Dessen Sitz ist in Spielberg.
Fohnsdorf • Gaal • Hohentauern • Judenburg • Knittelfeld • Kobenz • Lobmingtal • Obdach • Pöls-Oberkurzheim • Pölstal • Pusterwald • Sankt Georgen ob Judenburg • Sankt Marein-Feistritz • Sankt Margarethen bei Knittelfeld • Sankt Peter ob Judenburg • Seckau • Spielberg • Unzmarkt-Frauenburg • Weißkirchen in Steiermark • Zeltweg
Ehemalige Gemeinden: ehem. Bezirk Judenburg: Allersdorf bei Judenburg • Amering • Apfelberg • Bretstein • Eppenstein • Feistritz bei Knittelfeld • Feistritz bei Weißkirchen • Feistritzgraben • Fisching • Flatschach • Frauendorf/Frauenburg • Granitzen • Großlobming • Kumpitz • Kienberg • Kleinlobming • Maria Buch • Maria Buch-Feistritz • Möschitzgraben • Murdorf • Obdachegg • Oberkurzheim • Oberweg • Oberzeiring • Pichl • Pichlhofen • Pöls • Prethal • Reifling • Reisstraße • Rothenthurm • Sankt Anna am Lavantegg • Sankt Johann am Tauern • Sankt Lorenzen bei Knittelfeld • Sankt Marein bei Knittelfeld • Sankt Oswald-Möderbrugg • Sankt Wolfgang-Kienberg • Scheiben • Schoberegg • Schwarzenbach am Grössing • Unzmarkt • Waltersdorf • Wöll ehem. Bezirk Knittelfeld: Mitterlobming • Rachau

Peyton List (Schauspielerin, 1998)

Peyton Roi List (* 6. April 1998 in Florida) ist eine US-amerikanische Schauspielerin und Model. Am besten bekannt ist sie durch die Rolle der Holly Hills im zweiten und dritten Teil der Literaturverfilmung der Buchreihe Gregs Tagebuch und durch den Film 27 Dresses indem sie die jüngere Version von Katherine Heigls Figur Jane Nichols spielte. Zudem spielt sie als Emma Ross in den Fernsehserien Jessie (2011–2015) und Camp Kikiwaka (seit 2015) eine der Hauptrollen.

Peyton List wurde in Florida geboren und zog im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie nach New York. Sie hat zwei Brüder: Spencer, ihr Zwillingsbruder und Phoenix. Sie lebt momentan in Kalifornien.
Sie begann ihre Karriere mit Gastauftritten in den Fernsehserien Jung und Leidenschaftlich – Wie das Leben so spielt und All My Children. Im Jahr 2008 spielte sie im Film 27 Dresses die jüngere Version von Katherine Heigls Figur Jane Nichols. Im selben Jahr war sie als Tochter von Frances O’Connor in vier Episoden der von ABC produzierten Fernsehserie Cashmere Mafia zu sehen. 2010 hatte sie einen Auftritt an der Seite von Robert Pattinson im Film Remember Me – Lebe den Augenblick. Zudem war List in dem Fantasy-Abenteuerfilm Duell der Magier und dem Fernseh-Horrorfilm Secrets in the Walls zu sehen. Sie hatte außerdem Auftritte in mehreren Werbespots.
Sie spielte in der zweiten Verfilmung Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme? der Buchreihe Gregs Tagebuch die Rolle der Holly Hills, den Schwarm von Greg Heffley (Zachary Gordon). Im dritten Teil der Verfilmung Gregs Tagebuch 3 – Ich war’s nicht!, welcher 2012 veröffentlicht wurde, tritt List erneut in ihrer Rolle auf. Von 2011 bis 2015 war sie an der Seite von Debby Ryan in der Disney Channel Original Serie Jessie, in der sie ein 13-jähriges Mädchen namens Emma Ross spielt, zu sehen. Die gleiche Rolle übernimmt sie seit Juli 2015 auch in dem Jessie-Spin-off Camp Kikiwaka.

Wusterhausen/Dosse

Die Gemeinde Wusterhausen/Dosse ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg (Deutschland). Wusterhausen erhielt 1233 das Stadtrecht verliehen und hat den Status einer Titularstadt bis heute beibehalten.

Die Gemeinde liegt im Südwesten des Landkreises Ostprignitz-Ruppin zwischen dem Ruppiner Land im Osten und der Prignitz im Westen. Die Dosse verläuft von Nordosten in südwestlicher Richtung über die gesamte Länge des Gemeindegebietes.
Auf dem mit 195 Quadratkilometern recht großen Gemeindegebiet wurden der Bückwitzer See, der Große Blankenberger See sowie ein Feuchtgebiet und Waldareal zwischen Wusterhausen und Plänitz-Leddin als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Daneben bestehen auf der Gemarkung die Landschaftsschutzgebiete um den Untersee (auch Bantikower See genannt) und ein Wald südlich von Segeletz.
Nach der Hauptsatzung hat die Gemeinde Wusterhausen/Dosse folgende Ortsteile:
Im Süden grenzt Wusterhausen an Friesack im Havelland und an Dreetz. Im Westen liegt Neustadt (Dosse), im Nordwesten Kyritz und im Nordosten Temnitzquell und Walsleben (Brandenburg). Im Osten sind Märkisch Linden und im Südosten Temnitztal benachbart.
Bereits für die Steinzeit wurde die älteste Besiedlung im Areal des Horstberges nachgewiesen. Später siedelte dort der slawische Stamm der Doxanen, der an der Dosse lebte. Auch im Bereich Tornow deuten einige Bodendenkmale (Gräberfeld, Wohnsiedlung von Slawen) auf eine entsprechende sehr frühe Besiedlung hin.
Im Jahr 1232 wurde Wusterhusen erstmals urkundlich erwähnt, in dem Dokument wurde festgestellt, dass „ein umfassendes Gebiet um Kyritz und Wusterhausen den edlen Herren von Plotho gehört“. 1233 verliehen die Herren von Plotho Wusterhausen das Stendaler Stadtrecht. Aufgrund der archäologischen Holzfunde, die während der Sanierung des Kirchplatzes und der Alten Poststraße im März des Jahres 2006 gemacht wurden, lässt sich die Existenz dieses historischen Weges bis auf das Jahr 1245 zurückverfolgen.
1250 begann der erste Bauabschnitt zur Erweiterung der Stadtkirche zu einer romanischen Basilika, weil der Andachtsraum in der Plothoburg auf dem Burgwall zu klein wurde. Aufgrund der steigenden Einnahmen aus dem blühenden Salzhandel in der Stadt war es möglich, die Kirche bis zum Jahre 1474 zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche zu erweitern. Es existiert die noch nicht bestätigte Theorie, dass der Turm der Stadtkirche ehemals ein befestigter Wehrturm der früheren Stadtanlage gewesen sei.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1293 wurde ausdrücklich das „feste Haus“ (Castrum) in Wusterhausen erwähnt. Dies gilt als Beweis dafür, dass die Stadt in der Lage war, sich hinter einer Wallanlage vor feindlichen Übergriffen zu schützen. Bald darauf überließ der Markgraf das Dorf Klempow mit dem dazugehörigen See und dem Bückwitzsee der Stadt Wusterhausen.
Das Hospital Zum heiligen Geist (heute Seniorenheim) in der Borchertstraße auf Höhe des Wildberger Stadttors wurde 1307 zum ersten Mal erwähnt. Markgraf Waldemar von Brandenburg hielt sich 1317 in der Stadt auf und verpfändete die Stadt mit acht umliegenden Dörfern an die Grafen von Lindow-Ruppin. Die Grafen von Lindow-Ruppin übertrugen 1325 der Stadt die obere und niedere Gerichtsbarkeit.
Um 1400 begann ein intensiver Salz-Handel, wodurch die Stadt zu Reichtum und überregionaler Bedeutung gelangte. Das Salz kam aus Lüneburg in offenen Holzkähnen über die Elbe, die Havel und die Dosse bis nach Wusterhausen. Die engen Handelsbeziehungen mit dem Hansebund lassen sich noch heute anhand der Kronleuchter im Kirchenschiff belegen, die ein Geschenk der Hanse sind.
Die Stadt liegt auf dem Pilgerweg Berlin–Wilsnack zur Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. In den Jahren 1400 bis 1541 machten hunderte von Pilgern täglich Rast in der Stadt, was der Stadt- und Kirchenkasse nochmals erhebliche Geldeinnahmen bescherte.
Am 29. Juni 1479 wurde der Hauptaltar in der neuen Hallenkirche geweiht und die Stadtkirche erhielt ihren Namen Sankt Peter und Paul. 1524 wurde Wusterhausen zur kurfürstlichen Immediastadt (auch Immediatstadt, d.h. Stadt, die keiner lokalen oder regionalen Adelsherrschaft untersteht wie eine Mediatstadt, sondern sich in einem unmittelbaren Verhältnis zum Landesherrn befindet) ernannt und direkt dem regierenden Kurfürsten unterstellt ist. 1541 bekannte sich die Kirchengemeinde der Stadt zu den Thesen Martin Luthers und wurde evangelisch.
1560 hob der Kurfürst die Salzgerechtigkeit, also den Salzhandel auf, da er einheimisches Steinsalz bei Beelitz fördern ließ. Die sprudelnde Geldeinnahmequelle versiegte nun, die Stadt verlor an Bedeutung. Wusterhausen wandelte sich zur Handwerker- und Ackerbürgerstadt. Die ersten Gildebriefe für die Gewerke der Leineweber und Stellmacher wurden 1615 ausgestellt. – Die Pest wütete 1618–1648 in der Stadt. Es gab eine ungeheure Zahl an Pestkranken und -toten. Die toten Körper wurden in der Stephanus-Kapelle auf dem Stadtfriedhof gelagert und gesondert beigesetzt.
1638 breitete sich ein erster großer Stadtbrand aus. Diesem flammenden Inferno fiel fast die ganze Stadt einschließlich des alten Rathauses auf dem Marktplatz zum Opfer. Das Städtchen hatte sich gerade vom Stadtbrand vor 41 Jahren erholt, da schlugen 1679 abermals Feuersbrünste zu und legten ein Drittel der Stadt in Schutt und Asche. Wusterhausen musste 1685–1688 aufgrund der verheerenden Stadtbrände und der Belagerung verschiedener Armeen Konkurs anmelden. Nach den ersten wirtschaftlichen Aufschwüngen trat 1758 der nächste Brand auf. Er wurde durch die Glut einer Pfeife des Ackerbürgers Michel Hilgendorff ausgelöst. Bei diesem Brand wurde Wusterhausen zu zwei Dritteln zerstört, dabei wurden 169 Wohnhäuser ein Raub der Flammen. Die einzigen erhaltenen Gebäude befinden sich in der heutigen Kyritzer Straße. Nur sechs Jahre später brannte am 17. Mai 1764 der achteckige Spitzhelm des Kirchturms durch Blitzschlag nieder. Die Glocken und die Kirchturmuhr zerschmolzen in der Hitze. Das innere Gewölbe des Turmes brach zusammen und wurde erst 1996 auf Initiative Wusterhausener Bürger repariert. Seit dem Brand wird der Turm durch einen kleinen Pyramidenhelm abgeschlossen.
1796–1806 erlebte die Stadt einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Stationierung einer Eskadron Kürassiere, genannt „Gelbe Reiter“. 1800 zählte Wusterhausen 185 Handel- und Gewerbetreibende, allein 59 Schuster und 38 Ackerbürger. Die Gewerke der Schuster, Tuchmacher, Schneider und Leineweber lebten in dieser zeit fast ausschließlich von der Arbeit für die in der Stadt angesiedelten Garnison. Die große Anzahl an Schuhmachern brachte der Stadt schon bald den Spottnamen „Schusterhausen“ ein.
1806 verließen die „Gelben Reiter“ die Stadt. Im gleichen Jahr 1806 wurde jedoch eine Bürgergarde zu Fuß zur Verteidigung Wusterhausens gegründet. 1839 erfolgte die Neugründung der im Jahre 1713 entstandenen Schützengilde. Teile der 4. Eskadron des 2. Brandenburgischen Ulanen-Regiments Nr. 11 wurden 1860 in Wusterhausen stationiert, die aber bereits 1875 wieder verlegt wurden. Damit endete der wirtschaftliche Aufschwung Wusterhausens nach knapp siebzig Jahren und die Stadt wurde abermals zur Ackerbürgerstadt.
1884 eröffnete in der Berliner Straße das kaiserliche Postamt. Die Post zog damit aus der Posthalterei am Markt Nr. 3 (heute Haus des Heimatmuseums) in den Neubau. Im Jahr 1887 erhielt Wusterhausen mit der Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Neustadt (Dosse)–Pritzwalk eine neue Verkehrsanbindung. Ursprünglich sollte bereits 1844 die Trasse der Eisenbahnstrecke Berlin–Hamburg durch Wusterhausen führen. Aufgrund der Bedenken und des ablehnenden Verhaltens der städtischen Ratsherren wurde der Streckenverlauf über den Nachbarort Neustadt/Dosse realisiert. 1894 wurde die Freiwillige Feuerwehr der Stadt gegründet und erhielt Räumlichkeiten auf der Nordseite des Rathauses im Gefängnisanbau.
Das erstmals 1306 erwähnte Hospital wurde 1897 abgetragen und mit Spenden des in Wusterhausen geborenen Industriellen Wilhelm Christof Borchert neu aufgebaut. Zu Ehren des Spenders wurde die Straße in Borchertstraße umbenannt. Eine Erweiterung des Hospitals erfolgte im Jahre 1997.
1905 wurde die neue Stadtschule gebaut. Die alte Stadtschule befand sich an der Nordseite der St. Peter- und Paulskirche im ehemaligen Gebäude der Kalandsbruderschaft, das um ca. 1906 abgerissen wurde, da kein Bedarf mehr für die Räumlichkeiten bestand. 1919 erfolgte die Gründung des Sport-Club Wusterhausen e. V. 1919 mit seinen Disziplinen Fußball und Leichtathletik. (SCW e. V. 1919)
Zu Beginn des Dritten Reiches beging Wusterhausen 1933 sein 700-jähriges Stadtjubiläum. Höhepunkt des antisemitischen Wahns in dieser Zeit war die Teerung und Federung einer „Halbjüdin“ auf dem Marktplatz, nachdem der nationalsozialistisch gesinnte Pfarrer im Sonntagsgottesdienst die Durchführung des Pogroms sinngemäß von der Kanzel gepredigt haben soll. Ebenfalls fand eine Bücherverbrennung an den Schwenzewiesen (B 5 in Richtung Kampehl) durch Wusterhausener Bürger statt.
Am 1./2. Mai 1945 marschierte die Rote Armee in das im Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt gebliebene Wusterhausen ein. Der Stadtkommandant Pjotr Romaschkow übernahm die erste Verwaltung, bevor sie wieder deutschen Stellen übertragen wurde. 1949 entstand der DEFA-Film Die Brücke unter der Regie von Artur Pohl in Wusterhausen. Dieser Film befasst sich mit der Ankunft und des Sesshaftwerdens von Kriegsflüchtlingen aus den ehemaligen östlichen deutschen Kriegsgebieten in einer vom Krieg unversehrten Kleinstadt.
Im Zuge der Auflösung des Landkreises Ruppin 1952 kam Wusterhausen zum neuen Kreis Kyritz.
Viele Wusterhausener Bürger schlossen sich dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 an. Sie zogen durch die Straßen und protestierten gegen die kommunistische Diktatur. Wusterhausen wurde zum Unruhebrennpunkt erklärt. Die Machthaber postierten MG-Schützen auf dem Kirchturm, um die Proteste zu unterdrücken und wieder Ruhe in die Stadt zu bringen. Zahlreiche Bürger wurden verfolgt oder flüchteten auf Grund der zu erwartenden Repressionen nach Westdeutschland.
1958 begingen die Wusterhausener Bürger das 725. Stadtjubiläum.
1962 begann ein umfassender Abriss ganzer Straßenzeilen wie der Kyritzer Straße, Borchertstraße, Domstraße, Dombrowskistraße und Alte Poststraße in der Altstadt, um an deren Stelle Neubaublöcke zu errichten. Ein Teil der Altstadt mit ihren historischen Fachwerkhäusern wurde Opfer der verfehlten Baupolitik, und der ursprüngliche Charakter der Stadt erlitt Einbußen. Ursprünglich sollten die neuen Wohngebäude im Bereich des heutigen Seestadions ihren Platz finden. Der sportbegeisterte Bürgermeister Fritz Köpcke, der erste international anerkannte FIFA-Referee, verstand es, die Planer davon zu überzeugen, dass im Baugebiet am See anstatt der geplanten Wohnblöcke ein Sportplatz errichtet werden konnte.
1963 wurde die neu gebaute Ortsumgehung der Fernverkehrsstraße 5 fertiggestellt. Der Fernverkehr, vor allem der Transitverkehr, verlief nun nicht mehr durch die engen Straßen der Stadt. 1965/68 wurde die Stadtkirche Sankt Peter-und-Paul mit Hilfe der Landeskirche und der Staatlichen Denkmalpflege umfassend restauriert. 1966 wurde der Flussverlauf der Dosse begradigt. Dadurch verminderte sich angeblich die Fließgeschwindigkeit der durch die Stadt verlaufenden Dossearme („Klein-Venedig“). Auf Betreiben eines Wusterhausener Bürgers, der im Rat des Kreises Kyritz arbeitete und Besitzer der Kiesgrube am See (Sandkuhle) war, wurden die Dossearme zugeschüttet. 1967 wurde das Seestadion eingeweiht.
1970 wurde das neue Strandbad eingeweiht und 1976 ein neues Schulgebäude hinter der alten Schule fertiggestellt. Im Jahr 1982 rüstete sich die Stadt zur bevorstehenden 750-Jahr-Feier, wobei nochmals bedeutsame historische Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fielen, unter anderem das Café Büttner sowie das ehemalige Hotel Zum schwarzen Adler in der St.-Petri-Straße. Hier hatte Theodor Fontane während seiner populären Wanderungen durch die Mark Brandenburg genächtigt. 1983 beging Wusterhausen sein 750-jähriges Stadtjubiläum.
1985 erfolgte die Gründung des staatlichen Instituts für Epizootiologie und Tierseuchenbekämpfung (SIFET), heute Außenstelle des Friedrich-Loeffler-Instituts.
Am 19. Dezember 1989 tagte auf Einladung von Pfarrer Karl-Ernst Selke erstmals der Kyritzer Runde Tisch als Ergebnis der Wende.
Am 21. August 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Wusterhausen (ohne den Zusatz Dosse) mit Sitz in der Stadt Wusterhausen/Dosse. Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 1. August 1992 festgelegt. Zum Zeitpunkt der Gründung umfasste das Amt 15 Gemeinden des damaligen Kreises Kyritz (heute Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg): Bantikow, Barsikow, Blankenberg, Brunn, Bückwitz, Dessow, Ganzer, Gartow, Kantow, Lögow, Nackel, Segeletz, Trieplatz, Schönberg und Wusterhausen.
Erster Amtsdirektor war Peter Wollert. Er wurde 2001 nach Auflösung des Amtes zum Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen/Dosse gewählt.
1997 eröffnete eine Sport-, Kultur- und Freizeitstätte, die Dosse-Halle.
Am 1. Mai 1997 wurde die Gemeinde Gartow in die Stadt Wusterhausen/Dosse eingegliedert. Am 31. Dezember 1997 schlossen sich die Gemeinden Bantikow, Blankenberg, Brunn, Ganzer, Kantow, Lögow, Schönberg und die Stadt Wusterhausen/Dosse zur neuen Gemeinde Wusterhausen/Dosse zusammen.
Am 27. September 1998 wurde die Gemeinde Segeletz in die Gemeinde Wusterhausen/Dosse eingegliedert, zum 31. Dezember folgte Trieplatz.
Am 1. Juli 2001 erfolgte die Eingliederung der letzten vier kleineren, amtsangehörigen Gemeinden Barsikow, Bückwitz, Dessow und Nackel in die (Groß-)gemeinde Wusterhausen. Mit dieser Eingliederung wurde das Amt Wusterhausen mit Wirkung zum 1. Juli 2001 aufgelöst.
Nach der Hauptsatzung der Gemeinde Wusterhausen erhielten Läsikow (früher Ortsteil von Nackel), Tramnitz und Wulkow (früher Ortsteile von Schönberg), Sechzehneichen (Ortsteil von Bantikow), Metzelthin (früher Ortsteil von Bückwitz) und Emilienhof (bisher Wohnplatz von Lögow) jeweils den Status eines Ortsteils.
Laut Paragraph 11 Absatz 2 der Gemeindeordnung für das Land Brandenburg hätte die neugebildete Gemeinde das Recht, die Bezeichnung Stadt weiterzuführen. Sie machte von dieser Möglichkeit jedoch keinen Gebrauch und nannte sich Gemeinde Wusterhausen/Dosse. Lediglich der die Gemarkung Wusterhausen umfassende Ortsteil wurde als Stadt Wusterhausen/Dosse bezeichnet.
Das bisherige Stadtwappen wurde am 2. Dezember 2005 offiziell als Wappen der Großgemeinde bestätigt.
2006 wurden die Kirchturmspitze von Sankt Peter-und Paul restauriert und das Kirchenumfeld neu gestaltet.
Vom 6. bis 8. Juni 2008 begingen die Bürger und Gäste Wusterhausens das 775-jährige Stadtjubiläum. Höhepunkte der Feierlichkeiten waren die historische Ratsherrensitzung, das mittelalterliche Markttreiben in der Altstadt, das Drachenbootrennen auf dem Klempowsee sowie der historische Festumzug mit fast 75 Schaubildern als Abschluss der Feierlichkeiten. Es wirkten rund 1300 Darsteller, 60 Pferde und 3 Klangkörper auf einer Gesamtlänge von 2 Kilometern mit.
Im Jahr 2009 wurde der Marktplatz saniert und komplett umgestaltet. Außerdem begann im Sommer 2009 die umfassende Sanierung der Kirche St. Peter und Paul samt Turm. Ebenso wurde begonnen, das denkmalgeschützte „Herbstsche Haus“ Am Markt 3 zu sanieren und als Kulturzentrum, Bibliothek und Museumsgebäude zu gestalten.
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011
Die Gemeindevertretung besteht seit der Kommunalwahlen in Brandenburg 2014 aus 18 Mitgliedern:
Die Linke bildet zusammen mit der Unabhängigen Wählergemeinschaft die größte Fraktion, bestehend aus 5 Mitgliedern. Zusätzlich gehört dem Rat der hauptamtliche Bürgermeister an.
Roman Blank (SPD) wurde in der Bürgermeisterstichwahl vom 24. Oktober 2010 mit 68,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 44,7 %).
Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber; vorn ein halber silberner Adler am Spalt und hinten eine halbe rote Lilie.“
Theodor Fontane beschreibt das Wappen:
„Was trotzdem übriggeblieben ist, ist schnell erzählt. Im zwölften und dreizehnten Jahrhundert gehörte Wusterhausen den Plothos, deren Burg vor dem Kyritzer Tore stand. Noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts waren die Ruinen derselben erkennbar; jetzt nur noch der »Burgwall«. Außer diesem Überbleibsel erinnert nichts weiter als das Stadtwappen an diese frühste historische Zeit: die Plothosche Lilie durch den märkischen Adler halbiert.“
Das örtliche Heimatmuseum war seit 1962 in einem stattlichen Fachwerkhaus, der ehemaligen „Posthalterei“ (erbaut 1764) am historischen Marktplatz untergebracht. In den Jahren 2009 bis 2011 erfolgte eine umfangreiche Sanierung des ehemaligen Geschäftshauses, nach dem letzten Ladenbesitzer auch „Herbstsches Haus“ genannt. Im September 2011 wurde das Museum nach einer Neukonzeption als „Wegemuseum Wusterhausen“ mit einer thematischen Dauerausstellung zu Wegen von der Bronzezeit bis zur Neuzeit wiedereröffnet. Neben dem Pilgerweg nach Wilsnack, dem Postkurs Berlin—Hamburg bildet die innerdeutsche Transitstrecke entlang der ehemaligen F5 in den Jahren 1952 bis 1982 einen besonderen Ausstellungsschwerpunkt und hat somit bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal. Ferner beherbergt das „Herbstsche Haus“ auch die Bibliothek und den „Alten Laden“ als Veranstaltungsraum für ca. 50 Personen.
Die Orgel aus dem Jahre 1742 in der Stadtkirche St. Peter und Paul gehört zu den noch erhaltenen Orgeln des Berliner Orgelbauers Joachim Wagner (1690–1749), die in ihrem Pfeifenbestand in den vergangenen Jahrhunderten die wenigsten Veränderungen erfahren hat. Das barocke Instrument besteht aus Haupt-, Ober- und Pedalwerk mit insgesamt 30 Registern und zwei Cimbelsternen. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten ist das Instrument seit 1978 wieder zu bewundern.
Die Stadt Kyritz, das Amt Neustadt (Dosse), die Gemeinde Wusterhausen/Dosse und die Gemeinde Gumtow haben sich in einem Kooperationsvertrag zum Kleeblatt-Verbund zusammengeschlossen.
Die Gemeinde Wusterhausen ist über die Bundesstraße 5, Bundesstraße 102 und Bundesstraße 167 sowie über den Verkehrslandeplatz Heinrichsfelde zu erreichen.
Der Haltepunkt Wusterhausen (Dosse) ist über die Bahnstrecke Neustadt (Dosse)–Meyenburg erreichbar, er wird im Stundentakt von der Linie RB73 der Eisenbahngesellschaft Potsdam bedient.
Im Aufbau ist im Projekt HUB 53/12° ein Logistikzentrum für den Eisenbahngüterverkehr als kommunale Initiative der Städte Güstrow, Pritzwalk und Neuruppin sowie des Kleeblatt-Verbunds mit Gumtow, Kyritz, Neustadt (Dosse) und Wusterhausen. Eine erste Maßnahme ist der Kauf der Schienenstrecke Neuruppin—Neustadt (Dosse).
In Wusterhausen ist das in den Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gehörende Institut für Epidemiologie angesiedelt, das in den 1960er-Jahren gegründet wurde. Das Institut ist eine Außenstelle des Friedrich-Loeffler-Instituts und hat mit seinen Aufgaben überregionale Bedeutung.
Breddin | Dabergotz | Dreetz | Fehrbellin | Heiligengrabe | Herzberg (Mark) | Kyritz | Lindow (Mark) | Märkisch Linden | Neuruppin | Neustadt (Dosse) | Rheinsberg | Rüthnick | Sieversdorf-Hohenofen | Storbeck-Frankendorf | Stüdenitz-Schönermark | Temnitzquell | Temnitztal | Vielitzsee | Walsleben | Wittstock/Dosse | Wusterhausen/Dosse | Zernitz-Lohm

Patricia St. John

Patricia Mary St. John (* 5. April 1919 in Southampton, England; † 15. August 1993 in Coventry, England) war eine englische Krankenschwester und Missionarin in Marokko sowie Autorin christlicher Kinder- und Jugendliteratur.

Patricia St. John war das dritte von fünf Kindern der Missionare Harold und Ella St. John. Sie kam in England kurz nach der Rückkehr ihrer Eltern aus Südamerika zur Welt. Den größten Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in England, erlebte jedoch im Alter von sieben Jahren auch die Schweiz, wohin sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern für ein Jahr zog, nachdem ihr Vater wieder in die Überseemission eingestiegen war. In ihrem zweiten Buch Spuren im Schnee sind nach eigenen Angaben viele Erinnerungen aus dieser Zeit in Rossinière bei Montreux verarbeitet.
Während des Zweiten Weltkriegs erlernte Patricia St. John im St. Thomas Hospital in London den Beruf der Krankenschwester. Nach dem Krieg arbeitete sie zunächst für mehrere Jahre als Hausmutter im Internat ihrer Tante in Clarendon, bis sie sich 1949 entschied, ihrem Bruder Farnham nach Marokko zu folgen, der dort als Arzt tätig war. In Tanger arbeitete sie als Krankenschwester im Missionskrankenhaus, ging später für einige Jahre ins Rif-Gebirge und wohnte in Chefchaouen. Außerdem unternahm sie während der 27 Jahre, die sie in der Mission tätig war, auch Reisen in den Libanon, die Türkei, nach Ruanda und Äthiopien. 1976 kehrte sie dann nach England zurück, wo sie in Coventry ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Hier engagierte sie sich im ortsansässigen christlichen Kinderhilfswerk Global Care, das sie mitbegründet hatte und deren Präsidentin sie zeitweise war. Für Global Care war sie unter anderem in Rumänien und Äthiopien unterwegs, um dort zu helfen. Als Folge der Reise nach Äthiopien entstand das Buch Mehrit – Was Liebe vermag.
Ihr erstes Buch Das Geheimnis von Wildenwald schrieb Patricia St. John noch im heimischen England auf Anfrage der Internatskinder nach einer spannenden Geschichte. Oft sind in ihren Geschichten Parallelen zu ihrem eigenen Leben zu finden. So spielt ihr Buch Spuren im Schnee in einem fiktiven Ort in der Schweiz, der nach dem Vorbild der Gegend kreiert ist, in der Patricia als Teenager selbst einige Jahre verbrachte. Hamid und Kinza sowie andere Bücher spielen wiederum in Marokko, wo sie jahrelang arbeitete. Die meisten ihrer Bücher schrieb sie für Kinder, aber auch einige Biographien und historische Romane stammen aus ihrer Feder.
Ihre Bücher Das Geheimnis von Wildenwald, Spuren im Schnee, Hamid und Kinza, Der verschlossene Garten und Wo der Fluss beginnt wurden von Regisseuren wie Johannes Osberghaus und Sendern wie HBO und ERF als Hörspiel bzw. Film veröffentlicht. Die Geschichte von Spuren im Schnee wurde unter dem Titel Die Kinder vom Berghof außerdem als Animationsserie im Fernsehen bekannt. Michael Pritchard verfilmte 1980 Das Geheimnis von Wildenwald und Spuren im Schnee als Farbfilme (Tanglewood’s Secret und Treasures of the Snow), letzteren filmte er mehrheitlich in der Schweiz (Rossinière).

Densbüren

Densbüren
Densbüren (schweizerdeutsch: Däischbere, ˈdæɪʃbərə) ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Aarau im Schweizer Kanton Aargau. Geographisch gehört Densbüren zum Fricktal.

Die im Tal des Staffeleggbachs gelegene Gemeinde unterscheidet sich in geographischer Hinsicht völlig von den restlichen Gemeinden des Bezirks. Es ist die einzige Gemeinde, die nicht in der flachen Ebene der Flusstäler von Aare, Suhre und Wyna, sondern getrennt durch den 621 Meter hohen Staffeleggpass inmitten der südlichsten Jurakette liegt.
Densbüren ist am oberen Ende eines engen Seitentals des Fricktals gelegen und ist auf allen Seiten von steilen, bewaldeten Jurahügeln umgeben: Im Osten erheben sich der Würz (801 m ü. M.) und die Hard (770 m ü. M.), im Süden die Staffelegg, der Herzberg (750 m ü. M.) und der Asperstrihe (838 m ü. M.). Der im Westen gelegene Strihe ist mit 867 m ü. M. der zweithöchste Punkt des Aargaus und der höchste ganz im Kanton liegende Berg. Rund einen Kilometer südlich von Densbüren liegt in einem kurzen Seitental am Fusse des Asperstrihe der Ortsteil Asp. Daneben gibt es zahlreiche verstreute Einzelhöfe an den Berghängen.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 1252 Hektaren, davon sind 688 Hektaren bewaldet und 60 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Strihe, der tiefste liegt auf 430 Metern am Staffeleggbach. Das Gemeindegebiet von Densbüren ist Teil des Juraparks Aargau, einem «Regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung».
Nachbargemeinden sind Herznach im Norden, Zeihen im Nordosten, Thalheim im Osten, Küttigen im Süden sowie Oberhof und Wölflinswil im Westen.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1426 als Teinspuiren. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Taninesburron und bedeutet «bei den Häusern des Tanin». Die bei Densbüren gelegene Burg Urgiz wurde bereits im Jahr 1277 erwähnt und war im Besitz der Herren von Uriols. Diese hatten die kleine Herrschaft Urgiz, die neben Densbüren auch Asp umfasste, vom Bistum Strassburg als Lehen erhalten. Das Basler Erdbeben von 1356 richtete grosse Schäden an, woraufhin die Burg zerfiel. 1429 erwarben die Effinger aus Brugg die Herrschaft, 1444 folgten die Rätz aus Säckingen und schliesslich 1475 die Hasfurter aus Luzern.
1502 erwarb Bern die Herrschaft, welche damit Teil des als Berner Aargau bezeichneten Untertanengebiets war. Die Berner sicherten sich dadurch den strategisch wichtigen Staffelegg-Passübergang an der Grenze zu Vorderösterreich. Die Einführung der Reformation erfolgte im Jahr 1528. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Densbüren gehört seither zum Kanton Aargau, die Nachbargemeinden im Fricktal folgten 1803. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden aufgrund des Gesetzes «zur Bekämpfung der Heimatlosigkeit» jenische Familien eingebürgert. Zwischen 1850 und 1980 nahm die Bevölkerung um mehr als die Hälfte ab, steigt jedoch seither wieder leicht an.
Die Ruine Urgiz befindet sich nordöstlich des Dorfes auf einer Höhe von 577 m ü. M. auf einem schmalen und steilen Felsgrat, mehr als 120 Höhenmeter über der Talsohle. Die Mauerreste wurden 1996/97 freigelegt und konserviert.
Bis 1642 gehörte Densbüren zur Pfarrei Elfingen und ist seither eine selbständige Pfarrei. Die Reformierte Kirche Densbüren entstand zwischen 1552 und 1558. Das schlichte spätgotische Bauwerk steht etwas erhöht am Hang des Rüdlenbergs.
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss mit rotem Bord grüne Tanne auf grünem Dreiberg.» Das im Jahr 1811 eingeführte Siegelbild zeigte ebenfalls eine Tanne auf Dreiberg, allerdings in blauem Feld und ohne Umrandung. 1949 erfolgte eine heraldisch korrekte Umgestaltung. Das rote Bord wurde gewählt, um Verwechslungen mit anderen Gemeindewappen auszuschliessen und um an die frühere Zugehörigkeit des Dorfes zum Bistum Konstanz zu erinnern.
Bevölkerungsentwicklung:
Am 31. Dezember 2014 lebten 677 Menschen in Densbüren, der Ausländeranteil betrug 9,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 73,4 % reformiert und 15,7 % römisch-katholisch; 2,8 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 98,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Aarau zuständig. Densbüren gehört zum Friedensrichterkreis Kirchberg, der die Gemeinden Biberstein, Densbüren, Erlinsbach und Küttigen umfasst.
In Densbüren gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 270 Arbeitsplätze, davon 26 % in der Landwirtschaft, 33 % in der Industrie und 41 % im Dienstleistungssektor. Fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Aarau oder in den Gemeinden des Fricktals. Am Herzberg befindet sich ein Tagungszentrum.
Densbüren liegt an der Staffelegg-Passstrasse zwischen Aarau und Frick (Hauptstrasse 24). Zwischen diesen beiden Orten führt auch eine Postautolinie. Der Weiler Asp ist über eine kurze Stichstrasse erreichbar.
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule, die Sekundarschule und die Bezirksschule können in Frick besucht werden. Die nächste Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.
Aarau | Biberstein | Buchs | Densbüren | Erlinsbach | Gränichen | Hirschthal | Küttigen | Muhen | Oberentfelden | Suhr | Unterentfelden
Ehemalige Gemeinde: Rohr
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