Citrix Tennis Championships 2000

Die Citrix Tennis Championships 2000 waren die 8. Ausgabe des Tennis-Hartplatzturniers in Delray Beach. Es war das zweite Mal, dass dieses Turnier in Delray Beach ausgetragen wurde, zuvor war der Standort noch Coral Springs. Das Turnier war als Turnier der International Series Teil der männlichen ATP-Serie. Es fand zusammen mit den Kopenhagen Open und dem Chevrolet Cup in Santiago de Chile vom 28. Februar bis 5. März 2000 statt. Das Preisgeld betrug jeweils für Einzel- und Doppelturnier 325.000 $. Im Einzel traten 32 Spieler gegeneinander an, im Doppel waren es 16 Paarungen.
Titelverteidiger im Einzelturnier war der Australier Lleyton Hewitt, der in diesem Jahr nicht bei diesem Turnier antrat. Stattdessen gewann der an sechs gesetzte Österreicher Stefan Koubek seinen einzigen Titel der Saison 2000. Er gewann im Finale gegen den Qualifikanten Álex Calatrava aus Spanien in drei Sätzen. Es war der zweite Turniererfolg seiner Karriere.
Im Doppel siegte die ungesetzte Paarung bestehend aus Brian MacPhie und Nenad Zimonjić. Zimonjić verteidigte damit seinen Titel, den er im Jahr zuvor mit noch mit Max Mirny gewinnen konnte. Mirny scheiterte an drei gesetzt mit seinem Partner Mark Knowles im Halbfinale. Für Zimonjić war es der erste Titel der Saison und sein zweiter Doppelerfolg insgesamt, für MacPhie ebenfalls der zweite Karrieretitel, jedoch der einzige Saisonerfolg.
→ Hauptartikel: Citrix Tennis Championships 2000/Doppel
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Emma Willard

Emma Willard (Geburtsname: Emma Hart) (* 23. Februar 1787 in Berlin, Connecticut; † 15. April 1870 in Troy, New York) war eine US-amerikanische Pädagogin und Pionierin auf dem Gebiet der höheren Bildung für Frauen und der Koedukation in den USA.

Die Tochter des Kaufmanns und Politikers Samuel Hart erhielt ihre Schulbildung an Schulen in Berlin sowie Hartford und nahm danach 1803 im Alter von sechzehn Jahren eine Tätigkeit als Lehrerin auf. Nachdem sie als Rektorin an verschiedenen Schulen arbeitete, übernahm sie die Leitung einer Bildungseinrichtung in Middlebury und heiratete dort 1809 den Arzt und Bankier sowie damaligen US Marshal von Vermont, Dr. John Willard.
1814 eröffnete sie mit der Unterstützung ihres Ehemannes ein Internat für Mädchen in Middlebury, an dem sie Unterrichtsfächer für Geometrie und Philosophie einführte, die bei Mädchen zu dieser Zeit nicht unterrichtet wurden. Daneben betrieb sie auch zahlreiche Änderungen der damals üblichen Unterrichtsmethoden. Dort wuchs ihr Entschluss, ein Seminar für die höhere Bildung von Mädchen zu gründen und verfasste diesen 1818 in einer Abhandlung über die Bildung von Frauen (Treatise on the Education of Women), die sie 1819 als Anschreiben an das Repräsentantenhaus von Vermont richtete und die auf dem Emma Willard Memorial in Troy als The Magna Charta for Higher Education of Women in America bezeichnet wird.
Noch 1819 eröffnete sie eine Schule in Waterford, die von der Regierung des Bundesstaates New York anerkannt und unterstützt wurde. 1821 verzog sie nach Troy, wo ihr ein adäquates Gebäude zur Verfügung gestellt wurde, um dort das Troy Female Seminary, die heutige Emma Willard School, zu gründen. Nach dem Tode ihres Ehemannes 1825 leitete sie die von ihr gegründeten Schulen erfolgreich allein weiter.
1830 unternahm sie eine Reise nach Europa und veröffentlichte anschließend Journal and Letters from France and Great Britain (1833), dessen Verkaufserlöse sie für eine auf ihre Initiative hin gegründete Schule in Griechenland stiftete, an der einheimische Frauen als Lehrerinnen ausgebildet wurden. Bei diesem Projekt arbeitete sie unter anderem mit ihrer jüngeren Schwester Almira Lincoln Phelps, Sarah Josepha Hale und Lydia Sigourney zusammen.
Nachdem sie 1838 die Leitung der von ihr gegründeten Bildungseinrichtungen an ihren Sohn John Hart Willard und dessen Frau übergeben hatte, heiratete sie 1838 den Arzt Dr. Christopher Yates, von dem sie sich allerdings bereits 1843 wieder scheiden ließ und ihren bisherigen Namen wieder annahm.
In den Jahren vor ihrem Tod lebte sie in Troy und befasste sich dort mit der Überarbeitung zahlreicher Schulbücher und der Öffentlichkeitsarbeit für höhere Bildung. 1846 unternahm sie eine ausgedehnte Reise durch die Weststaaten und Südstaaten der USA, um Reden auf Versammlungen von Lehrern zu halten. 1854 gehörte sie zu den Teilnehmern eines weltweiten Bildungsforum in London.
Emma Willard, die als Pionierin auf dem Gebiet der höheren Bildung für Frauen in den USA angesehen wird, unterrichtete selbst im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn rund 5000 Schulkinder. Durch die Durchsetzung der gleichen Unterrichtsfächer für Mädchen schuf sie letztlich auch die Grundlagen für die Gemeinschaftserziehung von Mädchen und Jungen in den USA.
Neben ihrer eigenen Lehrtätigkeit verfasste sie zahlreiche, weit verbreitete Schulbücher zu Fächern wie Geschichte, Geographie, Biologie, Astronomie, die auch in mehrere europäische und asiatische Sprachen übersetzt wurden. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören:
Neben zahlreichen Artikeln und Essays verfasste sie aber auch Gedichte wie „Reeked in the Cradle of the Deep“, die 1830 in einer Anthologie erschienen.
Emma Willard wurde unter anderem durch die posthume Aufnahme in die Hall of Fame for Great Americans in New York City geehrt.
Ihr Wohnhaus in Middlebury, das heute als Verwaltungsgebäude für das Middlebury College genutzt wird, gehört unter dem Namen Emma Willard House zu den National Historic Landmarks in Vermont.

Kaimri

58.06666722.206944Koordinaten: 58° 4′ N, 22° 12′ O
Kaimri (deutsch Kaimern) ist ein Dorf (estnisch küla) auf der größten estnischen Insel Saaremaa. Es gehört zur Landgemeinde Salme (Salme vald) im Kreis Saare.

Der Ort an der Ostküste der Halbinsel Sõrve hat sieben Einwohner (Stand 31. Dezember 2011). Er liegt 26 Kilometer südwestlich der Inselhauptstadt Kuressaare.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich am Ort eine kleine orthodoxe Schule. Sie stellte 1872 ihren Unterricht ein.
Zwischen Kaimri an der Ostküste und dem ca. knapp drei Kilometer entfernten Lõpe an der Westküste der Halbinsel verlief eine zweireihige Panzerabwehrlinie aus Betonpyramiden, die die Rote Armee im Oktober 1941 gegen die deutsche Wehrmacht errichten ließ. 1944 verstärkten die deutschen Truppen diese Linie als Abwehr gegen die sowjetischen Streitkräfte.
Während des Zweiten Weltkriegs fanden an dieser schmalen Landenge erbitterte Kämpfe zwischen deutschen und sowjetischen Truppen statt. An sie erinnert ein 1969 errichtetes kleines Denkmal bei Lõpe.
Anseküla | Easte | Hindu | Imara | Järve | Kaimri | Kaugatoma | Lahetaguse | Lassi | Lõmala | Lõu | Länga | Läätsa | Metsalõuka | Mõisaküla | Möldri | Rahuste | Salme | Suurna | Tehumardi | Tiirimetsa | Toomalõuka | Ula | Üüdibe | Vintri

Joachim Moller der Jüngere

Joachim von Moller der Jüngere (auch: Möller; * 25. September 1521 in Hamburg; † 2. August 1588 in Bardowick) war ein herzoglich braunschweig-lüneburgischer Kanzler im Fürstentum Lüneburg.

Der Sohn Joachim Mollers des Älteren und der Anna Nigel († 1. April 1574) hatte anscheinend die Gelehrtenschule des Johanneums besucht, nahm im Juli 1535 ein Studium an der Universität Wittenberg auf und erwarb dort am 9. Februar 1542 den akademischen Grad eines Magisters an der philosophischen Fakultät. In Wittenberg war er vor allem ein Schüler Philipp Melanchthons gewesen, mit dem er zeitlebens im Briefkontakt stand.
Im Anschluss absolvierte er ein juristisches Studium. Dazu bereiste er Italien, frequentierte 1545 die Universität Bologna, die Universität Padua und wurde, nach zwischenzeitlichem Aufenthalt in Wittenberg, am 22. Dezember 1547 an der Universität Ferrara zum Doktor der Rechte promoviert. 1548 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er als Rat des Herzogs Franz Otto von Braunschweig-Lüneburg fungierte. Während dieser Zeit vertrat er den Kanzler und beteiligte sich vor allem 1552 bis 1562 am siegreichen Prozess der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg gegen die Stadt Lüneburg und den Fortbestand der alten Privilegien des herzoglichen Hauses. Für seine Verdienste erhielt er dafür von den Herzögen das gewonnene Klostergut Heiligenthal bei Lüneburg.
1556 arbeitete er die Anweisungen zu den Kirchenvisitationen des Fürstentums Lüneburg aus. Nachdem er sich auch auf verschiedenen diplomatischen Missionen bewährt hatte, übertrug man ihm 1570 das Kanzleramt des Herzogtums. Aufgrund von gesundheitlicher Einschränkungen gab er dieses jedoch 1573 wieder ab. Trotz alledem blieb er weiterhin Rat des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses. Daneben hatte er sich auch als Rat des dänischen Königshauses, des Herzogtums Mecklenburg-Güstrow, des Grafen Otto von Schaumburg und anderer Potentaten betätigt. Es hat sich von ihm aus den Wittenberger Jahren eine Declamatio de exemplo emendati latronis etc. erhalten. Verdienste erwarb er sich durch die Herausgabe von Albert Krantzes Metropolis (Basel 1548 und 1568). 1583 ging er zu seinem Sohn Adolf nach Bardowick, wo er seine letzten Lebensjahre verlebte. Sein Leichnam wurde im Dom von Badowick beigesetzt.

Eyerkeilturm

Der Eyerkeilturm war ein Wehrturm der ca. 1300–1350 errichteten äußeren Stadtmauer der Stadt Aachen. Er ist nicht mehr erhalten.

Der Eyerkeilturm war nicht Bestandteil des äußeren Mauerrings, sondern stand im Südwesten des Mauerrings an der Spitze der Zwingermauer der dreieckigen Lütticher Schanze zwischen Jakobstor und Junkerstor. Ihm gegenüber an dem Mauerring stand der Turm ohne Namen.
Der Eyerkeilturm war ein Rundturm und wurde daher oft auch einfach als „Runder Turm“ bezeichnet. Er hatte einen Durchmesser von etwa 12,50 m. Der Turm hatte zwei Obergeschosse, zu denen eine Wendeltreppe hinaufführt.
Das Erdgeschoss hatte Schießscharten für Bogen- und Armbrustschützen, die beiden Obergeschosse dagegen breitere Schießluken, die durch Holzklappen verschlossen werden konnten, für den Einsatz von Geschützen wie z.B. Ballisten.
Das Dach war flach und von einem Zinnenkranz umgeben, so dass auch von hier aus der Raum vor der Mauer und innerhalb der Zwingeranlage der Lütticher Schanze kontrolliert und beschossen werden konnte.
Durch seine Lage vor der Ringmauer diente der Eyerkeilturm auch als Unterstützung zur Verteidigung des Jakobstors und des Junkerstors.
50.7696666666676.0730583333333Koordinaten: 50° 46′ 11″ N, 6° 4′ 23″ O

501st Legion

Die 501st Legion „Vader’s Fist“ (dt.: 501. Legion „Vaders Faust“) ist eine bekannte, internationale Star-Wars-Fanvereinigung mit über 8000 Mitgliedern aus mehr als 40 Ländern.
Die Mitglieder haben sich der Herstellung und des Tragens verschiedenster authentischer und Film-akkurater, imperialer Star-Wars-Kostüme verschrieben. Hierbei liegt der Schwerpunkt vor allem bei Sturmtruppen-Rüstungen und anderen Kostümen des Imperiums oder der sogenannten „dunklen Seite“, also beispielsweise denen der Sith-Lords oder Kopfgeldjäger. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt bei Auftritten für verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen, z. B. für die amerikanische Make-A-Wish-Foundation. Zahlreiche Mitglieder sind auch regelmäßig bei diversen Science-Fiction-Conventions anzutreffen.
„Anführer Ehrenhalber“ der 501st Legion ist David Prowse, Darsteller von Darth Vader in den ersten drei Star-Wars-Filmen. Weitere Ehrenmitglieder sind zahlreiche Schauspieler wie Mark Hamill (Luke Skywalker) und Ian McDiarmid (Imperator Palpatine), daneben auch Komponist John Williams und Produzent George Lucas. Einige an der Entstehung der Filme Beteiligte sind auch reguläre Mitglieder, die mit ihren Kostümen auf Veranstaltungen der 501st auftreten, darunter sind zum Beispiel die Schauspieler Jay Laga’aia (Captain Typho) mit einem Sturmtruppen-Kostüm und Jeremy Bulloch (Boba Fett) mit einem Boba Fett Kostüm.

Gegründet wurde die Legion vom US-Amerikaner Albin Johnson, der im Jahr 1997 den „Detention Block 2551“ (Inhaftierungsblock 2551) – wahrscheinlich als Anspielung auf den Inhaftierungsblock AA-23, in dem Prinzessin Leia in „Krieg der Sterne“ gefangen gehalten wurde – ins Leben rief. Aus einem anfänglich kleinen Kreis eingeschworener Fans wurde, dank der Begeisterung für die weißen Rüstungen der Sturmtruppen, ein mittlerweile über 5500 Mitglieder umfassender internationaler Kostümclub, der in zurzeit 47 Ländern Präsenz zeigt (Stand April 2012).
Die 501st Legion wird unterteilt in Garrisons (Garnisonen, ab 25 Mitgliedern) und Outpost (Außenposten, ab einem Mitglied). Meist existiert eine Garnison oder ein Außenposten für jeweils eine Nation, allerdings gibt es hier Ausnahmen. Es existierten beispielsweise 27 Garnisonen in den Vereinigten Staaten, zwei in Kanada und zwei in Belgien. Des Weiteren besteht für Garnisonen die Möglichkeit der Gründung weiterer Unterteilungen, sogenannter Squads, die sich in der Regel an subnationalen Grenzen orientieren. Ebenfalls gibt es sogenannte Detachments, Unterabteilungen die jeweils Mitglieder mit einem bestimmten Kostüm in sich vereinen.
In Europa ist die 501st Legion mit 22 Garnisonen und Außenposten vertreten, darunter die mit knapp 560 Personen (Stand: November 2015) mitgliederstärkste Garnison innerhalb der Legion die „German Garrison“ aus Deutschland. Für die Schweiz steht die „Swiss Garrison“. In Österreich existiert seit Oktober 2011 die „Austrian Garrison“ (2006 als Outpost gegründet). Zahlreiche weitere Garnisonen in Europa befinden sich in England, Frankreich, Italien, den Benelux-Staaten sowie in den skandinavischen Ländern. In den letzten Jahren konnte sich die 501st Legion auch in Ost-Europa etablieren, was die erfolgreiche Gründung diverser Outposts und Garrisons ua. in Rumänien und Polen zeigt.
Zum Dank benannte Lucasfilm eine Klonsoldaten-Einheit, welche in „Die Rache der Sith“ an der Seite von Darth Vader, und auch im PC- und Konsolenspiel Star Wars: Battlefront II ihren Auftritt hat, nach der 501st Legion. Am 1. Januar 2007 marschierten rund 200 Mitglieder auf Wunsch und Einladung von Lucasfilm als Teil des sogenannten „Star Wars Spectacular“ bei der alljährlichen Tournament of Roses Parade, deren „Grand Marshal“ dieses Jahr der Star-Wars-Schöpfer George Lucas war.
Nach nur 10 Jahren hat es die 501st Stormtrooper Legion in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft. In der Ausgabe 2008 erhält die Legion die Auszeichnung für den größten Star-Wars-Kostümclub der Welt. In der deutschen Ausgabe ist dieser Beitrag auf Seite 158 zu finden.
Aus dem Jahre 2007 ist die DVD-Dokumentation „Heart of an Empire“, welche die Entstehung der 501st Legion erzählt und das weltweite Phänomen dieser Gruppierung betrachtet.

Stinnes-Legien-Abkommen

Das Stinnes-Legien-Abkommen (amtlich: Satzung für die Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands.) vom 15. November 1918 war eine Kollektivvereinbarung (Vertrag) zwischen 21 gewerblichen und industriellen Arbeitgeberverbänden und sieben Gewerkschaften (Freie, christliche und polnische Gewerkschaften). Seinen Namen verdankt es den beiden federführenden Unterzeichnern: dem Ruhrindustriellen Hugo Stinnes und dem Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands Carl Legien, unterschrieben haben es aber auch auf Arbeitgeberseite z. B.: Alfred Hugenberg (Zeitungskonzern), Friedrich Springorum (Hoesch), Hans von Raumer (Zentralverband der Deutschen Elektrotechnischen Industrie), Carl Friedrich von Siemens, Walther Rathenau (AEG) und Ernst Borsig und auf Arbeitnehmerseite z. B.: Adam Stegerwald (Christliche Gewerkschaften), Gustav Hartmann (Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine) und Anton Höfle (Deutscher Technikerverband).
Die Arbeitgeberverbände erkannten die Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiterschaft an (Nr. 1 der Vereinbarung) und vereinbarten die Arbeitsbedingungen durch Kollektivvereinbarungen (Nr. 6 der Vereinbarung; später Tarifverträge) zu regeln. Zugleich wurde damit von Arbeitgeberseite die Einrichtung von Arbeiterausschüssen in den Betrieben (Nr. 7 der Vereinbarung; später Betriebsräten) und die Einführung des Achtstundentags (Nr. 9 der Vereinbarung) vereinbart. Ein Zentralausschuss für die Durchführung der Vereinbarung wurde errichtet (Nr. 10 und 11 der Vereinbarung), dessen Entscheidungen verbindliche Geltung haben sollten (Nr. 12 der Vereinbarung). Für die Gewerkschaften bedeutete die Vereinbarung einen sozialpolitischen Durchbruch, denn mit ihm vollzog die Groß- und Schwerindustrie eine radikale Abkehr von ihrer bisherigen antigewerkschaftlichen Politik. Hatte der Staat die Gewerkschaften mit dem Hilfsdienstgesetz vom 5. Dezember 1916 als legitime Interessenvertreter der Arbeiter anerkannt, wurden sie nun von den Arbeitgebern als Tarifpartner akzeptiert.
Gleichzeitig vereinbarten die Partner der Vereinbarung eine Satzung für die Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands. Dort wurden die Organe der Arbeitsgemeinschaft (Zentralvorstand und Zentralausschuss) festgelegt und die Gliederung in Fachgruppen (für jeden Industrie- oder Gewerbezweig mit mehr als 100.000 Beschäftigte) und deren Organe bestimmt (§ 2 der Satzung).
Was für die Gewerkschaften als ein Vertragswerk von grundsätzlicher Bedeutung für den Wandel im Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit galt, war für die Unternehmer ein Not- und Zweckbündnis. Aus Furcht vor einer Sozialisierung ihrer Fabriken in der Novemberrevolution hatten sie, wenige Tage nach Ausbruch der Revolution (9. November), das Abkommen unterzeichnet. „Die Großindustriellen waren in schwerster Sorge vor einer kommenden Sozialisierung […] Sie waren zu allem bereit, wenn sie nur ihr Eigentum behielten.“
Gleichwohl diente das Abkommen als Vorlage für die gesetzliche Regelung der Tarifvertragsbeziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden – zunächst in der Weimarer Republik (Verordnung über Tarifverträge, Arbeiter- und Angestellten-Ausschüsse und Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten) vom 23. Dezember 1918 und später im Vereinigten Wirtschaftsgebiet und in der Bundesrepublik Deutschland (Tarifvertragsgesetz vom 9. April 1949). Es kann daher als frühes Gründungsdokument der Sozialpartnerschaft begriffen werden, die sich erst in der Sozialordnung der Bundesrepublik Deutschland voll entfaltete.

Schieberamsch

Schieberamsch ist eine inoffizielle Variante der Kartenspiele Skat und Schafkopf.
Der Schieberamsch ist eine Variante des Ramsch, bei der es ebenfalls Ziel des Spiels ist, möglichst keine Stiche zu machen. Es verliert derjenige Spieler, der die meisten Punkte erzielt und er bekommt diese als Minuspunkte aufgeschrieben.
Im Unterschied zum einfachen Ramsch darf der erste Spieler den Skat aufnehmen und dafür zwei Karten drücken, die er nicht gebrauchen kann. Danach gibt er die gedrückten Karten an den nächsten Spieler weiter, der dann wiederum zwei Karten drücken kann, die der dritte Spieler aufnimmt. Dieser drückt wieder zwei Karten und das Ramschspiel beginnt. Das Ramsch-Spiel folgt dabei den Regeln eines normalen Grand beim Skat, d. h. nur die Buben sind Trumpf.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wer die Punkte aus dem Skat bekommt. Entweder der Spieler, der schon die meisten Augen hat, oder der Spieler, der den letzten Stich bekommt. Haben zwei Spieler die höchste Augenzahl beim Ramsch, wird der Skat dann beiden zugeschrieben. Man kann den Skat auch nicht aufnehmen, sondern „Schieben“. Wenn eine oder mehrere Personen schieben, werden die Minuspunkte des Verlierers doppelt (vier- oder achtfach, wenn 2 oder alle 3 Spieler schieben) gewertet.
Es ist meist verboten, Buben („Bauern“) zu drücken.
Wenn am Ende des Spieles ein Spieler keinen Stich bekommen hat, so ist er „Jungfrau“ geblieben und die Minuspunkte des Verlierers werden noch einmal verdoppelt.
Es gibt auch noch die Option der angesagten Jungfrau, wenn ein Spieler meint, er würde keinen Stich bekommen. Auch dies verdoppelt nochmal den Wert des Spiels. Für den Ansager kann dies allerdings gefährlich werden: Schafft er es nicht, Jungfrau zu bleiben, so ist das Spiel sofort beendet, d.h. sobald er einen Stich bekommt, auch wenn dieser Null Punkte zählt. Dieses verlorene Spiel wird mit 120 Minuspunkten bestraft.
Es ist zu beachten, dass die genannten Verdopplungen zu sehr hohen Verlustwerten führen können, wodurch der Ramsch ungewollt eine höhere Bedeutung als die normalen Skatspiele bekommen kann. Um dieses Ungleichgewicht zwischen Ramsch und regulärem Spiel zu entschärfen, kann auch jedes Schieben und eine Jungfrau nur zur Erhöhung des Multiplikationsfaktors der höchsten Punktzahl genommen werden. (1x Schieben doppelt, 2x Schieben dreifach, 3x Schieben vierfach, 3x Schieben + Jungfrau fünffach)
Die oben beschriebene Abrechnung nennt man oft „Augenramsch“ oder „Zahlenramsch“. Eine Variante des „Entschärfens“ besteht darin, dass dem Verlierer feste Punktwerte angeschrieben werden. So zählt einfach verloren 10 Minuspunkte; bei einer Jungfer 15 Minuspunkte und bei zwei Jungfern 20 Pluspunkte. Natürlich können auch höhere Werte vereinbart werden. Das Verdoppeln bzw. Erhöhen beim Schieben bleibt unberührt.
Wenn jedoch ein Spieler alle zehn Stiche bekommt, nennt man das einen „Durchmarsch“ und ihm werden beim Augenramsch 120 Pluspunkte aufgeschrieben. Verdopplungen durch Schieben werden dabei in der Regel gezählt.
Meist gilt die Regel, dass pro Schieberamschrunde jeder Spieler einmal die Möglichkeit hat, einen „Ausweich-Grand“ (Grand Hand) zu spielen. Oder es gilt die Regel, dass höchstens drei Grand Hand hintereinander gespielt werden dürfen, danach ist „Pflichtramsch“. Bei anderen Varianten gibt es keinerlei Beschränkungen hinsichtlich des Grand-Hand-Spielens.

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (Staffel 9)

Die neunte Staffel der deutschen Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! wurde vom 16. bis 31. Januar 2015 auf dem Privatsender RTL ausgestrahlt. Das Finale wurde am 31. Januar 2015 ausgestrahlt.
Maren Gilzer wurde mit ca. 56 % Zuschaueranrufen im Finale zur Dschungelkönigin gewählt. Jörn Schlönvoigt wurde Zweiter und Tanja Tischewitsch erreichte den dritten Platz.
Die Moderatoren waren, wie in den letzten zwei Jahren, Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. Wieder mit dabei war auch der Paramedic Bob McCarron alias „Dr. Bob“.

Die Teilnehmeranzahl blieb im Vergleich zur Staffel 8 unverändert; insgesamt gab es elf Teilnehmer.
Am 27. Januar 2015 musste aufgrund des freiwilligen Ausstiegs von Angelina Heger niemand das Camp verlassen. Die Anrufe dieses Tags wurden am Folgetag mit eingerechnet. Diese Regelung wurde erst nach der Telefonabstimmung bekannt gegeben. Die wenigsten Anrufe hatten an diesem Tag Tischewitsch und Savina.
Am 31. Januar teilte RTL mit, dass der Vertrag mit Benjamin Boyce aufgelöst wurde und dieser an keinen weiteren Terminen, wie zum Beispiel bei dem „großen Wiedersehen“, teilnehmen wird.
1Aufgrund des freiwilligen Auszugs von Angelina Heger musste an diesem Tag keiner das Camp verlassen. 2Aufgrund des freiwilligen Auszugs von Angelina Heger und weil am 26. Januar keiner das Camp verlassen musste, wurden die Anrufe beider Tage zusammengezählt.
Walter Freiwald, Maren Gilzer, Jörn Schlönvoigt und Tanja Tischewitsch haben jeweils vier Dschungelprüfungen absolviert. Patricia Blanco ist die einzige Kandidatin dieser Staffel, die keine Dschungelprüfung absolviert hat.
Von den 149 Rationen bzw. Sterne erspielten die Kandidaten insgesamt 74 Rationen bzw. Sterne, was einem Anteil von 49,66 % entspricht. Zum ersten Mal in der Geschichte der Show wurde weniger als die Hälfte der Rationen bzw. Sterne erspielt.
Heger 17,29 % Savina 10,89 % Schlönvoigt 9,39 % Tischewitsch 7,92 % Scheider 7,06 % Siemoneit-Barum 6,63 % Blanco 6,00 % Gilzer 5,29 % Boyce 2,95 % Freiwald gesperrt
Freiwald 23,98 % Heger 15,15 % Schlönvoigt 6,75 % Tischewitsch 3,89 % Blanco 3,85 % Scheider 3,72 % Siemoneit-Barum 3,50 % Savina 3,21 % Gilzer 2,88 % Boyce 1,82 %
Tischewitsch 16,77 % Kulka 14,99 % Schlönvoigt 10,40 % Siemoneit-Barum 7,19 % Scheider 6,82 % Blanco 6,63 % Savina 5,14 % Gilzer 3,98 % Boyce 3,22 % Freiwald gesperrt
Schlönvoigt 7,42 % Tischewitsch 7,12 % Heger 5,03 % Blanco 3,32 % Savina 2,96 % Kulka 2,53 % Scheider 2,43 % Siemoneit-Barum 2,33 % Gilzer 1,96 % Boyce 1,36 %
Tischewitsch 13,95 % Blanco 8,83 % Scheider 7,65 % Gilzer 6,77 % Siemoneit-Barum 5,95 % Heger 5,70 % Savina 5,21 % Schlönvoigt 4,69 % Boyce 4,54 % Kulka 3,62 %
Blanco 10,55 % Gilzer 8,78 % Tischewitsch 8,27 % Scheider 7,38 % Heger 7,34 % Siemoneit-Barum 6,80 % Savina 5,74 % Boyce 4,71 % Schlönvoigt 4,15 % Kulka 3,52 %
Heger 21,94 % Blanco 7,98 % Gilzer 6,64 % Boyce 6,53 % Siemoneit-Barum 6,40 % Savina 5,60 % Tischewitsch 5,51 % Schlönvoigt 4,29 % Scheider 3,97 % Kulka 2,58 %
Die höchste Zuschauerzahl in dieser Staffel (7,5 Mio.) wurde in der ersten Folge am 16. Januar 2015 gemessen; die niedrigste (5,64 Mio.) zwei Tage später am 18. Januar 2015. Zum Vergleich: Die höchste Zuschauerzahl der achten Staffel war 8,6 Mio. Zuschauer; die niedrigste 7,2 Mio. Zuschauer.
Im Gegensatz zu früheren Staffeln kam bei der neunten Staffel Kritik auf, dass sie wenig unterhaltsam sei. Die B.Z. aus Berlin stellte ihre tägliche Berichterstattung ein, was wiederum zur Grundlage einiger Scherze von Zietlow und Hartwich in der 11. Folge wurde.
Staffel 1 (Jan. 2004) | Staffel 2 (Okt./Nov. 2004) | Staffel 3 (2008) | Staffel 4 (2009) | Staffel 5 (2011) | Staffel 6 (2012) | Staffel 7 (2013) | Staffel 8 (2014) | Staffel 9 (2015) | Staffel 10 (2016)
Costa Cordalis (Jan. 2004) | Désirée Nick (Nov. 2004) | Ross Antony (2008) | Ingrid van Bergen (2009) | Peer Kusmagk (2011) | Brigitte Nielsen (2012) | Joey Heindle (2013) | Melanie Müller (2014) | Maren Gilzer (2015) | Menderes Bağcı (2016)
-28.255096153.350791145Koordinaten: 28° 15′ 18,3″ S, 153° 21′ 2,8″ O

Überfall auf Sundsvall

1. Phase: Schwedische Dominanz (1700–1709)
Humlebæk •Tönning I 
Jungfernhof • Riga I • Pühhajoggi • Narva • Düna • Rauge • Erastfer • Hummelshof • Peipussee • Tartu • Narva II • Wesenberg
Nöteborg • Nyenschanz • Newa •Systerbäck • Petersburg • Wyborg I • Porvoo 
Saladen • Jakobstadt • Gemauerthof • Mitau • Grodno • Njaswisch • Klezk • Ljachowitschi •
Klissow • Pułtusk • Thorn • Lemberg • Warschau • Posen • Punitz • Tillendorf • Rakowitz • Fraustadt • Kalisch 
Golowtschin • Moljatitschi • Rajowka • Lesnaja • Koniecpol • Weprik • Krasnokutsk • Poltawa
2. Phase: Schweden in der Defensive (1710–1721)
Riga II • Wyborg II • Pernau • Kexholm • Reval • Pälkäne • Storkyro • Hanko 
Helsingborg • Køge-Bucht • Frederikshald I • Dynekilen-Fjord • Göteborg I • Strömstad • Frederikshald II • Marstrand • Ösel • Göteborg II • Södra Stäket • Grönham • Sundsvall
Lübow • Stralsund I • Stade • Rügen • Gadebusch • Altona • Tönning II • Stettin • Fehmarn • Wismar • Stralsund II • Jasmund • Peenemünde • Stresow 
Der Überfall auf Sundsvall (auch Seeschlacht von Selånger genannt) war das letzte Gefecht im Großen Nordischen Krieg. Der Angriff fand am 25. Maijul./ 5. Juni 1721greg. in und um Sundsvall und Selånger statt. Eine schwedische Besatzung in der Stärke von etwa 280 Mann kämpfte gegen eine zehnmal so große Reiterschar der Kosaken und über 6000 russischer Infanteristen. Das Ergebnis war ein Sieg der Russen, und die Stadt Sundsvall und den umliegenden Dörfern wurden geplündert und niedergebrannt.

Bereits im Jahre 1719 hatte die russische Flotte die schwedische Küste verwüstet. Durch die vom damaligen Gouverneur von Västernorrland Hugo Hamilton von Hageby vorgenommenen Schutzmaßnahmen wurden die Provinzen Medelpad, Ångermanland und Gästrikland von größeren Raubzügen verschont geblieben.
Im Jahre 1720 wurde die Stadt Umeå von der russischen Flotte geplündert und niedergebrannt.
Zu diesem Zeitpunkt waren Sundsvall und Medelpad von zwei Kavallerieregimentern geschützt. Durch Nachschubprobleme bei den Regimentern mussten die Einheimischen die Regimenter mit Nahrungsmitteln versorgen. Diese konnten die Nahrungsmittel aber nicht aufbringen und so wurden die Regimenter im Frühjahr 1721 abgezogen und es blieb nur eine kleine Reitereinheit aus Jämtland zurück.
Im Jahre 1721 wurde wieder eine russische Flotte gesichtet, welche entlang der Küste von Norrland auf dem Weg nach Norden waren.
Der Rat der Stadt Gävle beschloss den Major Johan Henrik Fieandt nach Sundsvall zu entsenden um eine Verteidigung der Stadt zu organisieren. Ihm standen 80 Matrosen von der ersten norrländischen Marinekompangie und 80 Reiter des jämtlandischen Reiterregiments, unter dem Kommando von Hauptmann Herman Wibbling, und weiteren 150 bewaffnete Wehrbauern.
Fieandt hatte außerdem gehofft weitere 700–800 Stadtbewohner zur Unterstützung der regulären Truppen zu bewegen, er schrieb nach der Schlacht schrieb er das die Einwohner der Stadt zu keiner Unterstützung zu bewegen waren und nur ihre eigenen Belagen im Sinn hatten.
Die einzige Unterstützung fand der Major durch eine kleine Einheit aus Veteranen. Die 25 Reiter standen unter dem Befehl von Leutnant Johan Lindstedt. Sie hatten ehemals unter dem Kommando von Carl Gustaf Armfeldt an den Feldzügen in Finnland und den baltischen Staaten teilgenommen. Außerdem waren die Veteranen mit dem Todesmarsch der Karoliner zurück nach Norwegen gelangt.
Als die russische Flotte vor Sundsvall kreuzte schlug ein schwedischer Kornett (Fähnrich) dem Leutnant Lindstedt vor den Rückzug anzutreten, denn gegen eine solche Übermacht könne man nichts ausrichten und die Männer würden sinnlos geopfert werden. Aber der Leutnant lehnte ab und begann mit den Verteidigungsmaßnahmen.
Das russische Geschwader bestehend aus 33 Galeeren und etwa 70 weiteren Begleitschiffen (Sloop), beladen mit Männern und Kriegsmaterial, sie griffen die Stadt zuerst mit Artilleriefeuer an.
Russen landeten mit ihren Truppen südlich des Stadtzentrums von Sundsvall. Die schwedischen Verteidiger mussten nach einer Stunde Kampf ihre Stellungen räumen. Sie brannten zwei Handelsschiffe und ein größeres Schiff, welches mit Eisen und Holz beladen war nieder, damit es nicht in Feindeshand fiel.
Die Verteidiger, die keine Unterstützung durch eigene Artillerie außer ein paar kleineren Feldstücken mit denen das Feuer von einigen Bauernhöfen und Booten in der Nähe auf die russischen Invasoren erwidert wurde. Major Fieandt gelang es eine weitere Stunde den Vormarsch der Russen zu stoppen. Als er aber an der Brücke im Stadtteil Åkroken drohte mit seinen Männern eingeschlossen zu werden zog er sich in Richtung Jämtland zurück.
In der Folge kam es zu mehreren kleineren Scharmützeln zwischen dem jämtländischen Reitern und den Kosaken. 22 schwedische Kavalleristen wurden auf der Straße in Richtung Valla niedergemetzelt. Die Schweden mussten sich immer weiter zurückziehen in Selånger etwa acht Kilometer westlich von Sundsvall sammelten sich die schwedischen Soldaten nochmals um geordnet gegen die russische Übermacht zu kämpfen.
Zehn schwedischen Reitern ist es gelungen, sich der Gefangennahme zu entziehen. Sie flohen in ihre Heimat Jämtland. Zehn schwedische Soldaten wurden als Kriegsgefangene nach St. Petersburg gebracht. Auch die Fahne des Jämtländischen Kavallerieregimentes wurde als Kriegsbeute mitgenommen.
Sundsvall wurde geplündert und komplett niedergebrannt und die einzige Kirche des Ortes wurde nicht beschädigt.
Sieben Schweden kamen nach dem Frieden von Nystad wieder in ihre Heimat. Der Kornett Nandelstadt, welcher einer der Häftlinge war, berichtete, dass die Russen etwa 40 Tote hatten.
Major Fieandt überlebte seine schweren Verwundungen und starb später in der Schlacht von Lappeenranta während des Russisch-Schwedischen Krieges im Jahre 1741.