OpenNap

OpenNap ist ein freier Klon des Filesharingprogramms Napster. OpenNap bietet die gleiche Grundfunktionalität wie damalige Napster-Server, dazu gehört die Suche nach Dateien, Hoch- und Herunterladen von Dateien, Durchstöbern von Dateien eines anderen Benutzers und eine Chat-Funktion sowohl zwischen zwei einzelnen Benutzern als auch auf Basis von öffentlichen Räumen. Zudem ist es möglich mehrere Server miteinander zu verbinden, um mehr Clients miteinander zu verlinken.
OpenNap ist ein Kommandozeilenprogramm ohne graphische Benutzeroberfläche und lässt sich auf vielen POSIX-konformen Systemen einsetzen (z. B. Linux, Unix oder BSD). Auch Windows wird unterstützt. Weil es sich um freie Software handelt, kann jeder einen Server aufsetzen. Seit Ende 2001 wird OpenNap allerdings nicht mehr entwickelt (s. Geschichte).
Neben den Grundfunktionen von Napster wurden auch neue hinzugefügt. So ist es zum Beispiel möglich, nicht nur MP3-Dateien zu tauschen, sondern beliebige Dateitypen. Die Chatfunktionalität wurde derart erweitert, dass es für Chat-Räume (ähnlich wie bei IRC) Benutzer mit besonderen Rechten gibt.
Trotz des in die Jahre gekommenen Konzepts erfreuen sich OpenNap und seine Abkömmlinge noch sehr großer Beliebtheit. Eine Liste von aktiven Servern konnte lange Zeit bei Napigator abgerufen werden. Seit Ende April 2004 existiert dieser Service aber nicht mehr, weswegen zwei neue (von Privatpersonen betriebene) entstanden sind, gotnap.com und naplist.com was zwischenzeitlich wieder abgeschaltet wurde.

Das Projekt OpenNap wurde im Januar 2000 bei SourceForge von drscholl registriert. Das Napster-Protokoll wurde dabei durch Reverse Engineering ermittelt und veröffentlicht. Das ermöglichte, dass verschiedene Clients geschrieben werden konnten. Diese konnten auch am originalen Napster-Netz teilnehmen.
StreamCast Networks, Inc. unterhielt während des OpenNap-Booms einige professionelle Server mit dem Namen MusicCity, die bis zu 20000 Benutzer verwalten konnten. Im April 2001 wurden diese aber vom Netz genommen und kurze Zeit darauf der Peer-to-Peer-Client Morpheus gestartet, der einige Zeit sehr populär war und ursprünglich das FastTrack-Netz benutzte.
Nachdem drscholl Probleme mit der RIAA bekommen hatte und die Server, die er für Testzwecke benutzt hatte, geschlossen wurden, resignierte er Ende 2001 und stellte die Entwicklung von OpenNap ein.
Die wichtigsten Clients (neben dem offiziellen Client) waren für Windows FileNavigator, AudioGnome und WinMX, für Linux TekNap, GNapster und Lopster, und auf Basis von Java XNap. Die meisten davon werden schon längere Zeit nicht mehr entwickelt. Die einzigen Clients, die davon noch entwickelt werden, sind Lopster und XNap.
Nachfolgende Beschreibung gilt auch für das (nicht mehr existierende) originale Napster-Protokoll.
Das OpenNap Netzwerk besitzt eine klassische Sterntopologie. Es gibt einen zentralen Server, der alle Clients bedient. Eine Erweiterung davon ist, dass mehrere Server miteinander verbunden werden können, damit die Last auf verschiedene Rechner verteilt wird. Die Anfragen eines Clients werden dann zu den anderen Servern weitergeleitet und das Ergebnis zum Client zurückgeliefert.
Freigegebene Dateien werden auf dem Server indiziert. Das bedeutet, dass ein Client nach dem Einloggen eine Liste dieser Dateien zum Server sendet. Unterstützt werden dabei beliebige Dateitypen. Startet ein Benutzer eine Suche, so wird diese dem Server übergeben, der daraufhin seine aktuelle Datenbank zu Rate zieht. Die Ergebnisse werden dem Client samt IP-Adresse des besitzenden Benutzers übermittelt. Soll das Herunterladen gestartet werden, wird ein Teil des Handshakes über den Server abgewickelt und erst wenn das Herunterladen vom Besitzer der Datei erlaubt wird, wird eine direkte Verbindung zwischen den beteiligten Parteien hergestellt.
Einer der großen Nachteile von OpenNap ist, dass es keine Prüfsummen oder Hash-Werte für Dateien gibt (obwohl das Protokoll MD5-Summen vorsieht, was auch implementiert ist, aber es kam praktisch nie zum Einsatz). Die Folge ist, dass bei Dateiübertragungen Fehler auftreten können, die unbemerkt bleiben.
Abgebrochenes Herunterladen kann fortgesetzt werden (resume). Dies bedeutet automatisch, dass das gleichzeitige Laden einer Datei von mehreren Quellen möglich ist. Einer der Clients, der dies implementiert, ist Lopster.
Die Kommunikation zwischen Server und Client setzt auf TCP/IP auf und wird über Befehle abgewickelt, die aus einem binären Kopf und einem ASCII-Rumpf bestehen. Der Kopf beinhaltet zwei vorzeichenlose, ganzzahlige 16-bit Werte im Little-Endian-Format. Der erste Wert spezifiziert die Länge des Rumpfes und der zweite die Art des Befehls.
Der Rumpf wird – abhängig von der Art des Befehls – als Anreihung von Argumenten, die durch Leerzeichen (0x32) getrennt werden, interpretiert. Argumente, die selbst ein Leerzeichen enthalten können (wie zum Beispiel Dateinamen) werden von Anführungsstrichen umschlossen.
Die Protokollspezifikation schränkt die Größe der freigegebenen Dateien nicht ein. Derzeit wird sie allerdings sowohl durch die Server- als auch Clientimplementierungen auf 32 bzw. 31 Bits (4 GiB bzw. 2 GiB) limitiert.
Eine relativ genaue Spezifikation des Protokolls findet man auf den Homepages der Serverimplementierungen.
Seit 2001 sind ein paar Server entstanden, die als Grundlage die letzte Version von OpenNap benutzen. Der bekannteste davon ist OpenNap-NG. Die wichtigste Neuerung ist, dass die Kommunikation zwischen Server und Client komprimiert werden kann um Bandbreite zu sparen und so mehr Clients zu bedienen.
Allerdings soll laut der opennap-ng.org Webseite der Code des SourceForge-Projekts auf einem drei Jahre alten Code basieren. Nach einem Disput trennte sich einer der Admins, um das Projekt unter eigenem Dach weiter zu führen, während das ursprüngliche Projekt seine Arbeit an altem Code weiter führt.
Beide Projekte konkurrieren um den Namen OpenNap-NG.
SlavaNap ist ein Server für das Betriebssystem Windows mit einer grafischen Oberfläche. Er besitzt im Grunde dieselbe Funktionalität wie OpenNap. SlavaNap wurde bis zur Version 2.3.0 unter der GNU General Public License entwickelt, ist mittlerweile aber Closed Source. Trotzdem ist er heute der bei weitem meistgenutzte Server.
CleanNap ist eine plattform-unabhängige Implementierung im Alpha-Stadium, deren Entwicklung im Juni 2004 wieder aufgenommen wurde. Laut Homepage wurde sie im Juli 2004 wieder eingestellt.

Albrecht von Herzeele

Otto Philipp Albrecht Freiherr von Herzeele (* 23. Juni 1821 wohl auf Gut Vietgest, Landkreis Rostock; † unbekannt) war ein deutscher Naturwissenschaftler und Fachbuchautor.
Er entstammte dem Geschlecht Van Herzeele, einer ursprünglich wohl aus Köln stammenden und in Antwerpen ansässig gewordenen Familie und war der Sohn des Obersten Cornelius Freiherr von Herzeele († 1830), Erb- und Gerichtsherr auf den Gütern Vietgest (seit 1819), Nienhagen und Reinshagen (alle drei heute Ortsteile von Lalendorf) sowie Schwiggerow (heute Ortsteil von Hoppenrade), alle im Landkreis Rostock, und dessen Ehefrau Therese von Lindenau.
Herzeele studierte von 1841 bis 1842 Medizin an der Universität Genf und von 1843 bis 1846 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 1849 veröffentlichte er in Berlin sein Schauspiel Marquis Pombal. Später lebte und wirkte er in Hannover.
Im Jahr 1873 veröffentlichte er das Werk Der Ursprung anorganischer Substanzen. Von ihm stammt der Satz: „Nicht der Boden bringt die Pflanze hervor, sondern die Pflanze den Boden.“
Herzeele machte von 1875 bis 1883 mehrere Hundert Versuche, die ihn von der Möglichkeit biologischer Transmutationen überzeugten.

Joseph Barker Stearns

Joseph Barker Stearns (* 28. Februar 1831 in Weld, Maine, USA; † 4. Juli 1895 in Camden, Maine) erfand das Duplex-System für die Telegrafie.

Stearns kam als Sohn von Edward Ray Stearns und Eliza Tyler Barker in Weld, Maine zur Welt. Sein Vater ging nach Searsmont, er selbst nach Newburyport, wo er zunächst in einer Baumwollspinnerei tätig wurde. Er beschäftigte sich mit Telegrafie in Newburyport, Massachusetts und betrieb dort ein Telegrafen-Büro. Mit 24 Jahren wurde er Superintendent der Fire Alarm Telegraph Company in Boston.
1868 tätigte Stearns mehrere Erfindungen, die den Brandmeldetelegrafen betrafen. 1868 patentierte er das Duplex-System der Telegraphie. Von 1869 bis 1871 wurde Stearns Präsident der Franklin Telegraph Company. In diesen Jahren brachte er sein System zur Anwendung, welches in der Folge auf den französischen, englischen und belgischen Leitungen einsetzt wurde. Dieses System wurde später auf den Atlantik-Kabeln angewendet.
Schließlich verkaufte er seine Patentrechte an die Western Union Telegraph- und Kabelgesellschaft und andere Kabelgesellschaften, die eine Nutzungsgebühr zahlen mussten. Regierungen wie England, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Russland sowie Indien und mehrere U-Boot-Kabel-Unternehmen wurden auf diese Weise mit diesem System vertraut. Von 1879 bis 1880 arbeitete Stearns als Ingenieur der mexikanischen Telegraphen-Gesellschaft und arbeitete an der Herstellung und Verlegung sowie Inbetriebnahme der Leitungen zwischen Galveston, Texas und Veracruz, Mexiko.
1881 kam es zu einem neuen Einsatz in Mittel- und Südamerika für die dortigen Unternehmen. So wurde etwa die Leitung von der Landenge von Tehuantepec in Mexiko nach Callao, Peru, verlängert. Schließlich ging er 1885, mit nur 54 Jahren, in den Ruhestand, den er in Camden, Maine verbrachte. Dort beschäftigte er sich mit der Sammlung von Büchern für seine umfangreiche Bibliothek. er sammelte außerdem Töpfereien der Chiriquí, die im Smithsonian Institute von Washington, D.C. ausgestellt wurden.
Joseph Barker Stearns hatte acht Kinder. Er heiratete 1853. Seine erste Ehefrau war Lois M. Brooks aus Putney, Vermont (* 4. Juni 1827; † 29. Juli 1861). In zweiter Ehe war er mit Frances Amanda Edmonds (* 16. Januar 1838) aus Portsmouth, New Hampshire. Die Trauung fand am 6. Juni 1866 statt.
Stearns erhielt 1872 die Ehrenmedaille des American Institute of New York für die Erfindung des Telegraphen-Duplex.

Hôtel-Dieu (Tonnerre)

Das Hôtel-Dieu in Tonnerre, einer Stadt im Département Yonne der französischen Region Burgund, ist ein mittelalterliches Krankenhaus. Das Gebäude ist bereits seit dem Jahr 1862 als Baudenkmal (Monument historique) geschützt.

Das Hôtel-Dieu wurde von Margarete von Burgund gestiftet und von 1293 bis 1295 errichtet. Die als Hôpital Notre-Dame des Fontenilles bezeichnete Einrichtung hatte Platz für 40 Kranke, wobei später auch deutlich mehr Personen untergebracht wurden. Marguerite de Bourgogne ließ daneben einen Wohntrakt, genannt Le château (das Schloss), bauen, wo sie selbst als Witwe wohnte. Ihr Leichnam wurde 1308 in der Kapelle des Hôtel-Dieu bestattet.
Der ca. 88 Meter (mit später hinzugefügter gotischer Apsis 96 Meter) lange, 14 Meter breite und etwa 12 Meter hohe Krankensaal wird von einem 4500 m² großen Dach bedeckt, das ursprünglich mit buntglasierten Ziegeln (vgl. Hôtel-Dieu (Beaune)) gedeckt war. Die Wände waren getäfelt und der von hölzernen Zugankern zusammengehaltene Dachstuhl wurde in Form eines umgedrehten Schiffsrumpfes konstruiert. An der Südostseite schließt sich die gotische Kapelle an. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde die Nordwestseite des Gebäudes verlängert um dort u. a. einen Operationsraum unterzubringen.
Eine noch zu Lebzeiten der Stifterin (um 1305) gefertigte und ca. 2,10 Meter hohe Muttergottesstatue (Vierge Dorée) ist über dem Renaissance-Altar (16. Jahrhundert) der Kapelle aufgestellt. Mehrere Skulpturen, darunter eine Grablegung Christi aus dem Jahr 1454 – eine der ältesten ihrer Art – sowie zwei bedeutende Grabmäler für François Michel Le Tellier de Louvois (1691) bzw. für Margarete von Burgund (1826) sind im großen Saal ausgestellt. In den Jahren 1785/6 ließ der damalige Klostervorsteher Camille Férouillat in den Fußboden des großen Krankensaales einen Mittagsweiser (oft auch als Gnomon bezeichnet) einarbeiten.
Das angeschlossene Museum zeigt einige Bruchstücke der mittelalterlichen Glasfenster sowie mehrere Kruzifixe, die jedoch zumeist aus Kirchen der Umgebung stammen. Ein Raum zeigt die Ausstattung des Krankensaales wie er im 19. Jahrhundert aussah.
Im Hôtel-Dieu finden manchmal Ausstellungen und Konzerte statt. Es ist für Besichtigungen zugänglich.
47.8561111111113.9755555555556Koordinaten: 47° 51′ 22″ N, 3° 58′ 32″ O

Kemendok-Nationalpark

Der Kemendok-Nationalpark ist ein Nationalpark im Südwesten des australischen Bundesstaates New South Wales, 45 km südöstlich von Mildura am Murray River.
Der Park entstand im Juli 2010 in der Nähe des Hattai-Kukyne-Nationalparks, aber am Ostufer des Murray River, gegenüber Colignan. Zwischen Nationalpark um Fluss findet sich im südlichen Teil noch die Kemendok Nature Reserve, ein staatliches Schutzgebiet.
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Camposanto (Buttstädt)

Der Camposanto Buttstädt ist ein denkmalgeschützter historischer Friedhof in Buttstädt, einem Ort im Landkreis Sömmerda (Thüringen). Er ist eine der wenigen erhaltenen Friedhofsanlagen der Renaissance in Mitteldeutschland.

Der Friedhof wurde 1591 nach dem Vorbild der italienischen Campo Santi angelegt und wurde bis 1861 belegt. Im späten Mittelalter setzte ein Umdenken bei den Bestattungsgewohnheiten ein. Bis dahin war es Brauch, die Toten in der Nähe des Altares zu bestatten. Also befanden sich die Grabstätten meist rund um die oder in der Kirche. Raumnot und hygienisch bedenkliche Verhältnisse zwangen zum Umdenken. Neue Friedhöfe wurden außerhalb der Stadtmauern angelegt. Das erstarkte Bürgertum verlangte nach repräsentativen Grabstätten. Mit dem Campo Santo entstand eine weltliche Form der Bestattung, bei der allerdings die prunkvollen Grabmale der städtischen Honoratioren durchaus als gottergeben galten. Der Vorgängerfriedhof, der sich auch an dieser befand, gehörte zur wendischen Kirche St. Johannis, er befand sich außerhalb der Stadtgrenzen. Die Johanniskirche wurde bei einem Stadtbrand im Jahr 1684 zerstört, auch der Friedhof wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Tor an der Ecke des Friedhofes trägt die Bezeichnung 1592, aus dieser Zeit stammen auch die Ost- und Nordmauer des Camposanto. laut einer Infschrift am Ostflügel wurden die innenliegenden Kolonnaden 1603 gebaut. Die Schäfte der Säulen sind entweder glatt, rustiziert oder kanneliert. An einem Postament ist der Name des Stadtkämmerers Valentin Rensch erhalten, er war Stifter oder Bauverwalter. Der Torturm ist mit Schiefer verblendet, er wurde wohl um 1700 aufgesetzt. Der Friedhof beherbergt zahlreiche Grabmale aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Der Campo Santo war nie ganz von Arkaden umsäumt. Die schönsten Grabmale aus allen Epochen der Belegung sind unter den beiden Säulengängen erhalten. Von den Grabmalen auf dem leicht abfallenden Gräberfeld sind nur wenige erhalten. Von 1991 bis 1995 wurden umfangreiche Maßnahmen zur Bausicherung vorgenommen. Eine vergleichbare Friedhofsanlage ist in Thüringen nicht erhalten.
Stadtgottesacker in Halle/Saale
51.1187411.41938Koordinaten: 51° 7′ 7″ N, 11° 25′ 10″ O

Franz J. Müller

Franz Josef Müller (* 8. September 1924 in Ulm; † 31. März 2015 in München) war ein Mitglied der „Ulmer Abiturientengruppe“ der Weißen Rose. Er gründete 1986 die Weiße Rose Stiftung.

Franz J. Müller sammelte Geld für Briefmarken und Umschläge, in denen Flugblätter der Weißen Rose verschickt wurden, und war auch in die Verteilung der Briefe eingebunden. Oft traf er sich zu diesem Zweck in der geheimen Orgelkammer der Ulmer Martin-Luther-Kirche mit Hans Hirzel, dem Sohn des damaligen Pfarrers. Mit Hirzel faltete, adressierte und frankierte er dort 1.000 Exemplare des fünften Flugblatts der Weißen Rose. Müller wurde im Februar 1943 zur Wehrmacht nach Frankreich zum Wehrdienst eingezogen.
Die Gestapo verhaftete ihn im März 1943. Ein anderes Mitglied der Weißen Rose hatte unter Folter seinen Namen genannt. Am 19. April 1943 begann im Münchner Justizpalast der zweite Prozess des Volksgerichtshofs gegen Mitglieder der Weißen Rose unter dem Vorsitz von Volkgerichtshofspräsident Roland Freisler. Müller wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Warum Susanne Hirzel, Hans Hirzel und er nicht wie andere Mitglieder der Weißen Rose bei diesem Prozess zum Tode verurteilt wurden, ist unklar. Müller glaubte, dass dabei Freislers Rassismus eine Rolle spielte, da alle drei blond und blauäuig waren. Im Verfahren schrie Freisler: „Sie haben ja ein rassisch gutes Aussehen, wie konnten Sie dann gegen den Führer sein?“ Zum Ende der Zeit des Nationalsozialismus kam Müller wieder frei.
Statt wie geplant 1947 in die USA zu emigrieren, überzeugte ihn der damalige Ulmer Oberbürgermeister Robert Scholl, Vater der hingerichteten Geschwister Scholl, in Deutschland zu bleiben. Franz J. Müller studierte Rechtswissenschaften in Tübingen, Basel und Freiburg im Breisgau. Er engagierte sich auch beruflich für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. 1986 rief er mit Mitgliedern und Angehörigen der in München hingerichteten Mitglieder der Weißen Rose die Weiße Rose Stiftung ins Leben, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das geistige Vermächtnis der Weißen Rose weiterzugeben. Bereits seit Anfang der 1970er Jahre sprach Müller regelmäßig als Zeitzeuge vor Schulklassen, um über sein Leben und die Weiße Rose zu berichten. Er ist auch in der Ulmer DenkStätte Weiße Rose porträtiert.
Franz J. Müller war unter anderem Träger der Auszeichnung München leuchtet und wurde mit einer Yad-Vashem-Medaille ausgezeichnet, einer Medaille des Staates Israel zur Anerkennung der Mitgliedschaft Müllers in der „Weiße Rose“ und für deren Engagement gegen das NS-Regime. Diese Medaille führt allerdings nicht zu einem Eintrag auf der offiziellen Webseite von Yad Vashem unter den deutschen Gerechten unter den Völkern.
Franz J. Müller starb am 31. März 2015 im Alter von 90 Jahren nach langer Krankheit in München.

Dzharkutan

Dzharkutan (auch Jarkutan, Djarkutanm genannt) ist eine prähistorische proto-urbane Siedlung in Usbekistan und ein Zentrum der antiken Zivilisationen in Baktrien, dem Gebiet aus dem eventuell der Religionsgründer Zarathustra stammt. Die Siedlung an einem alten Bachlauf besitzt zwei Monumentalbauten, ein Töpferviertel, eine Zitadelle und ausgedehnte Gräberfelder. Dzharkutan liegt im Westen der Provinz Surxondaryo, im Süden von Usbekistan, etwa fünf Kilometer südöstlich von Scherabad und 50 km nordwestlich von Termiz.
Dzharkutan ist eine der größten Siedlungen der späten Bronzezeit der Oasenkultur (auch Oxus-Kultur genannt). Die Kultur war im Südosten von Turkmenistan, in Usbekistan und im Norden von Afghanistan verbreitet. Ihre Genese und Datierung sind unklar. Die hauptsächlich von sowjetischen Gelehrten durchgeführte archäologische Forschung hat versucht, beides mit der Bildung und Bewegungen von Ariern und der Entwicklung des Zoroastrismus zu verbinden, aber diese Thesen sind umstritten.
Die Ausgrabungen in Dzharkutan wurden 1973 vom Usbekischen Archäologischen Institut begonnen und 1994 als Kooperationsprojekt mit dem DAI wieder aufgenommen. Bei den früheren Grabungen wurden der Burghügel, das schlossähnliche Denkmal, ein weiteres monumentales Gebäude, das Töpferquartier und mehr als 1500 Gräber ausgegraben und teilweise veröffentlicht. Dabei wurde bei der Keramik und den Kleinfunden eine relative Chronologie und die Beziehungen zu anderen Plätzen der Oxus Kultur begründet. Ausgehend von der Töpferei wurde die Reihenfolge der Siedlung in die Phasen Dzharkutan, Kusali und Mullalli unterteilt, die zwischen dem frühen Sapalli und dem späteren Bustan angesetzt wurden.
Die Ausgrabungen weisen die Nordhälfte als den älteren Teil und Bereich der sozialen Oberschicht aus. Die südliche Hälfte besteht hauptsächlich aus einfachen Lehmhäusern und Werkstätten. Unter den Resten der Burgmauer wurden reiche bronzezeitliche Häuser freigelegt. Dies belegt, dass die Mauer entweder in eine späte Phase der Bronzezeit oder sogar erst in die frühe Eisenzeit gehört. In diesem Zusammenhang ist auffällig, dass auf dem Burghügel nur Keramik aus der frühen Eisenzeit gefunden wurde. Unter einem Gebäudekomplex auf Hügel V wurde eine große Lehmziegelplattform gefunden, mit der die Kuppe des Hügels offenbar erweitert wurde. In den unteren Schichten des monumentalen Gebäudes auf Hügel VI mit seinen acht Meter breiten und vier Meter aus der breiten Umfassungsmauer hervorstehenden abgerundet Bastionen wurde eine ausgeklügelte Raumaufteilung, vergleichbar den besser erhaltenen Gebäuden in Margiana (Togolok) identifiziert. Unter der westlichen Hälfte des Gebäudes fanden sich Spuren eines früheren Gebäudes mit regelmäßigem Layout und Zimmern bis zu 49 m² (7 m × 7 m) Größe, sowie verschiedene Arten von Brennöfen. Die Keramik datiert dieses Gebäude in die früheste Dzharkutan-Phase, die Überschneidungen mit der Sapalli-Kultur aufweist. Unter dem östlichen Teil des monumentalen Gebäudes fanden sich Werkstätten und Öfen aus der gleichen Periode.
Zwischen einigen anderen Bestattungen wurde ein Katakombengrab gefunden, das eine Nachnutzung erfahren hat. Das Material vom Gräberfeld dient als Leitfossil für die Datierung der Siedlungskeramik.
Die Ausgrabungen zeigen, dass die Abfolge der Phasen in Dzharkutan komplexer war als angenommen. Die Erforschung des Burghügels ist entscheidend bei der Frage, ob es eine Kontinuität der Besiedlung von der Bronze- bis zur Eisenzeit gab, oder ob der Platz nach dem Niedergang der Oasenkultur für eine Weile aufgegeben wurde.
41.033370.9333Koordinaten: 41° 2′ 0″ N, 70° 56′ 0″ O

DAF YA-314/324

Der DAF YA-314 / YA 324 war ein militärischer Lkw, den DAF für die niederländische Armee von 1955 bis 1965 in 4406 Exemplaren produzierte. In den 1980er Jahren wurde die Modellreihe durch den DAF YA 4440 / 4442 ersetzt.

In den 1950er-Jahren bestand der Fuhrpark der königlichen niederländischen Armee hauptsächlich aus Fahrzeugen der Alliierten des Zweiten Weltkriegs. Die Wartung und Lieferung von Ersatzteilen für die nicht mehr produzierten ursprünglichen britischen und amerikanischen Fahrzeuge wurde zunehmend ein logistisches Problem und eine Erneuerung wurde daher notwendig. Am 20. Dezember 1951 erhielt DAF einen ersten Auftrag der Regierung in Höhe von 175 Millionen Gulden. Dieses Geld war eine Maßnahme des Marshall-Plans zum Wiederaufbau von Europa. Insgesamt summierten sich die Aufträge zwischen 1951 und 1956 auf 393.583.005 Gulden für die Lieferung von drei unterschiedlichen Arten von militärischen LKW, neben dem YA-314 auch den DAF YA-328 und den DAF YA-126.
Der Lkw YA-314 hatte keine Servolenkung und keine Heizung. Um das Führerhaus zu erwärmen, musste die zwischen den Sitzen platzierte Motorhaube geöffnet werden, sodass die Motorwärme, aber auch Lärm und Öldämpfe sich verbreiten konnten. Der Wert eines Fahrzeugs betrug 25.000 Gulden. Dieser Preis wurde auf das Armaturenbrett geschrieben, wahrscheinlich um die Fahrer zur Schonung des Materials anzuhalten.
Die Typenbezeichnungen YA, YK, YF-314/324 setzte sich in der folgenden Art und Weise zusammen:
Die Serie 1 DAF YA-314 wurde von 1955-1960 gebaut und die zweite Serie YA-324 von 1961-1965. Beim YA-324 wurde das Chassis etwas erweitert, stärkere Blattfedern an der Hinterachse verbaut mitsamt geänderten Stoßdämpfern vorne und hinten. Außerdem war beim YA-324 neben dem Tachometer auch die Füllstandsanzeigen neben dem Geschwindigkeitsmesser beleuchtet und neben dem Planenaufbau gab es ihn nun auch mit geschlossenem Metallaufbau statt Stahlaufbau.
Motor
Anders als der DAF YA-328 und der DAF YA-126 gelangte der DAF YA-314 und YA-324 bei seiner Ausmusterung bei der niederländischen Armee, die in den 1980er Jahren begann, kaum in private Hände. Wohl aufgrund der höheren Verwendbarkeit landete der Großteil der Exemplare bei ausländischen Armeen. Viele YA 314 wurden verschrottet und ihre Vorder-und Hinterachsen beim Bau von Containern eingesetzt. In der niederländischen Armee wurde der DAF YA 4440 / 4442 das Nachfolgemodell.
Aktuelle LKW: XF | LF | CF | XF105
Historische LKW: XF95 | N2800/N3300 | 95XF | 95 | 65/75 | 45/55 | 85 | 2900/3200 | 600/800/1000 | 45 | 70/80 | 60 | 50 | FA 1700/1900/2100/2300/2500/2700 | F1600/F1800 | N2500 | 2100/2300/2500 DHS | F500-F1500 | 2800/3300/3600‎ | F1200/F1400/F1600/F1800/F2100 | 2600 | Torpedo | DAF A/AS/DP/DO 2000-3000 | A117‎ | A-Serie
Historische Kleintransporter: 200-400 | A10 | Pony | Kalmar | Losser
Historische Busse: DAF TB160 | DAF MB200 | DAF MB230 | DAF MBG200 | DAF DB220 | DAF DB250 | DAF SB120 | DAF SB200 | DAF SB220 | DAF SBG220 | DAF SB250
Historische Pkw: 30 | 31 | 32 | 33 | 44 | 46 | 55 | 66 | 77 | 600 | 750 | Daffodil | Daffodil S | Siluro
Historische Militärfahrzeuge: Tropco | M39 | YBZ-3300 | Y-2300 | YA-66 | YA-126 | YA-314/324 | YA-328 | YA-414 | YA-616 | YA 4440/4442 | YP-104 | DAF YP-408

Sophie von Merenberg

Gräfin Sophie Nicholaiewna von Merenberg (* 1. Juni 1868 in Genua; † 14. September 1927 in London) war eine High-Society-Lady.

Sophie war die älteste Tochter unter drei Kindern des Generalmajors Nikolaus Wilhelm von Nassau-Weilburg (1832−1905) und dessen Ehefrau zur Linken, der Gräfin Natalia Alexandrowna von Merenberg (1836−1913), Tochter des russischen Nationaldichters Alexander Sergejewitsch Puschkin. Ihre Großeltern väterlicherseits waren der Herzog Wilhelm I. von Nassau und dessen zweite Gemahlin, Prinzessin Pauline von Württemberg.
In Nizza lernte Gräfin Sophie den russischen Großfürsten Michail Michailowitsch Romanow kennen und lieben, indem er sie zuvor von einem durchgegangenen Pferd rettete. Nachdem er von drei europäischen Prinzessinnen abgelehnt wurde und eine russische Gräfin wegen Standesunterschied nicht heiraten durfte, dachte er gar nicht daran, den Zaren Alexander III. oder seine Eltern um die nötige Heiratserlaubnis zu bitten, da er davon ausging, dass man ihm diese erneut nicht erteilen würde. Am 26. Februar 1891 heiratete Gräfin Sophie von Merenberg in San Remo den Großfürsten Michail (1861−1929), den zweiten Sohn des Großfürsten Michael Nikolajewitsch Romanow und seiner Frau Prinzessin Cäcilie von Baden, nach deren Heirat Olga Fedorowna genannt. Die Ehe galt nicht nur als morganatisch, sondern aufgrund der fehlenden Genehmigung nach den Regeln der Zarenfamilie auch als illegal und verursachte trotz der teils adeligen Herkunft einen großen Skandal am Hof.
Michail verlor alle seine militärischen Ehren und wurde gleichzeitig seiner Stellung am Hof enthoben. Zudem wurde ihm auf Lebenszeit untersagt, nach Russland zurückzukehren. Der Zar verlieh der Braut dennoch den erblichen Titel einer Gräfin de Torby. Als ihre Schwiegermutter von der Eheschließung erfuhr, brach sie zusammen und reiste zur Erholung auf die Krim. Auf dem Weg dorthin erlitt sie einen Herzinfarkt und starb. Da Großfürst Michail des Landes verwiesen war, durfte er nicht an der Beerdigung seiner Mutter teilnehmen.
Das Ehepaar lebte abwechselnd in London, Paris und Nizza. Während des Ersten Weltkriegs blieb ihr Mann mit der Familie in England, so überlebte er 1917 als einziges männliches Mitglied seiner Familie die Oktoberrevolution. Gräfin Sophie de Torby starb am 14. September 1927 in London an den Folgen einer Krebserkrankung.