Goldach (Isar)

Die Goldach ist ein rechter Zufluss zur Isar, der nach etwa 36 km langem, erst eher nördlichen, dann eher nordöstlichem Lauf durch am Rande der und durch die oberbayerischen Landkreise München, Erding und Freising nördlich von Eitting-Gaden in der Hummler Au im Naturschutzgebiet Isarauen von rechts und Südwesten in die Isar mündet.
Am Oberlauf heißt der Bach auf aufeinanderfolgenden Abschnitten Kleine Goldach, dann Nudelgraben, dann Große Goldach, er mündet nach seinem längsten Goldach-Abschnitt zuletzt als Auengraben Nasenbach.

Die Goldach entsteht auf etwa 496 m ü. NHN als Entwässerungsgraben an der Nordseite des Mittleren Isarkanals südöstlich von Ismaning, dicht am Lauf des anschließend das Dorf nördlich durchziehenden Seebachs. Aus solchen Gräben entstehen auch weitere spätere Zuflüsse zur Goldach und zum benachbarten Gewässer Dorfen. Der Oberlauf der Goldach dagegen zieht zunächst unmittelbar neben dem Mittleren Isarkanal, dann neben dem diesen links begleitenden Speichersee ungefähr ostnordöstlich. Hier zweigt dem Westrand des BMW-Testgeländes entlang die kurze Kleine Goldach nach links ab, während die Goldach selbst an dessen Südrand zum Speichersee entlang etwas weiterzieht, um dann am Hals der Wendeschleife das Gelände auf kurzer Strecke zu unterqueren. Unmittelbar danach wird das Gewässer geteilt; nach links geht der Nudelgraben ab, der bald nach Zulauf der Kleinen Goldach nach Norden läuft, während die Goldach selbst, nun zunächst Große Goldach genannt, sich nordöstlich vom Speichersee abkehrt. Schon etwas vor dem Ismaninger Goldachhof beginnt dann der Namenslauf der Goldach. In sie münden Schwarzbach und Weißbach von Süden.
In immer nördlicherem Lauf passiert sie das Sendergelände des Bayerischen Rundfunks an dessen Ostrand. Danach läuft ihr mit dem Strampfbach der heute wohl größte Nebenfluss von rechts zu. Daraufhin fließt sie auf der Grenze zwischen den Landkreisen München links und Erding rechts nordwestlich und zweigt am Gut Zengermoos auf etwa 474 m ü. NHN nach rechts den Zengergraben ab, der das Naturschutzgebiet Zengermoos mit entwässert. Bald danach teilt die Goldach, wo sie zum ersten Male den Landkreis Freising berührt, nach links den Schwaigbach in den neuen Landkreis hinein ab, der in der Folge näher an der Isar nordwärts läuft und als Pförreraugraben schon in Freising in die Isar mündet.
Die Goldach selbst nimmt nach neuem Grenzlauf südlich des Hallbergmooser Dorfes Goldach den Zengergraben wieder auf. Ab hier verläuft die Goldach im Landkreis Freising. Sie durchquert die Ortschaften Goldach und Hallbergmoos und verschwindet nördlich von Hallbergmoos unter der Erde. Hier wird die Sicherheitsfläche der südlichen Start- und Landebahn des Flughafens München unterquert. Sie fließt nun am Flughafengelände entlang nach Norden und unterquert dabei die Bahnstrecke und die Straßenanbindung des Flughafens. Nach einer Wendung nach Osten folgt sie dem nördlichen Rand des Flughafens bis sie sich nach Nordosten abwendet und das Freisinger Dorf Attaching am südlichen Rand berührt. Hier liegt die Mühle Attaching. Im weiteren Verlauf erreicht die Goldach das Gemeindegebiet von Marzling. Nach der Unterquerung der A92 fließt in sie das Marzlinger Au genannte Teilstück des Auenwalds der Isar.
In der Aue fließt sie nahe am Fluss nun mehrere Kilometer lang fast östlich in Mäandern, nimmt dabei vor der Durchquerung eines nördlichen Gebietszipfels wiederum des Landkreises Erding einen Entwässerungsgraben vom Flughafen her auf. Dann schlängelt sie sich unter dem Namen Nasenbach weiter durch den hier sehr breiten Auenwald und mündet schließlich nördlich des Eittinger Dorfes Gaden auf dem diesseitigen Gemeindegebiet des mit seinen Siedlungsteilen auf der nördlichen Seite des Flusses gelegenen Langenbach von rechts und auf etwa 426 m ü. NHN in die Isar.
In den ursprünglichen Verlauf der Goldach und das System ihr zufließender Bäche wurde durch den Bau des Mittleren Isarkanals im oberen Bereich wie auch durch die künstliche Entwässerung im Bereich des Flughafens München stark eingegriffen.
Auf historischen Karten entsteht die Goldach außer aus einer kurzen Kleinen Goldach auch aus einem langen, von jenseits im Süden des heutigen Mittleren Isarkanals zulaufenden Reierbach. Von der Großen Goldach zweigte schon damals der Nudelgraben ab, anschließend lief gleich von rechts und Süden der Hausergraben aus Richtung Aschheim zu, von dem heute nur ein sehr kurzer, Häufergraben (!) genannter Rest im Norden des Speichersees übriggeblieben ist. Zwischen heutigem Goldachhof und der Sendeanlage lief ihr damals auch noch der nicht unbeachtliche Seifbach von Süden zu, dessen kürzerer Lauf, Finsinger Moosgraben genannt, heute über den Strampfbach zufließt.
Das Bachsystem entwässerte früher weite Moosflächen in sich oft natürlich schlängelnden Läufen, von denen heute fast nur schnurgerade Grabenläufe geblieben sind, die eine überwiegend landwirtschaftlich genutzte Landschaft durchziehen; auch der erwähnte Flughafen beansprucht heute große Flächen.
Mündung des Weißbachs (links) in die Goldach (rechts)
Ursprung des Schweigbachs (links) aus Ableitung aus der Goldach (rechts)
Ludwigskanal (Goldach) am Eintritt zur Unterquerung des Flughafens München

Frieden von Utrecht (1474)

Der Frieden von Utrecht wurde 1474 in Utrecht zur Beendigung des 1469 begonnenen Hansisch-Englischen Krieges zwischen der Hanse und England geschlossen.
Das Eindringen englischer Kaufleute, der Merchant Adventurer, in den Ostseeraum (Umlandfahrer) und die ständigen Drangsalierungen des Stalhof, des Kontors der Hansestädte in London, durch die englische Krone führte 1470 zu einem gemeinsamen Krieg der Städte des Wendischen und des Preußischen Viertels der Hanse. Dieser Krieg wurde als Seekrieg in Form eines Kaperkrieges geführt. Bekanntestes Schiff dieses Seekrieges ist die von dem Kapitän Paul Beneke geführte Peter von Danzig. Der Frieden von Utrecht brachte für die Hansestädte unter der Verhandlungsführung des Lübecker Bürgermeisters Hinrich Castorp und des Lübecker Syndicus Johannes Osthusen einen günstigen Abschluss: Das Vordringen englischer Fernkaufleute in den Ostseeraum und deren Handlungsspielräume dort wurden eingeschränkt, der Stalhof in London gesichert und die Privilegien der Hanse dort weitgehend bestätigt. Das Ergebnis förderte auf Jahre den Tuchhandel der hansischen Städte. Für das durch die Rosenkriege krisengeschüttelte England unter König Eduard IV. von England wurde die Sicherheit des Seeverkehrs wiederhergestellt.

Igor Nikolajewitsch Smirnow

Igor Nikolajewitsch Smirnow (russisch Игорь Николаевич Смирнов, wiss. Transliteration Igor‘ Nikolaevič Smirnov; rumänisch Igor Smirnov; * 23. Oktober 1941 in Petropawlowsk-Kamtschatski) ist ein ehemaliger transnistrischer Politiker und war von 1992 bis 2011 der erste Präsident Transnistriens.

Smirnow wurde während des Zweiten Weltkriegs in der fernöstlichen Stadt Petropawlowsk-Kamtschatski, im äußersten Osten der Sowjetunion geboren. Sein Vater war Nikolai Stepanowitsch Smirnow, ein Mitarbeiter der kommunistischen Partei. Seine Mutter hieß Sinaida Grigorjewna Smirnowa und arbeitete als Journalistin und Zeitungsherausgeberin. Als Nikolai Smirnow immer weiter innerhalb der kommunistischen Partei aufstieg, zog die Familie aus der Russischen Sowjetrepublik in die Ukrainische Sowjetrepublik. Da der Vater mittlerweile zum Bezirksratsvorsitzenden von Golopristanski (Oblast Cherson) in der Ukraine aufgestiegen war, führte die Familie dort ein gutes Leben.
Im Sommer des Jahres 1952 wurde Nikolai Smirnow jedoch wegen Unregelmäßigkeiten bei der Versorgung der örtlichen Kolchosen festgenommen. Er wurde zu 15 Jahren Gulag sowie einer anschließenden Verbannung von fünf Jahren verurteilt. Als Angehörige eines Staatsfeindes hatten Sinaida Grigorjewna und ihre drei Söhne Wladimir, Oleg und Igor keinen guten Stand. Nach Josef Stalins Tod im Jahre 1953 wurde Nikolai Smirnow, nach rund einem Jahr Haft, zusammen mit vielen anderen Häftlingen freigelassen. Schließlich fand die Familie nahe dem Uralgebirge zusammen, wo Nikolai Smirnow eine Grundschule leitete und Sinaida Grigorjewna die örtliche Komsomol-Zeitung herausgab.
Igor Smirnow ist gelernter Zerspanungsmechaniker und besuchte später die Abendschule des Bauinstituts in Odessa in der Ukraine. Nachdem er 1959 seine Lehre beendet hatte, kehrte er in die Russische Sowjetrepublik zurück, wo er im Slatoust-Metallwerk arbeitete. Im gleichen Jahr kam er erneut in die Ukraine, um in einem Dynamowerk in der Stadt Nowaja Kachowka in der Oblast Cherson zu arbeiten. Zudem besuchte er 1974 das Maschinenbauinstitut Saporoschje.
1987 kam er schließlich nach Moldawien, wo er Direktor des Großbetriebes Elektromasch in Tiraspol wurde. Dieser Betrieb war mit dem militärisch-industriellen Komplex der Sowjetunion verbunden und unterstand nicht den Ministerien in Chișinău, sondern direkt Moskau.
Mit der Auflösung der Sowjetunion kam es in Moldawien zum Konflikt zwischen den rumänisch sprechenden Teil der Moldauer, deren Vertreter das Land mit Rumänien vereinigen wollten, und ethnischen Minderheiten. Besonders groß war der Anteil der Minderheiten im östlichen Grenzstreifen Transnistrien, wo 1989 von den 601.700 Einwohnern nur 39,9 % Moldauer, aber 28,3 % Ukrainer, 25,4 % Russen lebten. Daneben gab es in Transnistrien auch noch bedeutende Minderheiten an Bulgaren und Gagausen. Zusammen mit russifizierten Moldauern gab es in diesem Landesteil eine klare russischsprachige Mehrheit, die sich von der neuen nationalistischen Politik Moldawiens bedroht sah. Dies führte in mehreren Regionen Moldawiens zu großer Unzufriedenheit und Demonstrationen.
Igor Smirnow, der als Fabrikdirektor großen Einfluss auf die lokale Arbeiterschaft hatte, gelang es, sich an die Spitze der transnistrischen Protestbewegung zu setzen. Die Protestbewegung gegen den neuen moldauischen Nationalismus erhielt immer größeren Zulauf, besonders weil die Führung in Chișinău mit minderheitenfeindlicher Rhetorik immer größere Bevölkerungsteile in Angst versetzte. Smirnow gründete eine eigene politische Partei, den Vereinigten Rat der Arbeitskollektive, der ab 1989 Warnstreiks durchführte. In Wahlen 1990 übernahm Smirnow mit seiner Partei im Großteil Transnistriens die Kontrolle → Hauptartikel: Transnistrien-Konflikt
Smirnow war damals auch Abgeordneter im Obersten Sowjet der Moldauischen Sowjetrepublik und gründete schließlich mit Gleichgesinnten auf dem östlichen Uferstreifen des Dnister unabhängig von der Zentralmacht in Chișinău ein eigenes Staatswesen mit der Bezeichnung Transnistrische Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik (kurz PMSSR). Aus dieser ging das heutige Transnistrien hervor, das sich seit August 1991 offiziell Transnistrische Moldauische Republik bzw. russisch PMR/ Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika nennt. Smirnow wurde am 2. September 1990 zum Vorsitzenden des provisorischen Obersten Sowjets Transnistriens erklärt.
Im Dezember 1991 organisierte man in Transnistrien eine eigene Präsidentschaftswahl, in der Smirnow bei einer Wahlbeteiligung von 78 % mit insgesamt 65,4 % der Stimmen gewählt wurde.
Der stark industrialisierte Landstreifen erwies sich mit seiner großen Stahl-, Textil-, Schuhindustrie, Möbelherstellung, Spirituosen und Wasserkraft als unverzichtbar für die Wirtschaft in Moldawien. So kam es zu einem offenen Konflikt mit Transnistrien. In einem kurzen, heftigen Krieg im Juni/Juli 1992, in dem auf beiden Seiten mehrere hundert Menschen starben, versuchte die moldauische Regierung, den abtrünnigen Landesteil zurückzuholen. Durch die enormen Bestände an Waffen und Munition der 14. Armee, die noch auf transnistrischem Territorium lagerten und auf die transnistrische Einheiten zum Teil zugreifen konnten, stellten die transnistrischen Verbände einen wesentlichen militärischen Faktor dar. Unter dem damaligen Befehlshaber General Alexander Lebed der in Transnistrien stationierten 14. Armee wurde ein Waffenstillstand erzwungen und ausgehandelt, der seitdem von der einer internationalen Friedenstruppe kontrolliert wird.
Von 1991 bis Dezember 2011 regierte Smirnow seine nicht anerkannte Republik als Präsident. Mitglieder seiner Familie bekleideten bzw. bekleiden einflussreiche Positionen in der Administration und Wirtschaft des Landes. Der frühere OMON- und KGB-Offizier Wladimir Antufejew und Vertraute Smirnows bekam eine neue Identität als Wadim Schewzow und hat als Minister für Inneres und Sicherheit die Kontrolle über den transnistrischen Geheimdienst MGB. Mit Bezug auf Transnistrien und Smirnow meint der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk: „Ein alter Apparatschik verkleidet sich als amerikanischer Sheriff und kassiert den ganzen Einsatz.“
Igor Smirnow regierte als Präsident autokratisch im Stile der Sowjetunion unter Verweis auf die ständige Gefahr der Regierung aus Chișinău, die er als „national-faschistisch“ bezeichnet.
Verhandlungen mit Chișinău, etwa über eine Konföderation oder eine Autonomie, verliefen unter gegenseitigen Schuldvorwürfen ergebnislos, da Smirnow auf der Anerkennung Transnistriens als eigenes Völkerrechtssubjekt besteht – eine Forderung, welche die Republik Moldau nicht zu akzeptieren bereit ist.
Seit 1991 fanden vier Präsidentschaftswahlen statt, die er bis auf die letzte alle deutlich gewann. 1991 setzte er mit 65,1 % gegen den Zweitplatzierten Grigori Marakuza (31 %) durch. Marakuza wechselte nach der Wahl in Smirnows Partei. 1996 gewann er mit 72 % gegen Wladimir Malachow mit 20 %, 2001 erhielt er 81,9 %, während seine Konkurrenten Tom Senowitsch mit 6,7 % und Alexander Radtschenko mit 4,6 % chancenlos blieben.
2006 gewann Smirnow mit 82,4 %, Nadeschda Bondarenko von der Kommunistischen Partei erhielt 8,1 % der Stimmen, Andrei Safonow, Besitzer und Herausgeber der oppositionellen Zeitung Nowaja Gaseta, 3,9 %. Keine dieser Wahlen wurden von der internationalen Gemeinschaft anerkannt, da Transnistrien kein Völkerrechtssubjekt ist. Smirnow hatte seinen Rückzug aus der Politik für den Fall angekündigt, dass Transnistrien als souveräner Staat anerkannt wird und er damit sein Lebensziel erreicht hat.
Smirnow kündigte im September 2011 an, bei den im Dezember des gleichen Jahres stattfindenden transnistrischen Präsidentschaftswahlen 2011 erneut kandidieren zu wollen. Russland entzog ihm für diese Wahl seine Unterstützung, da er mittlerweile als Hindernis für eine Verhandlungslösung des Konfliktes gesehen werde, und unterstützte stattdessen den Sprecher des transnistrischen Parlamentes, Anatoli Kaminski. Entgegen Umfragen, welche Smirnow an der Spitze gesehen hatten, kam er im ersten Wahlgang hinter dem Oppositionskandidaten Jewgeni Schewtschuk und Kaminski nur auf den dritten Platz. In der Stichwahl setzte sich dann Schewtschuk klar gegen Kaminski mit 73,9 % der Stimmen durch.
Am 30. Dezember 2011 übernahm Schewtschuk offiziell die Amtsgeschäfte von Smirnow.
Smirnow lebt seitdem als Pensionär und tritt nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.
Igor Smirnow | Jewgeni Schewtschuk