Two Jazzers

Unter der Bezeichnung Two Jazzers traten die beiden ungarischen Sänger Lászlo Mocsányi (1903–1982) und Tibor Lakos (1903–1945) als Gesangsduettisten auf.

Beide wurden 1903 in Budapest geboren, haben in ihrer Jugend die gleiche Schule besucht und hatten eine gründliche musikalische Ausbildung hinter sich. Lakos hatte bei Emil Baré an der Budapester Musikhochschule studiert, Mocsanyi war Schüler an der Berliner Akademie der Künste bei Engelbert Humperdinck.
Mit 25 Jahren, am 3. Juli 1928, waren sie zum ersten Mal im Budapester Rundfunk zu hören. Im Herbst 1928 machten sie ihre erste Schallplattenaufnahme für die österreichische Columbia. Rasch wurden sie in Wien, bald in ganz Österreich, bekannt. Im Februar 1929 wurden sie an die berühmte Charell-Revue nach Berlin engagiert, danach ebendort an das nicht minder berühmte KaDeKo (Kabarett der Komiker). In Deutschland nahmen sie für die Plattenfirmen Homocord, Ultraphon und Artiphon (Hermann Eisner) auf, traten am 19. März 1929 am Berliner Rundfunk vors Mikrophon, und zogen das Interesse der “Terra”-Filmgesellschaft auf sich. Ende 1930 kehrten sie zurück nach Budapest. Vorher schon hatten prominente Orchester (wie Oscar Joost, Eddy Walis und Teddy Kline) ihre Darbietungen begleitet; nun aber hatten sie ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Sie sangen vorwiegend auf Ungarisch, aber auch Deutsch und Englisch, boten jazzigen scat-Gesang mit Instrumenten-Imitation und komödiantische Einlagen. 1932 riefen sie die “Harlem Melody Band” ins Leben, mit der sie in den folgenden Jahren auf ihrem eigenen Etikett “Radius und Weekend” Aufnahmen machten und veröffentlichten. Für die Zeit nach 1934 fehlen verlässliche Nachrichten. Tibor Lakos starb 1945 in Budapest, nicht viel älter als Vierzig. Lászlo Mocsányi starb 1982 im Alter von 79 Jahren.